· Von Stefan
Schnelle Antwort: Laut Regelheft zahlt Frei Parken nichts: Steuern und Strafen gehen an die Bank. Wer ein Grundstück nicht kauft, löst eine Versteigerung aus, Häuser werden gleichmäßig gebaut, und eine komplette unbebaute Farbgruppe bringt die doppelte Grundmiete. Im Gefängnis dürfen Sie weiter kassieren, bauen und handeln.
Quellen: Regelhefte von Hasbro (deutsches Regelheft als PDF, englisches Regelheft als PDF). Wie Sie öfter gewinnen: der Monopoly-Strategie-Guide.
Fast jede Monopoly-Partie kennt diesen Moment: Jemand zieht eine Karte, jemand anderes widerspricht mit „bei uns war das immer anders“, und am Ende einigt sich der Tisch auf eine Regel, die im Heft so gar nicht steht. Das ist kein Einzelfall. Eine im Auftrag von Hasbro durchgeführte Umfrage (GfK, März 2014, 1.005 Befragte in Deutschland) ergab: 91 Prozent spielen nach eigenen Hausregeln – obwohl 95 Prozent angeben, das Regelwerk zu kennen.
Die Studie selbst ist nicht öffentlich; die Zahlen sind über mehrere unabhängige Wiedergaben belegt, eine Methodendokumentation liegt uns nicht vor. Als Auftragsstudie des Herstellers ist sie entsprechend vorsichtig zu lesen.
Diese Seite ist keine weitere Spielanleitung zum Nachlesen, sondern eine Klärung genau der Stellen, an denen Hausregel und Originalregel auseinanderlaufen – mit der offiziellen Antwort aus dem deutschen und englischen Hasbro-Regelheft und, bei der folgenreichsten Hausregel, die wir durchgerechnet haben, mit einer eigenen Rechnung, was sie eine Partie tatsächlich kostet. Sie ergänzt das Monopoly-Portrait und gehört wie alle Kurzregeln zur Spiele-Übersicht auf Spielstrategen.
Die Kurzantwort oben deckt die sechs Kernregeln ab. Was sie nicht zeigt: was ausgerechnet die Frei-Parken-Hausregel an Spielzeit kostet, wie sich Hasbro selbst zweimal öffentlich dazu geäußert hat, und welche Streitfragen selbst in Regelforen bis heute ungelöst bleiben. Alles das folgt unten.
Monopoly Frei Parken: Warum das Feld nichts bringt – und was die Hausregel kostet
Laut Regelheft passiert auf Frei Parken gar nichts: keine Zahlung, keine Karte, keine Bewegung. Die ausführlichen Regelhefte halten wörtlich fest, ein Spieler erhalte dort „kein Geld, kein Eigentum und keine Belohnung irgendeiner Art“; in den heute beiliegenden Kurzanleitungen ist der Satz gestrichen und durch „Kleine Pause! Hier passiert gar nichts“ ersetzt. Steuern und Strafgelder gehen immer an die Bank, nie in einen Topf in der Tischmitte.
Genau dieser Topf ist trotzdem eine der beiden häufigsten Hausregeln – bestätigt durch dieselbe Umfrage: 53,3 Prozent der Befragten sammeln Steuer- und Strafgelder in der Mitte und zahlen sie bei Frei Parken aus. Nur eine Abweichung ist noch etwas verbreiteter, das doppelte Gehalt bei exaktem Landen auf Los. Die volle Übersicht aller sechs abgefragten Regelabweichungen zeigt die Tabelle.
| Verbreitete Abweichung | Anteil der Befragten | Offizielle Regel |
|---|---|---|
| Geld-Topf bei Frei Parken | 53,3 % | Alles geht an die Bank, Frei Parken wirkt nicht |
| Doppeltes Gehalt bei exaktem Los-Landen | 57,5 % | Nur das normale Gehalt von 200 |
| Hausbau erst nach Verkauf aller Grundstücke | 52,4 % | Bauen ab kompletter eigener Farbgruppe erlaubt |
| Keine Miete im Gefängnis | 51,8 % | Mietkassieren im Gefängnis ist erlaubt |
| Ungleichmäßiges Bauen | 35,9 % | Gleichverteilungspflicht pro Farbgruppe |
| Kredite zwischen Spielern | 27,8 % | Zahlungsunfähigkeit führt zum Ausscheiden |
Quelle: GfK-Umfrage im Auftrag von Hasbro, März 2014, 1.005 Befragte in Deutschland. Uns liegt die Studie nicht im Original vor, sondern über mehrere unabhängige Wiedergaben; Erhebungsmethodik nicht dokumentiert.
Hasbro selbst hat sich zur Frei-Parken-Frage zweimal öffentlich positioniert. 2014 ließ der Hersteller weltweit über die offizielle Facebook-Seite abstimmen, welche Hausregeln in eine eigene „Hausregel-Edition“ aufgenommen werden sollten – die Frei-Parken-Variante war eine der fünf meistgewählten und kam als eigene Edition heraus. Die Kernregeln des Hauptspiels blieben nach Hasbro-Angabe dabei ausdrücklich unverändert.
Im Januar 2025 ging Hasbro einen Schritt weiter: Eine kostenpflichtige „Free Parking Jackpot“-Erweiterung macht den Topf zum offiziellen Bestandteil: Steuern und Strafzahlungen, die sonst an die Bank gingen, wandern in einen Jackpot, die Ereignis- und Gemeinschaftsfelder werden zu Spinner-Feldern, und wer auf Frei Parken landet, kassiert. Im Erweiterungsheft heißt es sinngemäß: Eine Hausregel wird Realität.
Bemerkenswert dabei: Hasbro bewirbt die Erweiterung ausdrücklich als Zeitersparnis – sie brauche nur die halbe Spieldauer. Unsere Rechnung zur reinen Hausregel weist in die andere Richtung; die Erweiterung ändert allerdings mehr als nur den Topf. Die Kernregel des Grundspiels bleibt davon unberührt, aber Hasbro verkauft eine der beiden laut Umfrage häufigsten Abweichungen inzwischen offiziell als Zusatzprodukt.
Was das kostet, wenn Sie den Topf trotzdem spielen: Eine eigene Modellrechnung über 120.000 simulierte Partien (gepaarte Würfelfolgen, je 12.000 Partien pro Zelle) zeigt, wie stark die Wirkung von der Spielerzahl abhängt.
| Spieler | Median-Runden ohne Topf | Median-Runden mit Topf | Unterschied |
|---|---|---|---|
| 2 | 83 | 75 | −8 Runden |
| 3 | 74 | 73 | −1 Runde |
| 4 | 93 | 114 | +23 % |
| 5 | 138 | 230 | +67 % |
| 6 | 189 | 373 | fast das Doppelte |
Eigene Modellrechnung, 120.000 simulierte Partien, Median-Rundenzahl je Zelle (12.000 Partien je Zelle). Modellgrenze: kein verhandelter Handel, alle Spieler gleich stark – siehe Absatz unten.
Der Mechanismus dahinter: Monopoly endet, weil die Bank über Steuern und Strafkarten dauerhaft Geld aus dem Spiel zieht – das ist der Motor, der Partien überhaupt beendet. Der Topf schaltet diesen Abfluss ab.
Das Geld kommt stattdessen in großen Brocken an genau die Spieler zurück, die es zum Überleben brauchen. Bei vier Spielern werden dabei im Schnitt über 8.500 M umgeleitet – mehr als das gesamte Startkapital aller vier Spieler zusammen. Zu zweit und zu dritt kehrt sich der Effekt sogar um – vermutlich, weil der Topf dort seltener ausgeschüttet wird und ebenso gut dem Führenden zufallen kann; wer ihn bekommt, haben wir nicht gemessen.
Modellgrenze: Die Rechnung kennt keinen verhandelten Handel – echte Partien werden auch durch Verhandlungsgeschick entschieden, nicht nur durch Würfel und Regeln. Die absoluten Rundenzahlen liegen deshalb vermutlich über denen echter Partien; der Unterschied zwischen beiden Regelfassungen ist davon weniger betroffen, weil beide Fassungen mit derselben Handelsregel rechnen. Die vollständige Herleitung inklusive Beendet-Quoten steht im Monopoly-Datenpost.
💡 Faustregel: Spielen Sie den Frei-Parken-Topf zu viert oder mehr, vereinbaren Sie vorher ein Zeitlimit – sonst kann sich die Partie gegenüber der Originalregel spürbar bis drastisch verlängern.
Monopoly Versteigerung: Die Pflicht, die am häufigsten übergangen wird
Kauft ein Spieler ein Grundstück nicht, auf das er zieht, gehört es nicht einfach niemandem weiter – die Bank muss es laut Regelheft versteigern. Mitbieten dürfen alle, auch der Spieler, der den Kauf gerade abgelehnt hat. Das gilt ausdrücklich auch für Bahnhöfe und Werke, wie mehrere unabhängige Regelforen übereinstimmend bestätigen.
In der Praxis ist genau das die am häufigsten unbekannte Regel überhaupt. Mehrere Forendiskussionen beschreiben unabhängig voneinander, dass viele Freizeitrunden ein abgelehntes Grundstück einfach unverkauft liegen lassen, statt es zu versteigern. Das verändert das Spiel spürbar: Ohne Versteigerung bleiben Grundstücke oft dauerhaft ungenutzt, statt über den Marktpreis an denjenigen zu gehen, der sie am meisten braucht.
Offen bleibt beim Quellenvergleich nur das genaue Startgebot: Eine deutsche Quelle nennt ein frei wählbares Mindestgebot, eine andere ein festes Startgebot mit festen Bietschritten. Für den Spielausgang ist das nebensächlich – entscheidend ist die Pflicht selbst, nicht die erste Zahl.
Häuserknappheit: 32 Häuser, 12 Hotels – eine harte Grenze, die oft greift und wenig kostet
Die Packung enthält exakt 32 Häuser und 12 Hotels, keinen einzigen mehr. Ist der Vorrat leer, kann niemand mehr bauen, bis jemand Häuser an die Bank zurückverkauft; wollen mehrere Spieler gleichzeitig das letzte verfügbare Haus, wird es versteigert. Das ist keine bloße Ausstattungsfrage, sondern eine feste Regel im Heft.
Bewusst ausgenutzt wird das als „Häusersperre“: Wer mehrere eigene Straßen absichtlich bei vier Häusern stehen lässt, statt auf Hotels umzusteigen, kann den globalen Vorrat erschöpfen und Mitspielern den Ausbau verwehren. In internationalen Regelforen gilt das als anerkannte, regelkonforme Taktik, nicht als Trick am Rand der Regeln. Was sie einbringt, haben wir nicht gemessen: Unsere Simulation bildet nur die passive Knappheit ab, in der niemand absichtlich hortet. Was sich beim Bauen dagegen nachrechnen lässt, steht im Monopoly-Strategie-Guide.
Wie oft das in echten Partien überhaupt vorkommt, zeigt eine eigene Modellrechnung: Der Vorrat klemmt in jeder fünften bis dritten Partie mit ehrgeizigem Ausbauverhalten – verlängert die Partie dadurch aber nur um ein bis sieben Runden (gut ein bis knapp acht Prozent) gegenüber derselben Partie mit unbegrenztem Vorrat. Als passive Bremse kostet die Knappheit also kaum Zeit. „Ehrgeizig“ heißt hier: bis zum vierten Haus bauen statt auf Hotels umzusteigen.
Modellgrenze wie oben: kein verhandelter Handel, alle Spieler gleich stark, und die Häusersperre als Absicht ist nicht abgebildet.
Monopoly Häuser bauen: Die Regeln gelten auch beim Abbau
Innerhalb einer Farbgruppe darf kein zweites Haus auf einer Straße stehen, solange nicht jede Straße der Gruppe mindestens ein Haus hat. Das ist die bekannte Hälfte der Regel. Die unbekannte Hälfte, die deutsches und englisches Regelheft gleichermaßen festhalten: Beim Verkauf an die Bank gilt dieselbe Gleichverteilung spiegelbildlich. Sie dürfen also nicht eine Straße auf null zurückbauen, solange eine andere Straße derselben Gruppe noch mehr Häuser trägt.
Wie viele Häuser dabei in einem einzigen Bauvorgang gesetzt werden dürfen, gilt unter Vielspielern als strittig: In Regelforen behaupten manche, pro Kauf sei nur ein einziges Haus erlaubt. Das Regelheft beantwortet die Frage aber ausdrücklich – Sie dürfen jederzeit so viele Häuser kaufen und setzen, wie Urteil und Kassenstand erlauben, solange die Gleichverteilung innerhalb der Farbgruppe gewahrt bleibt. Die Foren-Position „nur ein Haus pro Kaufvorgang“ ist damit nicht offen, sondern widerlegt.
Ein selten bedachter Sonderfall: Reicht der Häuservorrat nicht mehr, um ein Hotel korrekt gegen vier Häuser einzutauschen, verweist ein internationales Regelforum auf US-Turnierregeln, wonach ein Hotel gar nicht erst gekauft werden darf, wenn der Vorrat den späteren Rückbau nicht mehr erlaubt – konsequent zu Ende gedacht aus der Gleichverteilungspflicht, für die deutsche Ausgabe aber nicht eigenständig dokumentiert.
💡 Faustregel: Gebaut werden darf jederzeit, auch außerhalb des eigenen Zugs und ohne selbst auf der Straße zu stehen – vorausgesetzt, die Farbgruppe gehört komplett Ihnen und die Gleichverteilung bleibt gewahrt.
Doppelte Miete auf unbebauter Komplettfarbe: eine oft übersehene Käuferregel
Gehören einem Spieler alle Straßen einer Farbgruppe, verdoppelt sich die Miete gegenüber dem aufgedruckten Grundwert, auch ohne ein einziges Haus. Wichtig und oft falsch gespielt: Die Verdopplung gilt je Grundstück. Sobald auf einer Straße ein Haus steht, zählt dort die gedruckte bebaute Miete – auf den weiterhin unbebauten Straßen derselben Gruppe bleibt es aber bei der doppelten Grundmiete. Das Regelheft sagt das ausdrücklich: Der Eigentümer kassiert die doppelte Miete weiter für die unbebauten Grundstücke seiner kompletten Farbgruppe. Die Bahnhöfe folgen nicht dieser Regel, sondern ihrer eigenen Staffel 25/50/100/200.
Diese Regel wird in mehreren unabhängigen Nutzer-Threads übereinstimmend bestätigt, gleichzeitig aber auch kritisiert: Sie erlaubt es dem ersten Spieler mit Komplettfarbe, Mitspieler durch reine Verkaufsverweigerung zu blockieren, ohne selbst einen Cent in den Ausbau zu investieren. Eine offizielle Alternativregel dafür gibt es nicht – nur Hausregel-Vorschläge, etwa die Verdopplung ganz zu streichen oder Hausbau bereits ohne komplette Farbgruppe zuzulassen.
Monopoly Gefängnis-Regeln: Miete kassieren ist erlaubt, bauen auch
Wer im Gefängnis sitzt, ist nur in der eigenen Fortbewegung eingeschränkt – alles andere läuft normal weiter: Miete kassieren, Häuser bauen, Grundstücke handeln, an Versteigerungen teilnehmen, Hypotheken aufnehmen. Deutsches und englisches Regelheft sind sich hier einig, und der Foren-Konsens ist entsprechend breit – inklusive dokumentierter Fälle, in denen genau diese Regel am Tisch zum Streit führte, weil ein Mitspieler die Mietzahlung verweigerte.
Frei kommt ein Spieler durch drei Wege: 50 an die Bank zahlen, eine Frei-Karte einsetzen, oder innerhalb von bis zu drei eigenen Zügen einen Pasch würfeln. Gelingt der Pasch, geht es sofort mit der gewürfelten Zahl weiter – aber ohne den sonst üblichen Bonuszug für einen Pasch. Das ist im Regelheft eindeutig geregelt, wird in Nutzerforen aber trotzdem regelmäßig unterschiedlich gespielt.
Zwei Sonderfälle rund um den Pasch bleiben dagegen auch unter Vielspielern ungeklärt. Was passiert, wenn ein Spieler außerhalb des Gefängnisses per Pasch eine Ereigniskarte zieht, die ihn direkt ins Gefängnis schickt – endet der Zug sofort, oder beginnt im Gefängnis ein neuer Zug mit erneuter Pasch-Chance? Regelforen vertreten hier ausdrücklich gegensätzliche Positionen, ohne sich zu einigen. Ebenso uneins ist eine englischsprachige Sekundärquelle mit den direkt geprüften Regelheften darüber, ob ein inhaftierter Spieler neue Grundstücke kaufen darf – das Mietkassieren betrifft dieser Streit nicht, das ist in allen geprüften Quellen unstrittig erlaubt.
Hypothek, Handel und eine Bank, die niemals bankrottgeht
Ein unbebautes Grundstück lässt sich jederzeit gegen den halben Kaufpreis an die Bank verpfänden; solange die Hypothek läuft, darf darauf keine Miete verlangt werden. Zum Auflösen zahlen Sie den Hypothekenwert plus 10 Prozent Zinsen – und dieselben 10 Prozent werden sofort fällig, wenn ein Mitspieler ein hypothekenbelastetes Grundstück per Handel übernimmt, selbst wenn er die Hypothek vorerst gar nicht ablösen will.
Gehandelt werden dürfen unbebaute Grundstücke, Bahnhöfe, Werke, Bargeld und Frei-Karten in beliebiger Kombination. Bebaute Straßen sind für den Spielerhandel dagegen komplett gesperrt: Erst müssen alle Häuser und Hotels der Gruppe zum halben Preis an die Bank zurückverkauft werden, bevor eine Straße den Besitzer wechseln darf.
Startkapital ist 1.500, Einkommensteuer 200, Zusatzsteuer 100 – jeweils an die Bank. Eine kleine, aber nie ganz geklärte Randfrage: Wie die 1.500 in einzelne Scheine aufgeteilt werden, widerspricht sich zwischen den geprüften Quellen (eine nennt 27 Scheine, eine andere 16, beide korrekt summiert). Für den Spielausgang ist das ohne Belang, für die Kassenführung am Tischanfang aber eine ehrliche Lücke.
Geht der Bank selbst das gedruckte Geld aus, ist das kein Spielende: Der Bankhalter darf laut Regelheft zusätzliches Geld improvisieren, etwa auf Papierzetteln vermerkt – die Bank kann nicht bankrottgehen, nur die Spieler.
Turnierregeln: Wie die Deutsche Meisterschaft 2015 zu lange Partien löste
Wer schon einmal eine Partie nach drei Stunden ergebnislos abgebrochen hat, findet die praktische Antwort im Turnierbetrieb. Seit der Weltmeisterschaft 2009 wird mit einem zusätzlichen Speed-Würfel gespielt, um Partien zu beschleunigen. Wichtiger für den Küchentisch ist aber das Zeitlimit: Turnierrunden sind begrenzt, und Sieger ist am Ende nicht zwingend der letzte Überlebende, sondern wer zum Zeitpunkt des Abpfiffs das höchste Gesamtvermögen aus Bargeld und Immobilienwert hat.
Genau nach diesem Muster lief die Deutsche Monopoly-Meisterschaft 2015: Die Qualifikation fand vom 11. bis 21. Mai 2015 bundesweit in 20 McDonald’s-Filialen statt, gespielt wurde mit der 80-Jahre-Jubiläumsedition, jede Runde war auf 90 Minuten begrenzt, und gewonnen hat, wer nach dieser Zeit das höchste Vermögen besaß – nicht, wer als Einziger übrigblieb. Der deutsche Meister vertrat das Land anschließend im September 2015 bei der Weltmeisterschaft in Macau.
Für eine lange Wohnzimmerrunde lässt sich dasselbe Prinzip 1:1 übernehmen: ein Zeitlimit vereinbaren und am Ende nach Vermögen werten, statt auf den letzten Bankrott zu warten. Das ist gerade dann sinnvoll, wenn gleichzeitig die Frei-Parken-Hausregel im Spiel ist – die verlängert die Partie ab vier Spielern zusätzlich, wie die Rechnung oben zeigt.
Offene Stelle: Ein vollständiges Hasbro-Turnierreglement im Volltext war in dieser Recherche nicht auffindbar; alle Angaben zu Zeitlimits und Wertung stammen aus Presseberichten zu einzelnen Austragungen, nicht aus einem offiziellen Dokument.
Häufige Fragen zu den Monopoly-Regeln
Muss man ein Grundstück kaufen, auf das man zieht?
Nein, es gibt keine Kaufpflicht. Verzichtet der Spieler auf den Kauf, wird das Grundstück stattdessen versteigert – mitbieten dürfen dabei alle Mitspieler, auch derjenige, der abgelehnt hat.
Was passiert offiziell, wenn man auf Frei Parken landet?
Nichts. Es gibt keine Zahlung, keine Karte und keine Bewegung. Der verbreitete Geld-Topf in der Tischmitte ist eine Hausregel, die laut einer Umfrage von 2014 über die Hälfte der deutschen Spieler trotzdem nutzt.
Darf man im Gefängnis Miete kassieren?
Ja, uneingeschränkt. Ein inhaftierter Spieler darf weiterhin Miete kassieren, Häuser bauen, handeln und an Versteigerungen teilnehmen – nur die eigene Fortbewegung ist blockiert.
Wie viele Häuser darf man gleichzeitig kaufen?
So viele, wie Urteil und Kassenstand erlauben – das Regelheft sagt das ausdrücklich. Die einzige Grenze ist die Gleichverteilung: Auf keiner Straße der Farbgruppe darf ein zweites Haus stehen, bevor jede Straße der Gruppe ein erstes hat. Die in Foren verbreitete Gegenposition „nur ein Haus pro Kaufvorgang“ steht so nicht in der Anleitung.
Was passiert, wenn der Bank das Spielgeld ausgeht?
Nichts Dramatisches: Die Bank kann laut Regelheft nicht bankrottgehen. Der Bankhalter darf notfalls zusätzliches Geld improvisieren, etwa auf einfachem Papier vermerkt.
Ist die Versteigerung Pflicht, wenn jemand ein Grundstück nicht kauft?
Ja. Verzichtet der ziehende Spieler auf den Kauf, muss die Bank das Grundstück laut Regelheft versteigern – das gilt auch für Bahnhöfe und Werke.
Gilt die doppelte Miete auch für bebaute Straßen?
Die Verdopplung gilt für die unbebauten Straßen einer komplett im Besitz eines Spielers befindlichen Farbgruppe – und zwar je Grundstück. Steht auf einer Straße der Gruppe ein Haus, zählt dort die gedruckte bebaute Miete; auf den unbebauten Straßen derselben Gruppe gilt die doppelte Grundmiete weiter. Das steht so im Regelheft.
Fazit: Die meisten Streitfragen sind längst geklärt – nur eben nicht im eigenen Wohnzimmer
Die sechs großen Monopoly-Streitfragen haben durchweg eine eindeutige offizielle Antwort: Frei Parken zahlt nichts, Versteigerung ist Pflicht, Häuser haben eine harte Obergrenze, Gleichverteilung gilt in beide Richtungen, unbebaute Komplettfarben kosten doppelt, und im Gefängnis läuft das Spiel für den Inhaftierten normal weiter. Die folgenreichste Abweichung – der Geld-Topf bei Frei Parken – kostet messbar Zeit: Ab vier Spielern verlängert sie die Partie messbar, ab sechs beinahe auf das Doppelte.
Ob Sie diese Hausregeln trotzdem spielen, ist Geschmackssache – Hasbro selbst verkauft eine der beiden häufigsten davon inzwischen offiziell. Wichtiger als die Entscheidung ist, sie bewusst zu treffen und bei langen Partien ein Zeitlimit einzuplanen. Wie unterschiedlich Grundregel und verbreitete Hausregel bei einem Brettspiel-Klassiker auseinanderfallen können, zeigt mit derselben Systematik auch der Backgammon-Regel-Guide – dort sorgt eine fehlerhafte deutsche Übersetzung für ganz ähnliche Verwirrung am Tisch.
Quellen und Datenbasis
- Deutsches und englisches Hasbro-Regelheft der Standardausgabe (Herstellerdokumente), abgerufen im September 2026 – Grundlage aller Regelaussagen dieser Seite.
- Umfrage im Auftrag von Hasbro (GfK, März 2014, 1.005 Befragte in Deutschland) zur Verbreitung von Hausregeln. Uns liegt die Studie nicht im Original vor, sondern über mehrere unabhängige Wiedergaben; die Erhebungsmethodik ist nicht dokumentiert.
- Presseberichte zur Hasbro-Abstimmung über Hausregeln (April 2014) und zur Erweiterung „Free Parking Jackpot“ (Januar 2025).
- Berichterstattung zur Deutschen Monopoly-Meisterschaft 2015 (Zeitlimit, Wertung nach Gesamtvermögen). Ein offizielles Turnierreglement im Volltext lag uns nicht vor.
- Streitfragen und Originalformulierungen aus deutschen und englischen Spieler-Communities.
- Eigene Rechnung: Spielstrategen, Partiesimulation zu Hausregel und Häuserknappheit, Methodik und Grenzen im Datenpost.