Mahjong-Wahrscheinlichkeit in Zahlen: Starthand, Tenpai-Weg und Riichi oder Dama

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Schnelle Antwort: Eine komplette Gewinnhand direkt mit der Starthand (Tenhou) kommt beim Startspieler in 1 von 330.530 Fällen vor (0,000303 %) – exakt ausgezählt, nicht geschätzt. Beim Kernvergleich Riichi gegen Dama liegt Riichi nach Punkten fast immer vorn; Dama liegt nur knapp und vor allem spät in der Hand vorn, meist dort, wo die Riichi-Ansage den Ron-Wert nicht mehr erhöht (4 Han/30 Fu nach EMA, 6 Han). Ob EMA- oder Online-Regeln gelten, ändert diese Entscheidung um höchstens 259 Punkte.

Vier Millionen simulierte Starthände, eine vollständige Auszählung aller kompletten Gewinnmuster und knapp 900.000 ausgewertete Tenhou-Partien stecken in den Zahlen dieser Seite – und trotzdem lautet der wichtigste Befund nicht „Mahjong ist Glück“ oder „Mahjong ist Können“, sondern etwas Konkreteres: Eine Faustregel, die in englischsprachigen Ratgebern kursiert („Dama ab 6.400 Punkten“), hält einer echten Rechnung nicht stand.

Dieser Datenpost zum Mahjong-Hub in unseren Spiel-Portraits und zum Riichi-Strategie-Guide legt die vollständige Rechnung offen, die hinter beiden Texten steckt: alle vier eigenen Berechnungen mit ihren Tabellen, dazu Methode, Selbsttest und die Grenzen, die jede Zahl einrahmen. Es geht ausschließlich um das Tischspiel zu viert, nicht um das gleichnamige Browser-Solitär.

Regelbasis dieser Seite: Wo eine Zahl vom Regelwerk abhängt, wird zwischen EMA 2025 (Turnier- und Clubregel: Kiriage-Mangan, keine roten Fünfen, kein Kazoe-Yakuman, kein Doppel-Yakuman) und Online-Praxis (Tenhou, Mahjong Soul: keine Kiriage-Regel, rote Fünfen, Kazoe- und Doppel-Yakuman erlaubt) unterschieden.


Was zu Mahjong-Wahrscheinlichkeiten schon berechnet war

Bevor wir selbst rechneten, haben wir geprüft, was bereits vorliegt – Doppelarbeit hilft niemandem. Drei Bereiche sind bereits solide belegt:

KI-Spielstärke ist gut dokumentiert. Der Deep-Reinforcement-Learning-Agent Suphx (Microsoft Research Asia u. a.) erreichte auf der Online-Plattform Tenhou einen stabilen Rang von 8,74, während der Durchschnitt der besten menschlichen Spieler bei rund 7,4 liegt – er steht damit über praktisch allen offiziell gerankten Tenhou-Spielern. Für das chinesische Turnierregelwerk MCR (Mahjong Competition Rules, ohne Riichi-Ansage, Gewinn ab 8 Punkten aus 81 benannten Mustern) zeigt eine Auswertung von 557.056 Selbstspiel-Partien einer starken Wettbewerbs-KI einen klaren Erstzieher-Vorteil: Position 1 gewinnt 26,19 %, Position 4 nur 22,45 % – ein Abstand von rund 3,74 Prozentpunkten, deutlich mehr als etwa im Brettspiel Go (dort rund 0,5 %).

Die Grundstatistik der obersten Tenhou-Liga (Houou-Rang) liegt bereits als große, textuell auswertbare Stichprobe vor. Aus 1.246.147 Vierspieler-Partien dieser Liga (Profi-Niveau, Tenhou-Regeln) ergeben sich diese Mittelwerte:

KennzahlMittelwertBezug
Rufrate34,58 %Anteil der Hände mit mindestens einem Ruf
Gewinnrate20,87 %Anteil gewonnener Hände
Riichi-Rate16,93 %Anteil der Hände mit Riichi-Ansage
Deal-in-Rate12,86 %Anteil der Hände, in denen man selbst den Gewinnstein eines Gegners abwirft
Durchschnittlicher Handwert5.639 Punkteüber alle Gewinnhände
Ryuukyoku (Abbruch ohne Gewinner)15,5 % (16,6 % inkl. Abbrüchen durch Sonderregel)Anteil aller Hände
Ron- gegenüber Tsumo-Anteil59,5 % / 40,5 %Anteil an allen Siegen

Datenbasis: 1.246.147 Vierspieler-Ost-Süd-Partien 2011–2019, Houou-Rang, datengetriebene Fananalyse „Path of Houou“.

Suji und Kabe – die beiden wichtigsten Abwehr-Faustregeln – sind ebenfalls bereits ausgewertet, nicht in einer einzigen, sondern in zwei unabhängigen großen Stichproben: Eine Auswertung von über 900.000 Riichi-Händen (osamuko.com) beziffert, wie oft ein bereits als „sicher“ geltender Suji-Stein trotzdem der Gewinnstein wird:

Zeitpunkt des Suji-AbwurfsAnteil „Suji-Falle“ (Stein ist trotzdem Gewinnstein)
vor der Riichi-Ansage3,16 %
exakt beim Ansagestein2,26 % (gefährlichster Einzelwert)
nach der Ansage3,69 %
gesamt8,42 % aller Hände

Datenbasis: über 900.000 ausgewertete Riichi-Hände, osamuko.com. Die Quelle weist Teilwerte und Gesamtwert getrennt aus; addiert ergeben die Teilwerte nicht den Gesamtwert. Der Ansagestein gilt dort als gefährlichster Einzelstein, weil sich die 2,26 % auf einen einzigen Abwurf beziehen.

Zur Einordnung: „Suji“ bezeichnet die Faustregel, dass ein Gegner, der zum Beispiel eine 4 abgeworfen hat, nicht mit einem beidseitigen (Ryanmen-)Wait auf 1 oder 7 derselben Farbe warten kann – sonst wäre er wegen der eigenen 4 furiten. Gegen andere Wait-Formen schützt Suji nicht. Eine ältere, häufig unter Verweis auf riichi.wiki zitierte Einstufung beziffert die relative Restgefahr einzelner Suji-Klassen gegenüber einem Nicht-Suji-Stein (Suji 1/9 rund 25 %, Suji 3/7 rund 50–60 %, einfaches Suji 4/5/6 rund 60 %, beidseitig abgesichertes Naka-Suji nur rund 15 %).

Die Seite selbst war zum Recherchezeitpunkt gesperrt, die Werte ließen sich aber über einen Wayback-Machine-Snapshot vom 20.05.2026 bestätigen. Das quelloffene Analyseprojekt `chienshyong/houou-statistics` wertet aus 893.440 Houou-Partien (2016–2020) zusätzlich eigene Module zu Suji und zur „Wand“ (allen sichtbaren Exemplaren einer Kachel) aus – diese Tabellen haben wir für die Suji-Frage nicht eigens ausgewertet. Die oben genannten Prozentsätze stammen deshalb aus den beiden anderen, direkt auswertbaren Quellen.

Was ist noch nicht gerechnet? Die drei Lücken, die diese Seite schließt

Trotz der drei oben genannten, gut belegten Bereiche blieben nach unserer Recherche (Stand: September 2026) drei konkrete Fragen offen, für die sich weder ein Paper noch ein Code-Projekt noch ein lesbarer Datensatz fanden:

  1. Wie viele Züge braucht eine Hand im Mittel bis Tenpai, abhängig von der Ausgangs-Shanten-Zahl? Ein Analyse-Blog hatte genau diese Größe zwar ausgewertet, aber nur als eingebettete Grafik ohne Zahlenwerte veröffentlicht.
  2. Lohnt sich Riichi oder Dama als Erwartungswert in Punkten, unter der vollständigen Han/Fu-Tabelle und getrennt nach Regelwerk? Vorhandene Push/Fold- und Dama-Faustregeln zitieren feste Schwellen, ohne die Herleitung offenzulegen.
  3. Wie wahrscheinlich ist eine komplette Starthand mit dem vollen Satz von 136 Steinen wirklich – exakt, nicht nur als kursierendes Sekundärzitat? Eine ältere kombinatorische Arbeit hatte diese Frage nur für ein stark vereinfachtes Ein-Farben-Modell (36 statt 136 Steine) gelöst.

Bewusst nicht neu gerechnet haben wir dagegen: die Häufigkeit einzelner Yaku bei zufälligem Spiel (dafür bräuchte es einen eigenen Log-Datensatz, keinen neuen Befund), einen quantifizierten Vergleich des Glücksanteils zwischen Riichi, MCR und Hongkong-Mahjong (dafür fehlt eine gemeinsame Metrik, die alle drei Varianten fair vergleicht) sowie zwei widersprüchliche Angaben zur Größe des Informationsraums von Mahjong (10^60 gegenüber 10^48 aus zwei verschiedenen Arbeiten) – die Zahlen stammen aus methodisch nicht vergleichbaren Modellen und bleiben deshalb außen vor.

Mahjong-Wahrscheinlichkeit in vier eigenen Rechnungen: A bis D im Überblick

Alle vier Rechnungen (A–D) verwenden dieselbe Python-Bibliothek `mahjong` (Version 2.0.0, MIT-Lizenz) zur Shanten-Bestimmung und wurden zusätzlich gegen eine unabhängig geschriebene eigene Zerlegung gegengeprüft. Details zur Prüfung stehen im Abschnitt „So haben wir gerechnet“ weiter unten.

TeilFrageVerfahren
A – Punkte-KernWie viel ist eine Hand nach EMA 2025 und nach Online-Praxis wert?Formel-Reproduktion, 121 gedruckte Werte im Selbsttest
C – StarthandWie wahrscheinlich ist eine komplette oder tenpai-fertige Starthand?Exakte Aufzählung (Tenhou) plus Monte Carlo (Shanten-Verteilung)
D – Weg zum TenpaiWie viele Züge braucht eine Hand im Mittel, je nach Ausgangs-Shanten?Monte Carlo, 40.000 Starthände, Modell ohne Rufe
B – Riichi oder DamaWelche Entscheidung bringt mehr Punkte?Erwartungswert aus Houou-Gewinn-/Deal-in-Raten und der Punkteformel aus A

A: Der Punkte-Kern – was eine Hand nach EMA 2025 wirklich wert ist

Die Grundlage für die Riichi-gegen-Dama-Rechnung (Teil B) ist eine exakte Umsetzung der Punkteformel aus den EMA Riichi Competition Rules 2025, Abschnitt 4.1.2. Im Selbsttest reproduziert die Formel alle 121 gedruckten Einzelwerte der beiden offiziellen Anhangtabellen (Ost 48, Nicht-Ost 73 Werte) sowie sämtliche Limit-Zeilen und Yakuman-Werte – keine Stichprobe, sondern jede einzelne gedruckte Zahl.

Zwischen EMA 2025 und der Online-Praxis unterscheiden sich nur die Grenzfälle:

HandEMA 2025EMA 2016 / Online ohne KiriageOnline mit Kazoe/Doppel-Yakuman
4 Han, 30 Fu, Nicht-Ost, Ron8.0007.7007.700
3 Han, 60 Fu, Nicht-Ost, Ron8.0007.7007.700
4 Han, 30 Fu, Ost, Ron12.00011.60011.600
13 Han, Nicht-Ost, Ron24.000 (Sanbaiman)24.00032.000 (Kazoe-Yakuman)
Doppel-Yakuman, Nicht-Ost, Ron32.00032.00064.000

Ron = Zahlung des Abwerfenden. Alle übrigen Han/Fu-Kombinationen sind zwischen den Regelwerken identisch.

Der Unterschied betrifft also nur Kiriage (die in EMA 2025 geltende, in EMA 2016 fehlende Regel, dass 4 Han/30 Fu und 3 Han/60 Fu auf die Mangan-Grenze aufgerundet werden) und die Frage, ob sehr hohe Hände (13 Han+) und Doppel-Yakuman überhaupt als eigene Stufe zählen oder auf die nächstniedrige Grenze gedeckelt werden. Für alle übrigen Han/Fu-Kombinationen zahlen EMA-Club und Online-Plattform dasselbe. Rote Fünfen wirken anders: Sie ändern nicht die Tabelle, sondern machen einzelne Hände um ein Han teurer.

Alle 121 Werte, für beide Regelwerke und mit Ihrer eigenen Hand, können Sie direkt im Mahjong-Punkterechner nachrechnen; er zeigt außerdem, wann die Kiriage-Regel greift und wann eine Hand als Kazoe- statt als reguläres Yakuman zählt. Welche Streitfragen zwischen den Regelwerken sich in der Praxis am häufigsten stellen, klären die Mahjong-Spielregeln mit den Abweichungen je Variante.

C: Wie wahrscheinlich ist eine komplette Starthand? Tenhou exakt nachgerechnet

„Tenhou“ ist die japanische Bezeichnung dafür, dass der Startspieler (Ost) direkt mit der ausgeteilten 14-Steine-Hand gewinnt, noch bevor er einen einzigen Stein abgeworfen hat. Im Netz kursiert dazu ein Sekundärzitat von „rund 1 zu 330.000″ – ohne Primärquelle oder Herleitung.

Wir haben es nachgerechnet, mit einer vollständigen Aufzählung aller möglichen kompletten 14-Stein-Muster (Standardform, Sieben Paare und die Sonderhand Kokushi getrennt gezählt), gewichtet mit der Zahl der Stein-Auswahlen je Muster, gegen alle 4.250.305.029.168.216.000 möglichen Starthände (die Zahl der Kombinationen, 14 aus 136 Steinen zu ziehen). Das ist keine Simulation, sondern eine exakte Zählung.

Ergebnis: 1 zu 330.530 (0,000303 %). Das bestätigt das kursierende Zitat „rund 1 zu 330.000″. Von den zugrundeliegenden Auswahlen entfallen 12.857.769.584.826 auf Standardform und Sieben Paare zusammen, 1.308.622.848 auf Kokushi.

Realistischer als dieser Extremfall ist die Verteilung der Shanten-Zahl direkt nach dem Geben – gemessen per Monte-Carlo-Rechnung über je vier Millionen Starthände:

ShantenNicht-Ost (13 Steine)Ost (14 Steine, vor dem ersten Abwurf)
−1 (komplett, Tenhou)0,000 %0,000 %
0 (Tenpai)0,007 %0,069 %
10,614 %2,328 %
29,374 %19,465 %
336,210 %43,978 %
439,869 %28,515 %
513,091 %5,487 %
60,835 %0,156 %

Monte-Carlo-Rechnung, je 4.000.000 Starthände. Mittlere Shanten-Zahl: Nicht-Ost 3,58, Ost 3,16.

Balkendiagramm: Shanten-Zahl der Starthand, Nicht-Geber mit 13 Steinen gegen Geber mit 14 Steinen, je 4 Millionen simulierte Hände. Häufigste Starthand beim Nicht-Geber 4-Shanten mit 39,869 %, beim Geber 3-Shanten mit 43,978 %. Schon mit der Starthand Tenpai: 0,007 % beziehungsweise 0,069 %

Zwei Dinge fallen auf. Erstens: Die Zeile „−1″ zeigt hier 0,000 %, obwohl das exakte Ergebnis oben 0,000303 % lautet – kein Widerspruch, sondern reine Rundung auf drei Nachkommastellen bei nur vier Millionen Stichproben (erwartet wären rund zwölf Treffer). Für eine so seltene Größe ist die vollständige Aufzählung der verlässlichere Weg, die Monte-Carlo-Stichprobe für die deutlich häufigeren Shanten-Stufen 1 bis 6.

Zweitens: Der Geber (Ost, 14 Steine) startet im Mittel bei 3,16 Shanten gegenüber 3,58 bei den übrigen drei Spielern – der Extrastein macht sich bemerkbar, ersetzt aber keine gute Hand. Selbst Ost braucht in 43,978 % der Fälle noch 3 Steinwechsel bis Tenpai.

D: Der Weg zum Tenpai – wie viele Züge braucht welche Starthand?

Diese Rechnung schließt die erste der drei oben benannten Lücken. Das Modell: 40.000 zufällige Starthände, ein Spieler zieht aus den übrigen 123 Steinen und wirft nach reiner Effizienz ab (niedrigste Shanten-Zahl, dann meiste Anschlussmöglichkeiten), höchstens 18 Züge lang. Ohne Rufe, ohne Gegner, ohne Abwehr – die Zugzahlen sind deshalb eine Obergrenze gegenüber echtem Spiel, in dem gerufene Steine und gegnerische Abwürfe zusätzlich beschleunigen.

Start-ShantenAnteil StarthändeTenpai bis Zug 6bis Zug 9bis Zug 12bis Zug 18Züge bis Tenpai (Mittel, wenn erreicht)
10,6 %51,9 %67,1 %81,1 %90,9 %6,5
29,5 %24,3 %44,3 %60,0 %81,8 %9,5
336,1 %10,2 %26,9 %45,4 %73,3 %11,1
440,0 %3,5 %16,6 %34,5 %66,1 %12,2
512,9 %1,0 %9,3 %24,7 %58,4 %13,0
60,9 %0,0 %6,2 %18,8 %55,4 %13,8

Monte-Carlo-Modell, 40.000 Starthände, ohne Rufe, höchstens 18 Züge.

Liniendiagramm: Anteil der Hände, die bis Zug 6, 9, 12 und 18 Tenpai sind, je Shanten-Zahl der Starthand, eigene Rechnung mit 40.000 Starthänden ohne Rufe. Bis Zug 18: 1-Shanten 90,9 %, 2-Shanten 81,8 %, 3-Shanten 73,3 %, 4-Shanten 66,1 %, 5-Shanten 58,4 %. Bis Zug 12 erreicht eine 3-Shanten-Hand 45,4 %

Auffällig ist, wie stark jede einzelne Shanten-Stufe die Dauer verlängert. Nicht linear, sondern beschleunigt gegen Ende:

ÜbergangZüge im MittelHouou-Wert laut Fananalyse (mit Rufen)
6 → 5 Shanten1,19–
5 → 4 Shanten1,540,84
4 → 3 Shanten1,901,0
3 → 2 Shanten2,711,3
2 → 1 Shanten4,142,0
1 → 0 Shanten (Tenpai)4,82–

Die Form dieser Rechnung deckt sich mit der einzigen aus der Literatur extrahierbaren Houou-Kennzahl (0,84/1,0/1,3/2,0 Züge je Stufe): Jede tiefere Stufe dauert länger, am stärksten die letzten Schritte vor der Wartestellung. Das Niveau liegt in unserem Modell rund doppelt so hoch – erwartbar, weil das Modell weder Rufe noch gegnerische Abwürfe kennt, beides beschleunigt den Handaufbau erheblich.

Für die Praxis heißt das: Die Tabelle ist die vorsichtige Seite. Mit Rufen und Gegner-Abwürfen werden echte Hände eher früher Tenpai – die Anteile sind Untergrenzen, die Zugzahlen Obergrenzen.

B: Riichi oder Dama? Der Erwartungswert in Punkten

Das ist der Kernbefund des gesamten Pakets, deshalb hier mit der vollständigen Rechnung statt nur mit dem Auszug aus Hub und Strategie-Guide.

Dama (Damaten, „stille Tenpai“) heißt: Die Hand ist fertig, wird aber nicht mit Riichi angesagt. Das kostet den garantierten Extra-Han und die Chance auf Ura-Dora (zusätzliche Bonuskacheln, die erst nach dem Gewinn aufgedeckt werden), erhält aber Flexibilität – der Wait lässt sich noch verbessern, und Gegner erkennen die Bedrohung nicht.

Verfahren: Erwartungswert = Gewinnchance × Handwert − Deal-in-Risiko × Einzahlung, dazu Gegner-Tsumo (ein Drittel der Einzahlung) und Remis in Wartestellung (+1.500), getrennt für Riichi und Dama gerechnet. Die Gewinn- und Deal-in-Raten stammen aus 893.440 ausgewerteten Tenhou-Houou-Partien, aufgeschlüsselt nach vier Wartestein-Klassen und drei Zugphasen, samt Tsumo-Anteil an den Gewinnen (Riichi 34–58 %, Dama 27–34 %), der die Gewinne in Ron und Tsumo aufteilt; die Dama-Raten beziehen sich ausschließlich auf Hände mit mindestens drei Dora (Definition der Datenquelle). Die Punktwerte kommen aus der Formel aus Teil A, die Ura-Dora-Verteilung aus einer eigenen Monte-Carlo-Rechnung über 20.904 Modell-Gewinnhände (0 Ura-Dora 71,3 %, 1 = 21,0 %, 2 = 5,8 %, 3 = 1,9 %; Mittel 0,385).

WartesteinPhaseRiichi: GewinnchanceDama: GewinnchanceRiichi: Deal-inDama: Deal-in
Ryanmen (beidseitig)früh (Zug 1–6)69,2 %76,7 %7,1 %6,4 %
Ryanmenmitte (Zug 7–11)50,8 %60,4 %10,4 %10,4 %
Ryanmenspät (Zug 12–15)33,4 %40,4 %8,6 %10,6 %
Sanmenchan (dreiseitig)früh (Zug 1–6)80,4 %88,0 %4,7 %3,6 %
Sanmenchanmitte (Zug 7–11)61,9 %67,5 %8,3 %9,0 %
Sanmenchanspät (Zug 12–15)42,3 %47,5 %7,6 %9,9 %
Einzelwartestein (Kanchan, Penchan, Tanki auf Zahl)früh (Zug 1–6)51,8 %60,3 %11,0 %10,7 %
Einzelwartesteinmitte (Zug 7–11)35,9 %39,8 %13,7 %14,2 %
Einzelwartesteinspät (Zug 12–15)21,9 %23,4 %10,3 %12,3 %
Shanpon (Doppelpaar)früh (Zug 1–6)67,8 %64,8 %8,5 %8,9 %
Shanponmitte (Zug 7–11)48,1 %43,6 %11,8 %13,0 %
Shanponspät (Zug 12–15)31,5 %26,0 %9,6 %12,4 %

Ryanmen = zweiseitiger Wait (z. B. wartet auf 3 oder 6), Sanmenchan = dreiseitige Sonderform, Einzelwartestein = Wait auf genau eine Zahlenkachel (Mittel-, Rand- oder Paarwarte; Ehren-Tanki nicht enthalten), Shanpon = Wait, bei dem eines von zwei Paaren zum Drilling wird. Datenquelle: 893.440 Houou-Partien.

Auffällig: Bei Ryanmen, Sanmenchan und Einzelwartestein gewinnt Dama häufiger als Riichi – plausibel, weil Gegner eine stille Hand nicht erkennen und weiter abwerfen; zudem stammen die Dama-Werte nur aus Händen mit mindestens drei Dora. Bei Shanpon ist es umgekehrt. Das ist aber nur die halbe Rechnung – entscheidend ist, was diese Chancen in Punkten wert sind, wenn man den garantierten Riichi-Zusatzpunkt und die Ura-Dora-Chance dagegenrechnet.

Nicht-Ost (Nicht-Geber): Vorteil von Riichi gegenüber Dama in Punkten

WartesteinPhase1 Han2 Han3 Han4 Han5 Han6 Han
Dama-Wert bei 30 Fu1.0002.0003.9008.0008.00012.000
Ryanmenfrüh1.1992.0952.5831.2471.541862
Ryanmenmitte6321.2401.518334560−113
Ryanmenspät200588753−5365−374
Sanmenchanfrüh1.4872.5393.1571.5432.1021.143
Sanmenchanmitte1.0351.8402.3171.0581.488760
Sanmenchanspät4991.0291.316421623166
Einzelwartesteinfrüh6831.3081.61543566236
Einzelwartesteinmitte28373599422744131
Einzelwartesteinspät−102183355−7353−160
Shanponfrüh1.2042.1442.8811.5982.4021.649
Shanponmitte6791.3721.9291.1681.6531.298
Shanponspät2487291.1477461.092934

Punkte je Hand, negativ (fett) = Dama besser. EMA 2025, Ron-Wert.

Farbraster: Vorteil von Riichi gegenüber Dama in Punkten je Hand, Nicht-Geber, 30 Fu, EMA 2025, eigene Rechnung. Vier Wartestein-Klassen mal drei Zugphasen mal 1 bis 6 Han. Alle Zellen positiv, also Riichi besser, außer sechs Zellen: Ryanmen Mitte 6 Han −113, Ryanmen spät 4 Han −53 und 6 Han −374, Einzelwartestein spät 1 Han −102, 4 Han −73 und 6 Han −160. Größter Vorteil 3.157 Punkte bei Sanmenchan früh mit 3 Han

Bei 40 Fu verschiebt sich der Dama-Wert (5.200 statt 3.900 bei 3 Han) so weit nach oben, dass der Riichi-Vorteil bei 3 Han in der Schlussphase auf nahe null schrumpft: +32 Punkte (Ryanmen, spät) und −65 Punkte (Einzelwartestein, spät) – die Han-4-bis-6-Zeilen bleiben unverändert, weil dort ohnehin die Limits (Mangan, Haneman) greifen.

Ost (Geber): dieselbe Rangfolge, höhere Beträge

Als Geber ist jede Hand um die Hälfte mehr wert (Ron-Zahlungen sind für Ost 1,5-fach so hoch wie für Nicht-Ost). Das Muster bleibt fast gleich:

WartesteinPhase1 Han2 Han3 Han4 Han5 Han6 Han
Dama-Wert bei 30 Fu1.5002.9005.80012.00012.00018.000
Ryanmenfrüh1.8873.3424.0211.9912.4311.414
Ryanmenmitte1.1072.1012.4786811.02011
Ryanmenspät5051.1411.360138315−343
Sanmenchanfrüh2.2853.9924.8642.4113.2501.811
Sanmenchanmitte1.6422.9453.6201.7062.3511.260
Sanmenchanspät9031.7622.1618031.106420
Einzelwartesteinfrüh1.1652.1822.6038121.153214
Einzelwartesteinmitte6241.3571.719555875261
Einzelwartesteinspät11156981316235233
Shanponfrüh1.8703.3714.4412.4943.6992.570
Shanponmitte1.1682.2713.0811.9252.6522.120
Shanponspät5831.3431.9541.3451.8641.626

Punkte je Hand, negativ (fett) = Dama besser. EMA 2025, Ron-Wert.

Als Geber liegt Riichi in fast allen Zellen vorn; Dama bleibt nur bei Ryanmen, spät, 6 Han knapp vorn (−343 Punkte, gegenüber −374 als Nicht-Geber). Die knappen Nicht-Geber-Ausnahmen bei 1 und 4 Han (Einzelwartestein bzw. Ryanmen, spät) kippen als Geber zu Riichi (+111, +138, +162).

Ändert die Regel etwas? Robustheitsprüfung

Eine zentrale Frage für den deutschen Clubtisch: Verschiebt sich das Ergebnis, wenn statt EMA 2025 die Online-Punktezählung (keine Kiriage, Kazoe-Yakuman) gilt, oder wenn man die Deal-in-Einzahlung (im Standardfall 5.639 Punkte, der Houou-Mittelwert) niedriger oder höher ansetzt? Geprüft am Beispiel Ryanmen, Nicht-Ost, 30 Fu:

EinzahlungRegelwerkPhase1 Han2 Han3 Han4 Han5 Han6 Han
4.000EMA 2025früh1.2162.1132.6001.2641.558879
4.000EMA 2025mitte6401.2481.525342568−105
4.000EMA 2025spät173562726−7939−400
4.000Onlinefrüh1.2112.0942.5381.4241.558879
4.000Onlinemitte6361.2331.476469568−105
4.000Onlinespät171552692339−400
8.000EMA 2025früh1.1742.0712.5581.2221.516837
8.000EMA 2025mitte6211.2291.507323549−124
8.000EMA 2025spät238626790−15103−336
8.000Onlinefrüh1.1692.0522.4961.3821.516837
8.000Onlinemitte6171.2141.457450549−124
8.000Onlinespät23561675667103−336

Punkte je Hand, negativ = Dama besser.

Ergebnis der Prüfung: Über beide Einzahlungsannahmen (4.000 und 8.000 statt 5.639 Punkte) bleibt das Vorzeichen in jeder Zelle stabil. Der Unterschied zwischen EMA 2025 und Online-Punktezählung beträgt über alle Tabellen höchstens 259 Punkte je Zelle. Das Vorzeichen kippt dabei nur in einem Grenzfall, und zwar durch die Kiriage-Regel: Nicht-Geber, Ryanmen, spät, 4 Han bei 30 Fu (EMA −53, online +29) – beide Werte liegen praktisch bei null. Rote Fünfen sind nicht gesondert modelliert; die zugrunde liegenden Houou-Raten stammen aber aus Partien mit roten Fünfen.

💡 Faustregel: Die verbreitete Schwelle „Dama ab 6.400 Punkten“ trägt nach Punkten nicht. Früh und in der Mitte der Hand ist Riichi bei jedem guten Wait die rechnerisch bessere Wahl, unabhängig davon, ob EMA- oder Online-Regeln gelten. Ab Zug 12 schrumpft der Vorteil bei Ryanmen und Einzelwartestein ab einem Dama-Wert von 8.000 Punkten auf nahe null; knapp vorn liegt Dama dort vor allem, wo Riichi den Ron-Wert nicht mehr erhöht (4 Han/30 Fu nach EMA, 6 Han). Bei Sanmenchan und Shanpon bleibt Riichi auch spät klar vorn.

Was diese Rechnung nicht zeigt: Sie misst Punkte je Hand, keine Turnier-Platzierung – bei knapper Führung oder Uma-Wertung kann eine Dama-Entscheidung aus anderen Gründen richtig sein. Die Gewinn- und Deal-in-Raten stammen zudem aus dem Houou-Rang, der obersten Tenhou-Liga; wie sich die Raten am durchschnittlichen Clubtisch verschieben, ist nicht gemessen. Plausibel ist, dass Gegner dort schwächer abwehren, was eher für Riichi spräche.

So haben wir gerechnet: Methode und Prüfung

Vier eigene Berechnungen, ein gemeinsamer Maßstab: Jede Zahl auf dieser Seite muss sich gegen eine unabhängige Quelle oder eine zweite eigene Methode prüfen lassen, bevor sie veröffentlicht wird.

Shanten-Bestimmung. Alle vier Rechnungen nutzen die quelloffene Python-Bibliothek `mahjong` (Version 2.0.0, MIT-Lizenz, laut Entwicklerangabe gegen über 26 Millionen echte Tenhou-Phoenix-Hände geprüft) als Referenz. Zusätzlich haben wir eine eigene Shanten-Zerlegung geschrieben und als Gegenprobe laufen lassen: Auf 105.193 Händen ohne Vierling stimmen beide Methoden vollständig überein. Bei 14.807 Händen mit einem Vierling weichen 57 Fälle ab – durch eine bekannte Konvention (wer auf einen Stein wartet, von dem er selbst alle vier Exemplare hält, ist nicht Tenpai), die unsere eigene Funktion nicht kannte. Deshalb rechnen alle Teile mit der Bibliothek; die eigene Zerlegung dient nur als Gegenprobe.

Selbsttest. Ein automatisierter Selbsttest mit 52 Einzelprüfungen bestand 52 von 52 – von den 121 reproduzierten EMA-Tabellenwerten über Limit-Grenzen und Chiitoitsu-Sonderfälle bis zur Konsistenz der Shanten- und Starthand-Verteilungen.

Korrekturen, offen benannt. Drei Fehler traten auf; zwei wurden vor Veröffentlichung behoben, einer nach einer unabhängigen Gegenlese am 29.09.2026:

  • Die erste Fassung der Ura-Dora-Verteilung zog zufällige Gewinnhände aus beliebigen Satztypen und enthielt dadurch deutlich zu viele Drillinge; ersetzt durch Hände, die das Effizienz-Modell tatsächlich erreicht. Das Ergebnis von Teil B verschob sich dadurch um weniger als 250 Punkte je Zelle, kein Vorzeichen kippte.
  • Die Datenquelle führt den Tsumo-Wert als Anteil an den Gewinnen; die erste Fassung von Teil B las ihn als eigene Wahrscheinlichkeit und zog ihn von der Gewinnchance ab. Dadurch wurde die Ron-Chance zu klein, bei Riichi teils sogar negativ. Korrigiert verschwanden die zuvor gemeldeten Dama-Fälle bei 5 Han; Dama liegt seither nur noch knapp und vor allem bei 4 Han/30 Fu und 6 Han in der Schlussphase vorn. Alle Tabellen dieser Seite zeigen die korrigierte Rechnung.
  • Drei Sollwerte im ersten Entwurf des Selbsttests waren selbst falsch (eine Hand war fälschlich als „nicht komplett“ hinterlegt, eine Plausibilitätsschwelle war geschätzt statt gezählt, ein Tabellen-Parser las Limit-Zeilen in die falsche Han-Stufe ein) – alle drei waren Testfehler, keine Rechenfehler, und wurden korrigiert, bevor der Selbsttest bestand.

Gegenproben zwischen den vier Teilen. Die Starthand-Verteilung aus Teil D (40.000 Stichproben) trifft die Vier-Millionen-Monte-Carlo aus Teil C nahe (3-Shanten 36,14 % gegenüber 36,21 %, 4-Shanten 40,05 % gegenüber 39,87 %) – zwei unabhängig gerechnete Stichproben derselben Grundgesamtheit bestätigen sich gegenseitig.

Was diese Zahlen nicht zeigen: Grenzen des Modells

Zur Ehrlichkeit einer Preisliste mit Kommastellen gehört, was sie nicht kann:

  • Teil B misst Punkte je Hand, keine Turnier-Platzierung. Entscheidungen mit Blick auf Rang und Uma können anders richtig sein als der reine Punkte-Erwartungswert.
  • Die Dama-Raten in Teil B stammen ausschließlich aus Händen mit mindestens drei Dora – die Definition der zugrunde liegenden Datenquelle. Billigere verdeckte Hände könnten von Gegnern anders behandelt werden.
  • Alle Gewinn- und Deal-in-Raten in Teil B sind Houou-Niveau (oberste Tenhou-Liga, 2016–2020, mit roten Fünfen) – für den durchschnittlichen Clubtisch sind sie nicht gemessen.
  • Teil B rechnet ohne Ippatsu (den Bonus für einen Gewinn im ersten Zug nach der Riichi-Ansage), weil dafür keine passende Rate vorlag – das unterschätzt den Riichi-Vorteil eher, als ihn zu überschätzen.
  • Teil D kennt weder Rufe noch Gegner noch Abwehr. Die Zugzahlen bis Tenpai sind deshalb eine Obergrenze, kein realistischer Mittelwert für echtes Spiel.
  • Teil B vereinfacht die Fu: 30-Fu-Hände werden wie Pinfu-Hände behandelt (20 Fu bei Tsumo), 40-Fu-Hände mit 30 Fu bei Tsumo. Andere Fu-Stufen rechnet der Punkterechner, nicht diese Tabelle.
  • Die Wartestein-Klassen in Teil B sind ungewichtet gemittelt, weil die Datenquelle nur Raten, keine Fallzahlen enthält.

Häufige Fragen zu Mahjong-Wahrscheinlichkeiten

Wie wurde die Tenhou-Wahrscheinlichkeit 1 zu 330.530 berechnet?

Über eine vollständige Aufzählung aller möglichen kompletten 14-Stein-Muster (Standardform, Sieben Paare, Kokushi getrennt), gewichtet mit der Zahl der Stein-Auswahlen je Muster, gegen alle 4.250.305.029.168.216.000 möglichen Starthände. Das ist keine Simulation, sondern eine exakte Zählung – deshalb lässt sich der Wert auf sechs signifikante Stellen angeben.

Wie zuverlässig ist die eigene Shanten-Berechnung?

Sie basiert auf der quelloffenen Bibliothek `mahjong` (gegen über 26 Millionen echte Tenhou-Hände geprüft, laut Entwicklerangabe) und wurde zusätzlich gegen eine unabhängig geschriebene eigene Zerlegung gegengeprüft: Auf über 105.000 Testhänden ohne Vierling stimmen beide Methoden vollständig überein.

Warum unterscheiden sich die Riichi-Dama-Werte zwischen Geber (Ost) und den übrigen Spielern?

Weil die Ron-Zahlungen für den Geber grundsätzlich das 1,5-Fache der Nicht-Geber-Werte betragen. Die Entscheidung bleibt fast überall dieselbe (Riichi vorn); als Geber liegt Dama nur noch bei Ryanmen, spät, 6 Han knapp vorn, während die knappen Nicht-Geber-Ausnahmen bei 1 und 4 Han als Geber zu Riichi kippen.

Woher stammen die Gewinn- und Deal-in-Raten für die Riichi-gegen-Dama-Rechnung?

Aus einer Auswertung von 893.440 Tenhou-Partien der höchsten Liga (Houou-Rang), aufgeschlüsselt nach Wartestein-Art und Zugphase. Das ist Profi-Niveau mit Online-Regeln (rote Fünfen). Für den durchschnittlichen Clubtisch gibt es keine vergleichbaren Daten.

Ändert sich die Riichi-oder-Dama-Entscheidung zwischen EMA- und Online-Regeln?

Kaum. Der Unterschied zwischen EMA- und Online-Punktezählung liegt bei höchstens 259 Punkten je Zelle; das Vorzeichen kippt nur in einem Grenzfall (4 Han/30 Fu, spät, durch Kiriage), in dem beide Werte praktisch bei null liegen. Eine andere Annahme zur Deal-in-Einzahlung (4.000 oder 8.000 Punkte) ändert im geprüften Beispiel (Ryanmen, Nicht-Geber, 30 Fu) kein Vorzeichen.

Ist Mahjong nach diesen Zahlen eher Glück oder Können?

Beides, aber zeitlich getrennt. Die Starthand ist reiner Zufall (mittlere Shanten-Zahl 3,58), und selbst Profis der obersten Tenhou-Liga gewinnen im Schnitt 20,87 % ihrer Hände – ungefähr so viel, wie bei vier Personen am Tisch und 15,5 % Händen ohne Gewinner rechnerisch auf jede Person entfällt. Über viele Hände hinweg setzen sich aber Handaufbau-Entscheidungen wie Riichi oder Dama durch, die sich – wie diese Seite zeigt – tatsächlich in Punkten beziffern lassen.

Fazit

Drei Zahlen dieser Seite lohnen sich zu merken: 1 zu 330.530 für die Seltenheit einer kompletten Starthand, 73,3 % als Beispiel dafür, wie lange selbst eine durchschnittliche Hand bis zur Wartestellung braucht (3-Shanten bis Zug 18), und höchstens 259 Punkte als Beleg dafür, wie wenig die Wahl zwischen EMA- und Online-Regeln die Riichi-oder-Dama-Entscheidung verschiebt.

Für die nächste Partie heißt das vor allem: Bewerten Sie eine Starthand nüchtern nach ihrer Shanten-Zahl statt nach Bauchgefühl, und sagen Sie bei einem guten Wait fast immer Riichi an – die feste Regel „Dama ab 6.400 Punkten“ hält der Rechnung nicht stand. Wie sich diese Erkenntnis in konkrete Entscheidungen am Tisch übersetzt, von der Handbewertung bis zur Frage, wann Sie aufgeben sollten, zeigt der Riichi-Strategie-Guide.

Quellen und Datenbasis

  • European Mahjong Association: Riichi Competition Rules 2025, http://mahjong-europe.org/portal/images/docs/Riichi-rules-2025-EN.pdf – abgerufen 28.09.2026 – Punkteformel, Kiriage-Regel, Limits, Anhangtabellen.
  • chienshyong: `houou-statistics` (GitHub-Repo), https://github.com/chienshyong/houou-statistics – abgerufen 28.09.2026 – Gewinn- und Deal-in-Raten aus 893.440 Tenhou-Houou-Partien für die Riichi-gegen-Dama-Rechnung.
  • Path of Houou (datengetriebene Fananalyse), „Analysis – Average Houou Player“, https://pathofhouou.blogspot.com/2020/01/analysis-average-houou-player.html – abgerufen 28.09.2026 – Houou-Basisstatistik (Rufrate, Sieg-, Riichi- und Deal-in-Rate, Handwert).
  • Path of Houou, „Analysis – Average Houou Game“, https://pathofhouou.blogspot.com/2019/08/analysis-average-houou-game.html – abgerufen 28.09.2026 – Ryuukyoku-Anteil, Ron/Tsumo-Verhältnis.
  • osamuko.com, „Identifying Dangerous Suji“, https://osamuko.com/identifying-dangerous-suji/ – abgerufen 28.09.2026 – Suji-Fallen-Statistik aus über 900.000 Riichi-Händen.
  • riichi.wiki, Artikel „Suji“ (über Wayback-Machine-Snapshot vom 20.05.2026 verifiziert) – relative Gefahr einzelner Suji-Klassen.
  • Li, Koyamada, Ye u. a.: „Suphx: Mastering Mahjong with Deep Reinforcement Learning“, arXiv:2003.13590 (2020), https://arxiv.org/pdf/2003.13590 – abgerufen 28.09.2026 – Stable-Rank-Wert der KI Suphx.
  • Wang, Li, Lu, Li: „Adapting Rules of Official International Mahjong for Online Players“, arXiv:2601.08211 (2026), https://arxiv.org/pdf/2601.08211 – abgerufen 28.09.2026 – MCR-Erstzieher-Vorteil aus 557.056 KI-Selbstspiel-Partien.
  • MahjongRepository: `mahjong` (Python-Bibliothek, Han/Fu/Yaku/Shanten), MIT-Lizenz, https://github.com/MahjongRepository/mahjong – Referenzimplementierung für die eigene Shanten-Gegenprobe.
  • Eigene Berechnung: Spielstrategen, Stand September 2026 – exakte Aufzählung aller kompletten Starthände (Tenhou), Monte-Carlo-Simulation der Shanten-Verteilung und des Wegs zum Tenpai (je ohne Rufe), Punkte-Erwartungswertrechnung Riichi gegen Dama auf Basis von Fremddaten, Punkteformel nach EMA 2025 mit vollständigem Selbsttest gegen die offiziellen Anhangtabellen.

Zitieren: Spielstrategen (2026): „Mahjong-Wahrscheinlichkeit in Zahlen: Starthand, Tenpai-Weg und Riichi oder Dama“, https://spielstrategen.de/spiele/mahjong/zahlen/ – eigene Berechnungen, Stand: September 2026. Zahlen dürfen mit Quellenangabe übernommen werden.