· Von Stefan
Schnelle Antwort: Zu sechst laufen am verlässlichsten Spiele, in denen alle gleichzeitig handeln – 6 nimmt!, Just One, Dito, 7 Wonders – und Teamspiele wie Codenames (3 gegen 3). Reihum gespielte Spiele wie Uno, Kniffel oder Wizard (3–6) tragen sechs ebenfalls, doch jede Person wartet auf fünf fremde Züge. Catan und Carcassonne brauchen für sechs eine Erweiterung.
Sechs Gäste, ein Regal voller Spiele – und auf den meisten Schachteln steht „2–4 Personen“. Von den 32 Spielen unserer Datenbank tragen 14 sechs Personen laut Verlag, davon zwei nur mit Erweiterung; 18 tragen sechs nicht. Von diesen 14 liegt sechs bei 7 in dem Bereich, den unsere Portraits als den besten einordnen.
Diese Liste gehört zu unseren Empfehlungslisten nach Anlass und ist die erste einer Reihe nach Personenzahl. Sie sortiert deshalb nicht nach Güte, sondern nach der Frage, die zu sechst über den Abend entscheidet: Wie lange warten Sie auf Ihren nächsten Zug? Wie lang das Warten bei Monopoly wird, rechnet der Abschnitt zur Wartezeit vor.
Die Kurzantwort sagt nicht, welche „trägt sechs“-Angabe nur auf dem Papier steht, was eine Erweiterung wirklich ändert und ab welcher Zugdauer eine Runde zu sechst zäh wird. Für größere Gruppen ab acht Personen ist die Liste der Partyspiele nach Gruppengröße die bessere Adresse.
So haben wir ausgewählt: Verlagsangabe, Spielweise, eigene Zahlen
Wir haben drei Kriterien angelegt, die sich prüfen lassen:
- Der Verlag nennt sechs Personen. Maßgeblich ist die Verlagsangabe zur Spielerzahl. Was nur mit einer Erweiterung geht, führen wir getrennt und sagen dazu, was sich ändert.
- Die Spielweise bestimmt das Warten. Wir sortieren in „alle handeln gleichzeitig“, „Teams“ und „reihum“ – bei reihum zusätzlich nach kurzen und langen Zügen.
- Wo wir eigene Zahlen haben, rechnen wir damit. Für sechs Personen liegen uns Simulationen oder exakte Regelzählungen zu Uno, Kniffel, Wizard, Carcassonne, Cluedo, Risiko und Monopoly vor. Bei allen anderen Spielen sagen wir ausdrücklich, dass wir sechs nicht gerechnet haben.
Wir haben keines dieser Spiele selbst getestet. Die Einordnung beruht auf Verlagsangaben, Regeln und – wo genannt – auf unseren eigenen Rechnungen. Der „beste Bereich“ in unserer Datenbank ist eine redaktionelle Einordnung der Spiel-Portraits, keine Umfrage unter Spielenden. Eine Rangliste ist die Liste bewusst nicht.
💡 Faustregel: „Trägt sechs Personen“ heißt nur, dass das Material reicht. Ob der Abend läuft, entscheiden Spielweise und Zugdauer: Wer gleichzeitig handelt, wartet kaum; wer reihum zieht, wartet auf fünf andere.
Alle 18 Spiele im Überblick: 15 ohne Zusatz, Risiko ausgabenabhängig
Die Tabelle nennt Verlagsangabe, Dauer, Alter und die Spielweise, die das Warten bestimmt. „Sechs“ zeigt, ob das Spiel sechs Personen ohne Einschränkung trägt.
| Spiel | Personen (Verlag) | Sechs | Dauer | Alter | Spielweise |
|---|---|---|---|---|---|
| 6 nimmt! | 2–10 | ja | ca. 45 Min. | 8 | alle wählen verdeckt vor dem Aufdecken |
| Just One | 3–7 | ja | ca. 20 Min. | 8 | Hinweise ohne Absprache, kooperativ |
| Dito | 3–7 | ja | ca. 30 Min. | 10 | alle schreiben unabhängig |
| 7 Wonders | 3–7 | ja | ca. 30 Min. | 10 | alle spielen gleichzeitig (Verlagsangabe) |
| Codenames | 4–8+ | ja | ca. 15 Min. | 10 | zwei Teams, 3 gegen 3 |
| Decrypto | 3–8 | ja | ab 30 Min. | 12 | zwei Teams, 3 gegen 3 |
| Uno | 2–10 | ja | kurze Runden | 7 | reihum, kurze Züge |
| Skyjo | 2–8 | ja | ca. 30 Min. | 8 | reihum, kurze Züge |
| Kniffel | 2–8 | ja | 13 Runden | 8 | reihum, bis zu drei Würfe je Zug |
| Wizard | 3–6 | ja (Obergrenze) | ca. 45 Min. | 10 | reihum, Stiche |
| Camel Up | 3–8 | ja | 30–45 Min. | 8 | reihum, Wetten |
| Mensch ärgere Dich nicht | 2–6 | ja (Sechser-Seite des Plans) | 30–45 Min. | 6 | reihum, Würfeln |
| Rommé | 2–6 | ja | keine Verlagsangabe | – | reihum, Ablegen und Auslegen |
| Cluedo | 2–6 | ja | keine Verlagsangabe | 8 | reihum, Fragen und Notieren |
| Monopoly | 2–8 (Regelheft), 2–6 (aktuelle Ausgabe) | ja | ab 90 Min. | 8 | reihum, Handeln und Bauen |
| Risiko | Heft 2000: 2–6; Heft 2015: 2–5 | nur Heft 2000 | keine Verlagsangabe | 10 | reihum, Angreifen |
| Catan | 3–4 | nur mit Ergänzung 5–6 | 60–90 Min. | 10 | reihum, zwei Beteiligte je Zug |
| Carcassonne | 2–5 | nur mit Erweiterung 1 | 30–45 Min. | 7 | reihum, Plättchen legen |
Verlagsangaben nach den im Abschnitt „Quellen und Stand“ genannten Seiten; Dauer, Alter und Bestbereich für Spiele aus unserer Datenbank nach Stand 08/2026. Die Dauer ist eine ungefähre Angabe (bei Monopoly nach der deutschen Wikipedia), keine Obergrenze. 15 der 18 Spiele tragen sechs ohne Zusatz und ohne die genannte Ausgabenbedingung. Als 16. Titel kommt Risiko nach dem Heft von 2000 hinzu; Catan und Carcassonne brauchen eine Erweiterung.
Wartezeit zu sechst: fünf fremde Züge – und 24 Sekunden Spielraum
Zu sechst liegen zwischen zwei eigenen Zügen die Züge von fünf anderen: bei 15 Sekunden je Zug 75 Sekunden Warten, bei 30 Sekunden 150. Die Zugdauer ist dabei eine Annahme, kein Messwert. Das Modell geht von gleich langen Zügen in fester Reihenfolge aus und kennt keine Sonderkarten.
| Personen | fremde Züge dazwischen | Warten bei 15 s je Zug | Warten bei 30 s je Zug | höchste Zugdauer für höchstens 120 s Warten |
|---|---|---|---|---|
| 3 | 2 | 30 s | 60 s | 60 s |
| 4 | 3 | 45 s | 90 s | 40 s |
| 6 | 5 | 75 s | 150 s | 24 s |
| 8 | 7 | 105 s | 210 s | 17 s |
Eigene Rechnung: Warten = (Personen − 1) × Zugdauer. Die Schwelle von zwei Minuten setzen wir selbst; sie ist eine Annahme, keine Untersuchung. Zugdauer und Schwelle sind nicht gemessen.
Aus der Tabelle folgt: Zu sechst darf bei gleich langen Zügen ein Zug höchstens 24 Sekunden dauern, damit das Warten höchstens zwei Minuten beträgt – zu viert sind es 40. Der Spielraum schrumpft also von vier auf sechs Personen um 40 Prozent. Zwei Tische mit je drei Personen verschaffen ihn zurück: 60 Sekunden, das 2,5-Fache. Dafür brauchen Sie zwei Exemplare; 24 der 32 Spiele unserer Datenbank tragen drei Personen.
💡 Faustregel: Je länger ein einzelner Zug, desto stärker trifft die sechste Person das Warten. Ein Uno-Zug passt in 24 Sekunden, ein Monopoly-Zug mit Handel meist nicht (nach unserer Einschätzung, nicht gemessen).
Was die eigenen Zahlen für sechs Personen zeigen, steht in der nächsten Tabelle. Die Spalte „Messgröße“ nennt die Bezeichnung, unter der die Zahl in unserer Quelle steht.
| Spiel | Messgröße der Quelle | Wert zu sechst | Herkunft |
|---|---|---|---|
| Uno | „Züge Mittel“; „jeder ist dran“ | 55,1 Züge je Runde; jede Person 9,2-mal an der Reihe (zu zweit 16,7-mal) | eigene Simulation, 400.000 Runden je Personenzahl, Regelheft 2021, alle Plätze mit Strategen |
| Uno | „10 % länger als“ | jede zehnte Runde dauert mehr als 86 Züge | dieselbe Simulation |
| Kniffel | 13 Runden × 6 Personen | 78 Züge, 13 je Person | exakte Regelzählung |
| Wizard | 60 ÷ 6 Runden | 10 Runden, 55 Stiche, 330 gelegte Karten | exakte Regelzählung |
| Cluedo | „Runden Ø / Median“ | 4,5 Runden im Mittel, Median 4 | eigene Simulation, 2.000 Partien, Regeln 2023 ohne Beweiskarten, alle mit voller Notizlogik |
| Carcassonne mit älterer Erweiterung 1 (18 Plättchen), ohne Fluss | 72 Grundplättchen minus 1 Startplättchen plus 18 der Erweiterung | höchstens 89 Züge insgesamt; bei 89 Zügen im Sitzmittel 14,8 je Person (zu zweit 44,5) | Regelzählung für diese Ausgabe; genau 89, wenn kein Plättchen verworfen wird |
| Auftrags-Risiko (Regeln 2000) | „Runden im Mittel“ | 9,1 Runden; im Mittel 1,6 Personen scheiden aus | eigene Simulation, 4.000 Partien, gleich starke Profile |
| Monopoly | „Median Runden“; „Median Züge“ | 190 Runden; 606 Züge; 74,6 % der Partien beendet | eigene Simulation, 4.000 Partien, Abbruch nach 1.000 Runden |
Drei Befunde lassen sich daraus ablesen:
- Bei Uno bedeuten mehr Personen weniger eigene Züge, bei Kniffel nicht. Bei Uno kommt jede Person zu sechst im Mittel 9,2-mal dran, zu zweit 16,7-mal – rund 45 Prozent weniger –, während die Runde insgesamt um den Faktor 1,64 wächst (55,1 gegen 33,5 Züge). Bei Kniffel bleibt es bei 13 Zügen je Person; nur die Gesamtzahl wächst mit der Personenzahl auf 78 Züge zu sechst.
- Bei Cluedo sinkt die Zahl eigener Umläufe, nicht die Zahl aller Züge. Nach den Regeln 2023 ohne Beweiskarten und mit voller Notizlogik endet die Partie zu dritt im Mittel nach 6,4 Runden, zu viert nach 5,7 und zu sechst nach 4,5. Insgesamt steigen die mittleren Zugzahlen dabei von 18,0 über 21,3 auf 24,2; eine kürzere Spieldauer folgt daraus nicht. Eine „Runde“ ist ein Umlauf; der letzte, beim Sieg abgebrochene Umlauf zählt voll.
- Monopoly ist die Warnung. Zu sechst liegt der Median bei 190 Runden und 606 Zügen, und 25,4 Prozent der simulierten Partien enden nicht innerhalb von 1.000 Runden. Bei 15 Sekunden je Zug wären 606 Züge rund 2,5 Stunden, bei 30 Sekunden rund 5. Unser Modell kennt keinen verhandelten Handel; echte Partien dürften eher kürzer sein.
Für Skyjo, Dito, Just One, Camel Up und Codenames haben wir keine Zugzahl nach Personenzahl; Rommé haben wir nur mit zwei bis vier, Mensch ärgere Dich nicht nur mit vier Personen gerechnet. Wer ein festes Ende braucht, findet es in der Liste der Spiele für Silvester.
Alle handeln gleichzeitig: vier Spiele, in denen kaum jemand wartet
Hier gibt es kaum Wartezeit im Sinne der Rechnung, weil alle zugleich entscheiden; gewartet wird höchstens beim Auswerten einer Runde.
6 nimmt!: alle wählen verdeckt, dann wird angelegt
2–10 Personen · ca. 45 Min. · ab 8
Bei 6 nimmt! legen laut AMIGO-Regel alle verdeckt eine Karte aus; aufgedeckt wird erst, wenn alle gelegt haben, danach werden die Karten der Reihe nach angelegt. Jeder Durchgang besteht aus zehn Ausspielrunden, unabhängig von der Personenzahl. Zu sechst sind 64 der 104 Karten im Spiel (6 × 10 Handkarten plus 4 Reihenkarten); bei 10 Personen ist das Deck genau aufgebraucht.
Gewonnen hat, wer nach mehreren Durchgängen die wenigsten Minuspunkte hat. Weil die Zahl der Ausspielrunden nicht von der Personenzahl abhängt, dauert nur das Anlegen mit jeder weiteren Person etwas länger. Eine Tisch-Rechnung für größere Gruppen steht bei den Partyspielen.
Just One: Hinweise schreiben, doppelte fallen weg
3–7 Personen · ca. 20 Min. · ab 8 · Erklärzeit 5 Min.
Bei Just One rät eine Person ein Wort, die übrigen notieren laut Spiel des Jahres e. V. ohne Absprache einen Hinweis; doppelte Hinweise werden aussortiert. Zu sechst raten fünf Hinweisgebende für eine Person, niemand sitzt untätig. Sechs liegt im Bestbereich unserer Einordnung (fünf bis sieben), ein siebter Gast passt noch dazu.
Das Spiel ist kooperativ: Es gibt kein „Gegeneinander“, nur Gruppe gegen Wortstapel. Das passt zu einer gemischten Runde, in der nicht alle um den Sieg spielen wollen.
Dito: Punkte nur für Übereinstimmungen
3–7 Personen · ca. 30 Min. · ab 10 · Erklärzeit 5 Min.
Bei Dito werden laut Jurytext Übereinstimmungen belohnt: Alle notieren geheim Begriffe zu einer Kategorie, Punkte gibt es, wenn andere Ähnliches aufgeschrieben haben. Es gibt keine falschen Antworten, nur Antworten ohne Punkte. Unser Portrait ordnet fünf bis sieben Personen als besten Bereich ein; mehr zu Regeln und Wertung steht im Dito-Portrait und in den Dito-Regeln.
7 Wonders: Karten draften, ohne zu warten
3–7 Personen · ca. 30 Min. · ab 10
7 Wonders (Repos Production) ist ein Kartenspiel, in dem Sie eine antike Stadt aufbauen. Der Verlag beschreibt es als ein Spiel, bei dem alle gleichzeitig spielen, und nennt es ausdrücklich „ohne Wartezeit“, ob zu dritt oder zu siebt. Zu sechst gehört es nach dieser Verlagsangabe damit in die Gruppe der Spiele, in denen niemand wartet.
Eine Erklärzeit haben wir für 7 Wonders nicht eingeordnet, und eine eigene Zahl zu sechst liegt uns nicht vor.
Teamspiele: drei gegen drei
Bei Teams wartet nicht jede Person, sondern jede Gruppe: Während ein Team berät, hört das andere zu. Das ist weniger Leerlauf als bei sechs einzelnen Zügen, aber nicht null.
Codenames: eine Zahl, ein Wort, zwei Teams
4–8+ Personen · ca. 15 Min. · ab 10 · Erklärzeit 5 Min.
Bei Codenames spielen laut Verlagsangabe zwei Teams gegeneinander; zu sechst sind das drei gegen drei. Je Team legt eine Person einen Hinweis aus einem Wort und einer Zahl vor, das Team rät die zugehörigen Begriffe. Unser Codenames-Portrait ordnet sechs bis acht Personen als besten Bereich ein.
Eine Partie dauert laut Spiel des Jahres e. V. rund 15 Minuten; wer gerade nur zuschaut, steigt in der nächsten Partie ein.
Decrypto: Codes verschlüsseln und abfangen
3–8 Personen · ab 30 Min. · ab 12 · Erklärzeit ca. 10 Min. (Einschätzung)
Decrypto wird laut Asmodee in zwei Teams mit je zwei bis vier Personen gespielt, zu sechst also drei gegen drei. Nach unserer Einordnung der Regeln sind beide Teams in jeder Runde beteiligt: Das eigene Team errät den Code, das andere versucht ihn abzufangen. Das Mindestalter von 12 Jahren macht es eher zu einem Spiel für Erwachsene und Jugendliche.
Reihum mit kurzen Zügen: wenn jeder Zug in Sekunden erledigt ist
Reihum gespielte Spiele funktionieren zu sechst, solange der einzelne Zug unter der Zugdauer-Grenze von rund 24 Sekunden bleibt. Die Spiele dieser Gruppe haben Züge aus einer Karte oder einem Würfelwurf.
Uno: 9,2 Züge je Person statt 16,7
2–10 Personen · kurze Runden · ab 7 · Erklärzeit 5 Min.
Das aktuelle Mattel-Regelheft nennt zwei bis zehn Personen ab sieben Jahren. Zu sechst beträgt die mittlere Runde in unserer Simulation 55,1 Züge, jede Person ist im Mittel 9,2-mal an der Reihe. Jede zehnte Runde dauert mehr als 86 Züge.
Ausgesetzte Züge zählen in dieser Rechnung nicht, und Aussetzen, Retour und Zieh-Karten verändern die Abstände zwischen den eigenen Zügen. Die vollständigen Tabellen stehen in den Uno-Zahlen, die Streitfragen am Tisch in den Uno-Regeln.
Skyjo: Zahlenkarten tauschen, Regeln unverändert
2–8 Personen · ca. 30 Min. · ab 8 · Erklärzeit 5 Min.
Skyjo ändert seine Regeln bei keiner Personenzahl; es ändert sich das Tempo. Unser Skyjo-Portrait ordnet drei bis fünf Personen als besten Bereich ein, sechs liegt darüber. Wie viele Züge eine Partie zu sechst dauert, haben wir nicht gerechnet.
Der Zug besteht aus einem Tausch oder dem Aufdecken einer Karte und ist damit kurz (nach unserer Einschätzung, nicht gemessen).
Kniffel: 78 Züge, 13 je Person
2–8 Personen · 13 Runden · ab 8 · Erklärzeit 5 Min.
Kniffel hat 13 Runden, in denen jede Person genau ein Feld füllt. Zu sechst sind das 78 Züge, jede Person kommt 13-mal dran, und das Ende steht fest. Was auf dem Block rechnerisch drinsteckt, rechnet das Kniffel-Portrait durch.
Ein Kniffel-Zug besteht aus bis zu drei Würfen und dauert deshalb meist länger als ein Uno-Zug (nach unserer Einschätzung, nicht gemessen). Der Zugdauer-Spielraum von 24 Sekunden ist hier knapp; dafür ist die Gesamtlänge fest.
Wizard: 10 Runden, 55 Stiche, genau sechs als Obergrenze
3–6 Personen · ca. 45 Min. · ab 10 · Erklärzeit 10 Min.
Wizard geht bis genau sechs Personen. Die Rundenzahl ist 60 geteilt durch die Personenzahl: zu sechst 10 Runden mit 55 Stichen und 330 gelegten Karten, zu dritt 630 – der Faktor 1,91. Von den bei lauter richtigen Ansagen erreichbaren 750 Punkten fallen 330 (44 Prozent) auf die letzten drei Runden.
In Runde 1 gewinnt ein Zauberer zu sechst in 88,0 Prozent der Fälle (zu dritt 95,0 Prozent; Simulation, gemittelt über alle Sitzplätze); der Rest fehlt, weil ein früher gespielter zweiter Zauberer ihn schlägt. Fremde Stiche verändern Ihre Ansage, deshalb bleiben Sie auch beim Zuschauen beteiligt (nach unserer Einschätzung). Mehr im Wizard-Portrait und in den Wizard-Zahlen.
Camel Up: Wetten halten alle im Spiel
3–8 Personen · 30–45 Min. · ab 8 · Erklärzeit 10 Min.
Die heutige Lookout-Ausgabe nennt drei bis acht Personen. Reihum wird gezogen, aber jede Wette kann durch einen fremden Wurf entschieden werden – die Wartenden sind also im Spiel (unsere Einordnung aus den Regeln). Unsere Datenbank führt fünf bis acht Personen als besten Bereich.
Mensch ärgere Dich nicht: die Sechser-Seite des Plans
2–6 Personen · 30–45 Min. · ab 6 · Erklärzeit 3 Min.
Die Standardausgabe von Schmidt Spiele hat laut unserem Portrait einen doppelseitigen Plan, dessen Rückseite ein sternförmiges Brett für sechs Personen trägt. Unsere Zahlen zur Partielänge stammen nur vom Vierer-Brett: dort rund 245 Züge, 61,1 je Person. Zu sechst haben wir das nicht gerechnet.
Der einzelne Zug ist kurz – ein Wurf, nach einer Sechs ein Zusatzwurf –, zu sechst warten Sie aber auf fünf andere. Die Rauswurf- und Dauerzahlen zum Vierer-Brett stehen in den Zahlen zum Spiel.
Reihum mit längeren Zügen oder langen Partien: hier zählt die Zeitplanung
Diese Spiele tragen sechs Personen, doch einzelne Züge enthalten Überlegen, Verhandeln oder Bauen, oder die Partie läuft lang. Sie lohnen sich zu sechst vor allem, wenn die Runde Zeit mitbringt.
Rommé: sechs können mit, gerechnet haben wir bis vier
2–6 Personen · 110 Karten · Erklärzeit nicht eingeordnet
ASS und Schmidt nennen für Rommé zwei bis sechs Personen, gespielt wird mit 110 Karten einschließlich sechs Jokern. In unserer Simulation (ASS-Schachtelregel, 2.000 Partien je Zeile) sinkt die Zahl begonnener Umläufe von 9,8 zu zweit auf 7,1 zu dritt und 5,6 zu viert, während die mittlere Zahl aller Züge von 19,0 über 20,2 auf 20,9 leicht steigt.
Das belegt weniger eigene Umläufe bei mehr Personen, aber keine kürzere Gesamtdauer. Sechs haben wir nicht gerechnet; eine Hochrechnung wäre eine Annahme. Wie lange ein Zug dauert, hängt laut unserem Portrait vor allem am Sortieren und Überlegen. Die Regelunterschiede zwischen den Fassungen erklärt das Rommé-Portrait.
Cluedo: zu sechst weniger eigene Umläufe
2–6 Personen · ab 8 · keine Verlagsangabe zur Dauer
Hasbro nennt für Cluedo zwei bis sechs Personen ab 8 Jahren. In unserer Simulation nach den Regeln 2023 ohne Beweiskarten und mit voller Notizlogik endet die Partie zu sechst im Mittel nach 4,5 Runden (zu viert 5,7). Wer als Einziger nur notiert, wer ihm welche Karte zeigte, gewinnt gegen fünf Mitspielende mit voller Logik 5,1 Prozent der Partien; ohne Unterschied wären es 16,7 Prozent.
Das Warten ist hier nicht passiv, weil fremde Verdachte Sie zum Zeigen oder Passen zwingen (nach unserer Einschätzung). Die Zahlen mit Intervallen stehen in den Cluedo-Zahlen, das Spiel ordnet das Cluedo-Portrait ein.
Catan mit Ergänzung 5–6: zwei Personen sind an jedem Spielzug beteiligt
3–4 Personen im Basisspiel, 5–6 mit der Ergänzung · 60–90 Min. · ab 10
Die Ergänzung ist eine eigene Schachtel und braucht alle Sechseckfelder des Basisspiels, zusammen 30 Landfelder; nur die Zahlenchips stammen aus der Ergänzung. Die aktuelle Kosmos-Anleitung (© 2022) hält fest, dass es die „Außerordentliche Bauphase“ älterer Fassungen nicht mehr gibt. Stattdessen sind in jedem Spielzug zwei Personen beteiligt: Wer Stein 1 hat, würfelt, handelt und baut; wer Stein 2 hat, darf nur mit dem Vorrat handeln, bauen und eine Entwicklungskarte spielen.
Rechnerisch ändert sich das Warten so: Zu sechst sind Sie an jedem dritten Spielzug beteiligt, abwechselnd als Stein 2 und Stein 1 – 33,3 statt 16,7 Prozent der Spielzüge. Die Zahl fremder Einzelaktionen zwischen zwei eigenen Aktionen liegt abwechselnd bei vier und sechs, im Mittel bei fünf, also unverändert. Kürzer dürften die Zwischenzüge sein, weil Stein 2 nicht mit Mitspielenden handelt; das ist unsere Einschätzung, nicht gemessen. Unsere Portraits ordnen drei bis vier Personen als besten Bereich ein; mehr zum Spiel steht im Catan-Portrait.
Carcassonne mit Erweiterung 1: Material für die sechste Person
2–5 Personen im Grundspiel, 2–6 mit „Wirtshäuser & Kathedralen“ · 45 Min. · ab 7
Das Grundspiel ist für zwei bis fünf Personen gedacht. Die erste Erweiterung nennt der Verlag Hans im Glück für zwei bis sechs Personen; laut Produktseite liegt das Material für die sechste Person bei, und gespielt wird nur zusammen mit dem Grundspiel.
Carcassonne hat ohne Fluss 72 Grundplättchen, von denen eines schon als Startplättchen ausliegt. Mit der älteren ersten Erweiterung aus 18 Plättchen sind es damit höchstens 71 + 18 = 89 Züge; genau 89 werden es, wenn sich jedes gezogene Plättchen anlegen lässt. Über gleichmäßig verteilte Startplätze gerechnet sind das zu sechst 14,8 eigene Züge, zu zweit 44,5 – das Dreifache.
Die überarbeitete Erweiterung von 2025 enthält dagegen 24 Plättchen einschließlich eines Flussplättchens; für diese Ausgabe gilt die 89 nicht. Unsere Portraits sehen zwei bis drei Personen als besten Bereich; mehr im Carcassonne-Portrait.
Risiko: sechs nur nach dem Heft von 2000
Heft 2000: 2–6 Personen (Auftrags-Spiel 3–6) · Heft 2015: 2–5 · ab 10 · keine Minutenangabe
Welche Personenzahl gilt, hängt bei Risiko an der Ausgabe: Das Hasbro-Heft von 2000 nennt für das Auftrags-Spiel drei bis sechs, das Heft 2015 drei bis fünf. In unserer Simulation des Auftrags-Spiels nach den Regeln von 2000 dauert eine Partie zu sechst im Mittel 9,1 Runden, und im Mittel scheiden 1,6 Personen vor dem Ende aus und schauen zu. Eine Runde meint dabei alle gespielten Züge geteilt durch die Zahl der Personen zu Beginn.
Das Ausscheiden ist der Haken für eine große Runde: Wer früh verliert, wartet, ohne wieder einsteigen zu können. Welche Ausgabe Sie haben, zeigt der Ausgabenvergleich im Risiko-Portrait.
Monopoly: sechs passen ins Material, nicht in den Abend
2–6 Personen (aktuelle Ausgabe), 2–8 (Regelheft) · ab 90 Min. · ab 8
Das Regelheft nennt zwei bis acht Personen, die aktuell verkaufte Standardausgabe führt Hasbro für zwei bis sechs. Zu sechst liegt der Median unserer Simulation bei 606 Zügen; von drei auf sechs Personen verdreifacht sich die Zugzahl (199 auf 606). Wer Monopoly zu sechst plant, braucht einen festen Stopp, etwa eine Uhrzeit oder eine Hausregel. Die vollständigen Tabellen stehen in den Monopoly-Zahlen, das Spiel im Monopoly-Portrait.
Diese beliebten Spiele tragen sechs Personen nicht
Beliebt heißt nicht, dass es sechs trägt. In unserer Datenbank tragen 18 von 32 Spielen sechs Personen nicht: etwa Azul, Splendor, Kingdomino, Qwirkle und Rummikub (je 2–4), Zug um Zug Europa, Flügelschlag und Die Crew (je bis 5) sowie Cascadia (1–4). Dazu kommen die reinen Zweierspiele wie Patchwork oder 7 Wonders Duel, die unsere Liste der Brettspiele zu zweit einordnet.
Eine Lösung ohne neues Spiel sind zwei Tische mit je drei Personen: 24 der 32 Spiele tragen drei; welche sich zu dritt eignen und was sich dabei an den Regeln ändert, zeigt die Liste der Spiele für 3 Personen. Dann reichen zwei Exemplare, und der Zugdauer-Spielraum steigt von 24 auf 60 Sekunden. Welches Spiel zu Ihrer Runde passt, filtert der Spiele-Finder nach Personenzahl und Alter; zwei Kandidaten stellt der Spiele-Vergleich nebeneinander.
Häufige Fragen zu Spielen für 6 Personen
Welche Spiele für 6 Personen eignen sich für Erwachsene ohne Spielerfahrung?
Am schnellsten laufen Just One, Dito und Codenames: Unsere Datenbank führt für alle drei 5 Minuten Erklärzeit, das Verlagsalter liegt bei 8 bis 10 Jahren. Eine Kartenspiel-Alternative ist 6 nimmt!, bei dem alle verdeckt wählen. Reihum eignet sich Kniffel mit fester Rundenzahl.
Welche Spiele für 6 Personen funktionieren mit Kindern?
Das niedrigste Verlagsalter hat Mensch ärgere Dich nicht (ab 6), danach Uno (ab 7). Ab 8 Jahren sind Skyjo, Camel Up, Kniffel, Just One und 6 nimmt! angegeben. Weitere Spiele ab 8 ordnet die Liste der Familienspiele ab 8 ein.
Gibt es kooperative Spiele für sechs Personen?
Ja, drei in unserer Datenbank: Just One (3–7), Codenames Duett (auch in Teams zu sechst spielbar) und Dorfromantik – Das Brettspiel (1–6, ab 8, 30 bis 60 Minuten). Das Spiel des Jahres e. V. nennt Dorfromantik ein „kooperatives Wohlfühlspiel“. Wie der Zug bei sechs Personen abläuft, haben wir bei Dorfromantik nicht geprüft.
Lohnt es sich, zu sechst auf zwei Tische mit je drei Personen aufzuteilen?
Ja, wenn das Spiel reihum läuft und die Züge lang sind. Der Zugdauer-Spielraum für zwei Minuten Warten steigt dann von 24 auf 60 Sekunden, und 24 der 32 Spiele unserer Datenbank tragen drei Personen. Der Preis ist ein zweites Exemplar; bei gleichzeitigen Spielen wie 6 nimmt! lohnt sich das nicht.
Quellen und Stand
Spielerzahl, Alter und Dauer: Abgleich mit den genannten Verlags-, Vertriebs- und Juryquellen am 2. November 2026; Datenbankwerte nach Stand 08/2026. Verlagsangaben zu Spielen mit eigenem Portrait sind dort mit Quelle belegt.
- Just One, Dito, Codenames, Dorfromantik: Spiel des Jahres e. V., Just One, Dito!, Codenames, Dorfromantik. Die offene Codenames-Spielerangabe (4–8+) stammt von HeidelBÄR.
- 6 nimmt!, 7 Wonders, Decrypto, Camel Up: 6 nimmt! – AMIGO-Regel; 7 Wonders – Repos Production und Asmodee Deutschland; Decrypto – Asmodee Deutschland; Camel Up – Lookout.
- Catan, Carcassonne, Cluedo: CATAN – Ergänzung 5–6, Kosmos-Anleitung (Art.-Nr. 682699, © 2022); Carcassonne – ältere Erweiterung mit 18 Plättchen, Hans im Glück; überarbeitete Erweiterung 2025; Cluedo nach den Quellen im Cluedo-Portrait.
- Uno, Skyjo, Kniffel, Wizard, Mensch ärgere Dich nicht, Rommé, Risiko, Monopoly: Verlagsangaben und Regelhefte, wie in den jeweiligen Portraits belegt.
- Eigene Zahlen: Uno-Runden (Simulation, 400.000 Runden je Personenzahl), Cluedo (2.000 Partien), Risiko und Monopoly (je 4.000 Partien), Rommé (2.000 Partien); Kniffel und Wizard exakt aus den Regeln gezählt. Die Zugdauern von 15 und 30 Sekunden sind Annahmen. Bestbereich: redaktionelle Einordnung der Spiel-Portraits.
Fazit
Zählen Sie vor dem Spielabend zwei Dinge: ob das Spiel sechs Personen trägt und wie lange ein Zug dauert. Für eine Runde ohne Wartezeit nehmen Sie 6 nimmt!, Just One, Dito oder 7 Wonders, für zwei Teams Codenames. Wollen Sie reihum spielen, wählen Sie Uno, Skyjo oder Kniffel und planen Sie bei Monopoly, Risiko oder Catan eine Zeitgrenze ein.
Wenn Ihre Runde größer als sechs wird, helfen die Partyspiele nach Gruppengröße weiter: Sie rechnen aus, bei welchem Spiel ein Tisch reicht und wann eine zweite Schachtel nötig wird. Schrumpft sie auf drei, ist die Liste der Spiele für 3 Personen die bessere Adresse.