· Von Stefan
Schnelle Antwort: Feste Mau-Mau-Regeln gibt es nicht – das Spiel hat weder Verlag noch Regelinstanz. Belegt und praktisch unstrittig ist nur ein Kern: Karten nach Farbe oder Wert ablegen, wer nicht kann, zieht eine Karte, wer zuerst alle Karten los ist, gewinnt. Schon die Aktionskarten – Sieben, Acht, Bube, Neun, Ass – widersprechen sich zwischen den Quellen, allen voran die Neun: Wikipedia nennt sie einen Alleskönner, der Kartenhersteller ASS Altenburger einen Richtungswechsler. Was jede einzelne Regel wert ist, ordnet diese Seite konkret ein.
Quellen: Mau-Mau hat keine offizielle Regel; Grundlage sind die deutsche Wikipedia, das Wikibooks-Kapitel zu Mau-Mau und der Regel-Blog des Kartenherstellers ASS Altenburger.
Am Kartentisch bricht der Streit fast immer an derselben Stelle aus: Jemand legt einen Buben auf einen Buben – und die halbe Runde protestiert, während die andere Hälfte schwört, das sei schon immer so gespielt worden. Beide haben ein gutes Gewissen. Beide haben recht.
Denn anders als bei fast jedem anderen Kartenspiel gibt es für Mau-Mau keinen Verlag, kein gedrucktes Original und keine Instanz, die eine Fassung für verbindlich erklären könnte. Selbst die international als Standardwerk geltende Kartenspielregel-Sammlung pagat.com hat für Mau-Mau keine eigene Seite – sie führt Mau-Mau nur als deutschen Namen für Crazy Eights, deren Kartenzuordnung an mehreren Stellen von der deutschen Tradition abweicht.
Und der deutsche Wikipedia-Artikel, die ausführlichste frei zugängliche Quelle zum Thema, kommt über seinen gesamten Text auf genau einen Einzelnachweis – und der belegt nicht den Regelkern, sondern eine kommerzielle Spielvariante von 2013.
Diese Seite tut deshalb etwas, das nach unserer Recherche (Stand: September 2026) keine der gesichteten Mau-Mau-Spielregeln-Seiten macht: Sie sagt zu jeder Regel, wie belastbar sie tatsächlich ist – allgemein anerkannt, verbreitet, regional oder Einzelmeinung – statt sie unter der Überschrift „die Regeln“ als gegeben auszugeben. Sie gehört wie alle Kurzregeln zur Spiele-Übersicht und ist die Nachschlage-Fassung zum Mau-Mau-Hub.
Die Kurzantwort oben deckt nur den unstrittigen Minimalkern ab. Was sie nicht zeigt: warum ausgerechnet die Neun die am schlechtesten belegte Karte im ganzen Spiel ist, welche Streitfragen am häufigsten auftauchen und was Sie in einer Minute vor dem ersten Ausspielen klären sollten, damit der Küchentisch-Streit gar nicht erst beginnt.
Warum es „die“ Mau-Mau-Regeln nicht gibt
Drei Befunde ergeben zusammen ein klares Bild – keiner davon ist eine Einzelmeinung, sondern eine Eigenschaft der Quellenlage selbst:
- Kein Verlag, keine Instanz. Für Mau-Mau lässt sich kein bekannter Autor, kein Ersterscheinungsjahr und kein Rechteinhaber feststellen. Selbst die deutsche Wikipedia bestätigt das ausdrücklich für die Geschichte des Spiels.
- Die ausführlichste Quelle bequellt sich selbst kaum. Der deutsche Wikipedia-Artikel enthält im gesamten Text genau einen Einzelnachweis – für eine kommerzielle Spielvariante, nicht für den Regelkern.
- Die international maßgebliche Referenz kennt Mau-Mau nicht als eigenes Spiel. pagat.com, die von John McLeod betriebene und international als Standardwerk geltende Kartenspielregel-Sammlung, führt Mau-Mau nur als deutschen Namen innerhalb der „Eights“-Spielfamilie. Wer sich auf pagat.com als Mau-Mau-Referenz beruft, referiert faktisch auf Crazy Eights – dort trägt zum Beispiel die Acht die Farbwunsch-Funktion, die im deutschen Mau-Mau dem Buben zugeordnet ist.
Genau diesen Trennschnitt zwischen Grundregel und Variante hat unsere Redaktion bereits bei Mensch ärgere Dich nicht vorgenommen – dort liefert der Verlag Schmidt Spiele immerhin eine geprüfte Anleitung samt offizieller Varianten-Liste. Bei Mau-Mau fehlt selbst das: keine Anleitung, keine Verlagsangabe, nur kursierende Praxis.
Die deutsche Wikipedia zieht dabei selbst die klarste vorhandene Grenze: Sie trennt ausdrücklich zwischen „Grundregeln“ (Kartenverteilung, Ablegen, Ziehen, Sieg), „Weiteren Regeln“ (alle Aktionskarten samt Mau-Ansage) und „Varianten“ (Sonderkarten, Punktesysteme) – und warnt selbst davor, die Aktionskarten als feststehend vorauszusetzen, weil sie „regional sehr unterschiedlich“ seien.
💡 Faustregel: Was diese Seite mit „allgemein anerkannt“ kennzeichnet, gilt über alle geprüften Quellen hinweg ohne Gegenbeleg. „Verbreitet“ heißt: mehrfach belegt, aber nicht ausnahmslos. „Regional“ heißt: ausdrücklich als Landes- oder Familientradition gekennzeichnet. „Einzelfall“ heißt: nur eine einzige Quelle, durch keine zweite gestützt.
Der belegbare Regelkern der Mau-Mau-Spielregeln
Reduziert auf das, was über Referenzquellen und Praxisberichte hinweg wirklich übereinstimmt, bleibt ein kurzer Kern übrig:
- Blatt: Meist das deutsche/französische 32-Blatt (Skatblatt, acht Werte – 7, 8, 9, 10, Bube, Dame, König, Ass – mal vier Farben). Regional wird auch mit 36 Karten (u. a. Schweiz) oder 52 Karten (u. a. Österreich) gespielt. Verbreitet – keine Quelle nennt ein festes Blatt als einzig richtig.
- Kartenzahl beim Austeilen: Meist 5 Karten, teils 5 bis 7, je nach Spielerzahl und Runde. Verbreitet, keine Quelle legt sich auf eine feste Zahl fest.
- Zugfolge: Reihum, üblicherweise im Uhrzeigersinn – steht in den Grundregeln von Wikipedia und Wikibooks („Reihum …“); ASS Altenburger lässt die Person links vom Geber beginnen. Allgemein anerkannt für „reihum“; die Drehrichtung nennt nur pagat.com (Crazy Eights: im Uhrzeigersinn).
- Ablegen: Eine Karte darf gelegt werden, wenn sie in Farbe oder Wert mit der obersten offenen Karte übereinstimmt. Allgemein anerkannt – der am stabilsten belegte Einzelsatz der gesamten Recherche.
- Ziehen bei Nichtkönnen: Wer nicht ablegen kann oder will, zieht eine Karte vom Nachziehstapel, der Zug geht weiter. Allgemein anerkannt.
- Spielende: Wer zuerst alle Karten losgeworden ist, gewinnt. Allgemein anerkannt. Eine Punktezählung der Restkarten ist eine regionale Zusatzregel (u. a. Schweiz), kein Standard.
- „Mau“-Ansage: Bei der vorletzten Karte wird „Mau“ angesagt, beim Ablegen der letzten Karte „Mau-Mau“ gerufen. Verbreitet – die deutsche Wikipedia selbst führt diese Regel allerdings unter „Weitere Regeln“, nicht unter den Grundregeln.
- Strafe bei vergessenem „Mau“: Je nach Quelle 1, 2 oder 4 Strafkarten (Wikipedia: eine oder zwei; Wikibooks: meist 4, in Österreich 2; ASS Altenburger: eine). Umstritten, keine Zahl gilt als Standard.
Damit bleibt vom „Kernregelwerk“ faktisch ein einziger Satz übrig, der wirklich für jede Runde gilt: Farbe oder Wert ablegen, bei Nichtkönnen ziehen, wer leer ist, gewinnt. Alles andere – inklusive sämtlicher Aktionskarten – gilt selbst nach der besten verfügbaren Referenzquelle als regional variable Zusatzebene, nicht als Standard.
Kartenbedeutungen im Vergleich: wo selbst Wikipedia und der Kartenhersteller widersprechen
Aktionskarten sind der eigentliche Streitherd – und zugleich der am schlechtesten belegte Teil des Spiels. Diese Tabelle vergleicht die kursierenden Fassungen:
| Karte | Häufigste Fassung | Belastbarkeit | Kursierende Alternativen |
|---|---|---|---|
| Sieben | Nächste Person zieht 2 Karten; abwendbar durch eigene Sieben, dann kumulativ (2, 4, 6 …) | allgemein anerkannt (2 Karten ziehen); verbreitet (Weiterreichen/Kumulieren) | vereinzelt eine feste Obergrenze von zwei gestapelten Siebenen |
| Acht | Nächste Person setzt eine Runde aus | verbreitet (innerhalb deutscher Quellen einheitlich) | international (Crazy Eights) hat die Acht keine Aussetz-Funktion; vereinzelt: Acht = nur 1 Karte ziehen |
| Bube | Farbe frei wählen | allgemein anerkannt | „Bube auf Bube“-Verbot ist verbreitet (Wikipedia: „oft“, ASS Altenburger: Standardregel), aber nicht einheitlich – mehr dazu im Streitfragen-Abschnitt |
| Neun | Widerspruch, nicht auflösbar: Wikipedia nennt sie „Alleskönner“ (auf jede Karte legbar), der Kartenhersteller ASS Altenburger und Wikibooks einen Richtungswechsler – alle drei nur als Zusatz- bzw. Variantenregel | umstritten | vereinzelt: bei nur 2 Personen wirkt ein Richtungswechsel wie ein Aussetzen |
| Ass | Mindestens drei widersprüchliche Zuschreibungen: Extrazug (am häufigsten genannt), Aussetzen, Richtungswechsel | umstritten | — |
Auch die Zehn taucht vereinzelt mit einer Sonderfunktion auf (als „durchsichtige“ Karte, auf alles legbar) – aber nur bei einer einzigen gesichteten Quelle, in der Wikipedia-Funktionstabelle fehlt sie komplett. Einzelfall, nicht durch eine zweite Quelle gestützt.
Bemerkenswert ist der Fall der Neun: Selbst die Referenzquellen nennen unterschiedliche Funktionen – die Enzyklopädie den Alleskönner, der Kartenspielhersteller und Wikibooks den Richtungswechsel. Keine von ihnen führt die Neun allerdings als Standardregel: Wikipedia nennt sie als „beispielhaften“ Zusatzwert, ASS Altenburger unter „Varianten“. Der Widerspruch lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht auflösen, nur benennen: Klären Sie vor dem Spiel, welche Neun-Regel Ihre Runde spielt.
Die größten Streitfragen am Tisch
Aus Diskussionen unter Hobbyspielerinnen und Hobbyspielern lässt sich ein klares Ranking ablesen: Diese vier Fragen tauchen am häufigsten auf.
- Ist die Partie sofort vorbei, wenn die letzte Karte eine Sieben ist? Hierzu liegt die dichteste Beleglage der gesamten Recherche vor: Mehrere unabhängige Diskussionen drehen sich genau um diese Frage, dazu eine Abstimmung mit zehn Teilnehmenden – zu wenig für eine belastbare Tendenz, aber ein Beleg, dass der Streit real ist. Zwei Lager stehen sich gegenüber: Die einen sagen, das Spiel endet sofort mit dem Ablegen der letzten Karte, unabhängig von ihrer Wirkung. Die anderen sagen, die Sieben wirkt auch als letzte Karte – die nächste Person muss ziehen, und wer selbst eine Sieben hat, kann zurückschlagen. Echt umstritten, keine Tendenz erkennbar.
- Muss die letzte Karte ausgerechnet ein Bube sein, damit „Mau-Mau“ gerufen wird? Diese Regel steht auch in einer Referenzquelle: Laut Wikibooks sagt man beim Ablegen der letzten Karte „Mau“, ist sie ein Bube, „Mau-Mau“ – dann zählt das Spiel doppelt. In den gesichteten Diskussionen gilt „Mau-Mau“ dagegen meist unabhängig von der Kartenart als Ruf beim Ablegen der letzten Karte. Uneinheitlich, keine Einzelmeinung.
Bube auf Bube: erlaubt oder „stinkt“ es?
Der meistgenannte Streitpunkt überhaupt. Verbreitet ist der Merksatz „Bube auf Bube stinkt“ – ein direkt nachgelegter zweiter Bube ist danach verboten. Schon innerhalb einer einzigen Diskussion widersprechen sich aber die Teilnehmenden: Zwei verbieten Bube auf Bube ausnahmslos, eine erlaubt nur den Buben in der gewünschten Farbe, eine weitere erlaubt Bube auf Bube, wenn man die gewünschte Farbe nicht hat. Verbreitet, aber uneinheitlich, keine Version gilt als Standard.
Siebenen stapeln: wie viele Karten zieht die letzte Person?
Übereinstimmend berichtet: Wird auf eine Sieben eine weitere Sieben gelegt, erhöht sich die Ziehmenge für die nächste Person um jeweils zwei Karten (2, 4, 6, 8 Karten …), ohne genannte Obergrenze. Verbreitet. Eine einzelne, nicht auf einen konkreten Beitrag zurückführbare Fundstelle nennt dagegen eine feste Obergrenze von zwei gestapelten Siebenen – ein Widerspruch, der hier offen bleibt, weil er sich keiner Quelle eindeutig zuordnen lässt.
Die letzte Karte: eine Sieben oder ein Bube?
Zwei unterschiedliche Fragen werden hier oft vermischt:
Vergessenes „Mau“: wie viele Strafkarten?
Übereinstimmend beschrieben ist die Grundidee – wer die Ansage bei der vorletzten Karte vergisst, zieht Strafkarten. Bei der Anzahl gehen die Angaben auseinander: ein bis vier Karten, je nach Quelle. Umstritten, aber die Grundregel selbst gilt als verbreitet.
Wo diese Seite bewusst nichts behauptet
Eine häufig gestellte Frage lässt sich mit den geprüften Quellen nicht belegen; zwei weitere regeln die Referenzquellen, in Foren tauchen sie trotzdem immer wieder auf: Das offen zu sagen, ist ehrlicher, als eine Antwort zu erfinden:
| Offene Frage | Stand der Recherche |
|---|---|
| Darf ich ziehen, obwohl ich eine passende Karte auf der Hand habe? | Laut deutscher Wikipedia und Wikibooks ja („Kann oder will ein Spieler keine Karte ablegen, so muss er eine Karte vom Talon ziehen“); ASS Altenburger nennt nur das Ziehen ohne passende Karte. |
| Was passiert, wenn der Nachziehstapel leer ist? | Belegt (deutsche Wikipedia, Wikibooks, ASS Altenburger): Der Ablagestapel wird bis auf die oberste Karte gemischt und zum neuen Nachziehstapel. |
| Gibt es eine „böse Dame“ (Kreuz-Dame mit Strafwirkung)? | Taucht in Zusammenfassungen auf, ließ sich aber in keiner der gesichteten Diskussionen tatsächlich verifizieren. |
Praktikabel ist es trotzdem, alle drei Fälle vor dem Spiel kurz zu besprechen – bei der „bösen Dame“ im Wissen, dass es dafür keine belastbare Quelle gibt, sondern nur kursierende Praxis.
Verbreitete Zusatzregeln – klar als Variante, nicht als Standard
Neben den fünf klassischen Aktionskarten kursieren weitere Regionalvarianten:
- Dame als Richtungswechsel oder als Zieh-Karte: Beide Fassungen finden sich nebeneinander in Diskussionen, teils sogar im selben Gesprächsfaden. Keine gilt als vorherrschend.
- Bayerisches Blatt: „Ober“ und „Unter“ stehen auf bayerischen Karten für Dame und Bube – eine reine Bezeichnungsfrage, kein Regelunterschied.
- Punktewertung statt Sofortsieg: In den ausgewerteten Praxisberichten nicht belegt, wird aber in anderen Regel-Zusammenfassungen erwähnt (etwa für die Schweiz). Die einzige übereinstimmend beschriebene Kontroverse betrifft nicht die Wertung selbst, sondern, ob ein Sofortsieg durch eine nachträglich gelegte Sieben rückgängig gemacht werden kann (siehe oben).
- Gestaffelte Kartenzahl nach Personenzahl: Vereinzelt kursiert eine nach Personenzahl gestaffelte Kartenzahl (etwa 7 Karten bei 2 oder 6, 6 bei 3 oder 7, 5 bei 4 oder 8 Personen – ab 6 Personen nur mit mehr als 32 Karten spielbar). Diese Feinregel ließ sich in der Recherche keinem einzelnen, konkret zitierbaren Beitrag zuordnen – Einzelfall, nicht als verbreitete Praxis belegt.
Jede dieser Varianten kann eine Runde bereichern – vorausgesetzt, alle am Tisch wissen vorher, dass es eine Variante ist und keine Grundregel.
Sogar das Alter von Mau-Mau ist strittig
Selbst eine scheinbar einfache Frage wie „Wie alt ist Mau-Mau?“ beantworten die beiden Wikipedia-Sprachversionen unterschiedlich – ein weiterer Beleg dafür, dass es keine gesicherte Geschichte des Spiels gibt, sondern nur kursierende Überlieferung.
Die deutsche Wikipedia schreibt, eine Erstnennung und Geschichte des Spiels seien „noch nicht bekannt und aufgezeichnet“; der mündlichen Überlieferung nach sollen die Regeln aus den 1930er-Jahren stammen – eine Angabe ohne Einzelnachweis.
Die englische Wikipedia datiert die Entstehung dagegen deutlich später: kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, mit einer schriftlichen Erstveröffentlichung der Regeln 1958 in einem gedruckten Kartenspiel-Kompendium. Beide Zeitangaben stehen in Spannung – die 1930er-Jahre-Überlieferung und die Nachkriegs-/1958er-Version liegen je nach Lesart rund 6 bis 20 Jahre auseinander (bis zum Erstdruck 1958 sogar 19 bis 28 Jahre), und keine der beiden Versionen lässt sich mit letzter Sicherheit ausschließen.
Auch der Name selbst bleibt ungeklärt: Laut deutscher Wikipedia ist der „Ursprung des Namens ungeklärt“ – keine der gesichteten Quellen bietet dazu eine belegte Herleitung.
Fünf Fragen, die Sie vor der ersten Runde klären sollten
Weil es keine Instanz gibt, die diese Fragen für Sie entscheidet, lohnt sich eine Minute vor dem ersten Ausspielen.
💡 Faustregel: Klären Sie vor dem ersten Zug genau diese fünf Punkte – sie decken nach unserer Auswertung praktisch jede dokumentierte Mau-Mau-Streitfrage ab: Ist Bube auf Bube erlaubt? Was bewirken Neun und Ass? Gibt es eine Obergrenze beim Siebenen-Stapeln? Wie viele Strafkarten kostet ein vergessenes „Mau“? Und: Wird bei einer letzten Sieben noch reagiert, oder ist die Partie sofort vorbei?
Wer diese fünf Punkte einmal ansagt, hat damit praktisch jede real vorkommende Diskussion vorweggenommen – der Rest des Spiels ist reine Kartenlogik.
Häufige Fragen zu den Mau-Mau-Spielregeln
Gibt es offizielle Mau-Mau-Spielregeln?
Nein. Mau-Mau hat weder Verlag noch Rechteinhaber noch eine Instanz, die eine Fassung für verbindlich erklären könnte. Selbst die ausführlichste frei zugängliche Quelle, die deutsche Wikipedia, warnt ausdrücklich davor, die Aktionskarten als feststehend vorauszusetzen.
Wie viele Karten bekommt jede Person zu Beginn?
Meist 5 Karten, teils auch 6 oder 7, abhängig von Spielerzahl und Runde. Keine Quelle legt sich auf eine einzige feste Zahl fest – die Angaben schwanken zwischen 5 und 7.
Darf ich einen Buben auf einen Buben legen?
Uneinheitlich. Verbreitet ist das Verbot („Bube auf Bube stinkt“), aber in denselben Diskussionen wird es direkt widersprochen – manche erlauben es, wenn die gewünschte Farbe fehlt, andere nur den Buben in der gewünschten Farbe. Klären Sie das vor dem Spiel.
Was macht die Neun bei Mau-Mau?
Auch das ist umstritten: Wikipedia beschreibt die Neun als Alleskönner, der auf jede Karte gelegt werden darf. Der Kartenhersteller ASS Altenburger nennt stattdessen einen Richtungswechsel. Beide Quellen sind seriös, beide widersprechen sich – hier hilft nur, es vorher anzusagen.
Wie viele Karten muss ich ziehen, wenn ich eine Sieben nicht kontern kann?
Nach einer Sieben zieht die nächste Person zwei Karten. Legt sie stattdessen eine eigene Sieben nach, wandert die Pflicht weiter, und die Menge wächst um je zwei Karten: 2, 4, 6, 8 Karten und so weiter. Eine feste Obergrenze nennt die überwiegende Mehrheit der Quellen nicht.
Ist die Partie sofort vorbei, wenn die letzte Karte eine Sieben ist?
Hier gibt es keine Mehrheitsmeinung: Eine kleine Abstimmung mit zehn Teilnehmenden zeigt lediglich, dass die Frage auch unter denen, die aktiv darüber diskutieren, nicht entschieden ist. Sprechen Sie diesen Fall am besten vor der Runde ab.
Ist Mau-Mau die Vorlage für UNO?
Eine direkte Abstammungslinie ist nicht belegt. Die dokumentierte Entstehungsgeschichte von UNO nennt einen Streit um die Regeln von Crazy Eights als Anlass (Ohio, 1971) – Mau-Mau kommt darin nicht vor. Beide Spiele gelten lediglich als eigenständige Mitglieder derselben internationalen Ablegespiel-Familie mit Crazy Eights als gemeinsamem Bezugspunkt.
Wie viele Strafkarten kostet ein vergessenes „Mau“?
Uneinheitlich: Je nach Quelle sind es eine, zwei oder vier Karten. Legen Sie diese Zahl in Ihrer Runde vorher fest, dann entfällt die häufigste Quelle für Streit an dieser Stelle.
Heißt das Spiel überall Mau-Mau?
Nein. National und regional kursieren unterschiedliche Namen für sehr ähnliche Ablegespiele – in der Schweiz ist „Tschau Sepp!“ der Ausruf beim Sieg, in Österreich und Bayern kennt man Varianten teils als „Neunerln“. Eine vollständige, belegte Liste aller Namensvarianten existiert nicht – die kursierenden Übersichten stehen selbst ohne Einzelnachweise in ihren jeweiligen Quellen.
Fazit: Erst ansagen, dann spielen
Der wichtigste Satz dieser Seite ist kein Regeldetail, sondern eine Reihenfolge: Weil es keine Instanz gibt, die für Sie entscheidet, entscheiden Sie es selbst – und zwar vorher, nicht mitten in der Partie. Fünf Fragen reichen dafür: Bube auf Bube, die Wirkung von Neun und Ass, die Obergrenze beim Siebenen-Stapeln, die Strafe fürs vergessene „Mau“ und der Umgang mit einer letzten Sieben.
Wer stattdessen ein Kartenspiel sucht, bei dem der Hersteller die Regeln tatsächlich eindeutig festlegt, wird bei Skyjo fündig – dort gibt es zwar auch offene Detailfragen, aber immerhin ein Regelheft, auf das sich alle berufen können. Für Mau-Mau gilt: Klären Sie die fünf Punkte, dann kann die Runde beginnen.