· Von Stefan
Schnelle Antwort: Die stärkste Cascadia-Strategie: Tier-Formationen fertig bauen — der Sprung von 2 auf 3+ Punkte pro Tier trennt Durchschnitt von Sieg. Jeden Marker mit positivem Ertrag mitnehmen (strikte 2-Arten-Spezialisierung kostet 17 Punkte), Zapfen früh sichern und nur für mehr als 1 Punkt Mehrwert ausgeben. 90+ Punkte sind ein starkes Ergebnis.
Der teuerste Fehler in Cascadia kostet Sie im Schnitt 17 Punkte — und er versteckt sich ausgerechnet hinter dem beliebtesten Ratschlag der Community: „Konzentrieren Sie sich auf zwei, drei Tierarten.“ Warum dieser Tipp in seiner strikten Form fast jede Partie verliert, lässt sich messen.
Dieser Guide ist nach unserer Recherche der erste deutschsprachige Cascadia-Strategie-Guide mit belastbaren Zahlen. Wir haben 6.000 komplette Zwei-Spieler-Partien simuliert, alle Wertungskarten des A-Satzes durchgerechnet und die Tipps aus Foren, Blogs und Turnierberichten gegen diese Daten geprüft.
Der Guide bezieht sich auf das Grundspiel „Cascadia – Im Herzen der Natur“ (Kosmos) mit den A-Wertungskarten. Einen Überblick über das Spiel gibt das Cascadia-Portrait, die Abläufe zum Nachschlagen die Cascadia-Regeln kompakt. So arbeiten wir bei allen Brettspielen im Portal: Tipps sammeln, nachrechnen, einordnen.
Die 5 wichtigsten Cascadia-Tipps auf einen Blick
- 1. Bauen Sie Formationen fertig. Jede A-Wertungskarte startet bei 2 Punkten pro Tier — 3+ gibt es erst für vollendete Muster. Diese Differenz ist exakt die Lücke zwischen einer 80er- und einer 100er-Partie.
- 2. Suchen Sie Doppel-Habitat-Züge. 60 der 85 Plättchen (71 %) zeigen zwei Biotope und können zwei Korridore gleichzeitig verlängern. Faustwert: Jede Plättchen-Platzierung sollte rund 2 Punkte bringen.
- 3. Sichern Sie früh Zapfen, geben Sie sie selektiv aus. Ein Zapfen ist am Ende 1 Punkt wert — ausgeben lohnt nur, wenn der Tausch mehr als 1 Punkt Mehrwert bringt. Horten verliert netto, Verschwenden auch.
- 4. Lassen Sie keinen Marker mit positivem Ertrag liegen. Schwerpunkt bei 2–3 Tierarten ja — aber wer die übrigen Arten komplett ignoriert, verschenkt laut unserer Simulation 17 Punkte.
- 5. Kennen Sie die drei Wertungsfallen. Der 3. Bär einer Gruppe vernichtet 4 Punkte, der 8. Lachs im selben Schwarm bringt 0, und Wapiti-Linien werden punktemaximal zerlegt statt geklumpt.
Das Grundprinzip: 20 Züge, drei Punktquellen — nur eine macht den Unterschied
Cascadia ist streng getaktet: Jeder Spieler hat exakt 20 Züge, das fertige Tableau besteht aus 23 Plättchen. Die Endwertung speist sich aus drei Quellen — Wildtiere, Habitat-Korridore und übrige Zapfen. Unsere Simulation zeigt, wie sich eine typische Partie zusammensetzt: 88,8 Punkte = 50,6 Tiere + 33,8 Habitat + 4,4 Zapfen.
Die überraschende Erkenntnis steckt in der zweiten Zahl: Die Habitat-Punkte sind mit rund 34 Punkten nahezu strategie-invariant. Über alle sechs getesteten Strategie-Archetypen schwankten sie nur zwischen 33,6 und 34,5 — sie entstehen bei jedem vernünftigen Spiel fast von allein. Auch ein gezielter Habitat-Fokus brachte keinen Vorteil (44 % Siegquote gegen die ausgewogene Referenz).
Die Differenz zwischen Durchschnitt und Spitze steckt fast komplett in den Tierpunkten. Der Turnier-Vergleich bestätigt das: Beim World Boardgaming Championship 2023 lag der Schnitt bei 93 Punkten — davon 59 aus Tieren, 32 aus Habitat, 2 aus Zapfen.
💡 Faustregel: Habitat-Punkte verdienen Sie nebenbei, Tierpunkte durch Planung. Wenn Sie zwischen einem schöneren Korridor und einer besseren Tier-Formation wählen müssen, gewinnt fast immer die Formation.
Der große Hebel: von 2 auf 3+ Punkte pro Tier
Unsere Wertungskarten-Analyse zeigt ein durchgängiges Muster: Alle A-Karten starten bei 2 Punkten pro Tier und erreichen die 3-Punkte-Schwelle erst mit ausgebauten Formationen. Verstreute Einzeltiere bleiben Punktekrümel — fertige Muster sind der Hebel.
| Wertungskarte (A-Satz) | 3 P/Tier erreicht ab | Bestwert |
|---|---|---|
| Grizzlybär (Paare) | 3. Paar (19 P) | 27 P mit 8 Bären (3,38 P/Tier) |
| Wapiti (Linien) | 3er-Linie (9 P) | 13 P je 4er-Linie (3,25 P/Tier) |
| Königslachs (Schwarm-Kette) | 4er-Kette (12 P) | 25 P mit 7er-Kette (3,57 P/Tier) |
| Rotschwanzbussard (einzeln) | 6 Bussarden (18 P) | 26 P mit 8 Bussarden (3,25 P/Tier) |
| Rotfuchs (Nachbar-Arten) | 3 Nachbar-Arten (sofort) | max. 5 P je Fuchs |
Warum dieser Sprung über Sieg und Mittelfeld entscheidet, zeigt eine einfache Rechnung: Sie platzieren rund 20 Tiermarker pro Partie. Je 1 Zusatzpunkt pro Tier — von 2 auf 3 — sind 20 Punkte: exakt der Abstand zwischen einer 80er- und einer 100er-Partie.
Bemerkenswert ist zugleich, wie ausbalanciert der A-Satz ist: Mit 8 Tieren optimal angeordnet liefern Bär 27, Wapiti 26, Lachs 27 und Bussard 26 Punkte — der Fuchs realistisch etwa 24. Es gibt keine „beste Karte“, die Sie blind priorisieren könnten. Was es gibt, sind unterschiedlich schwere Wege dorthin — und drei tückische Fallen.
Die drei Wertungsfallen: Bär-Trio, Monster-Kette, Wapiti-Klumpen
Falle 1 — der 3. Bär vernichtet 4 Punkte. Die Bären-Karte A wertet nur exakte Paare. Drei Bären nebeneinander bilden eine 3er-Gruppe — und die zählt 0 Punkte statt der 4 Punkte des Paars. Lassen Sie zwischen Bären-Paaren immer mindestens ein Feld Abstand.
Falle 2 — der 8. Lachs bringt nichts. Eine Lachs-Kette ist bei 7 Tieren gekappt (25 P, mit 3,57 P/Tier die beste Einzelformation des A-Satzes). Jeder weitere Lachs in derselben Kette bringt 0 Punkte. Mit 10 Lachsen sind zwei getrennte Ketten aus 7 und 3 Tieren 33 Punkte wert — eine einzige lange nur 25.
Falle 3 — Wapiti-Klumpen statt Linien. Die Wapiti-Karte (in der englischen Ausgabe „Elk“) wertet gerade Linien, und Sie dürfen zusammenhängende Wapitis punktemaximal in Linien zerlegen — das hat der Spieleautor in den BGG-Foren ausdrücklich bestätigt. Dieselben 7 Wapitis sind als 4er- plus 3er-Linie 22 Punkte wert, als unstrukturierter Klumpen nur 19. Es ist der meistübersehene Wertungsvorteil des Spiels.
Der teuerste Fehler: strikte Spezialisierung kostet 17 Punkte
„Fokus auf 2–3 Tierarten“ gegen „breit diversifizieren“ ist die älteste Streitfrage der Cascadia-Community. Unsere Simulation hat beide Lager gegeneinander antreten lassen — mit einem deutlichen Verdikt:
| Strategie (je 1.000 Partien) | Ø Punkte | Siegquote vs. ausgewogen |
|---|---|---|
| ausgewogen (Referenz) | 88,8 | — |
| Tier-Übergewichtung | 87,5 | 40 % |
| Habitat-Fokus | 88,5 | 44 % |
| Spezialist (nur 2 Tierarten) | 71,9 | 3 % |
| erzwungene Streuung | 88,4 | 48 % |
| Zapfen-Hamster | 87,8 | 44 % |
Der strikte Spezialist verliert 17 Punkte (71,9 statt 88,9) und gewinnt nur noch 3 % seiner Partien — er platziert im Schnitt nur 13,9 seiner 20 Marker und wirft die Grundpunkte der übrigen weg. Da der A-Satz mit 26–27 Punkten je 8 Tieren fast perfekt ausbalanciert ist, wird Verzicht schlicht nie belohnt.
Die richtige Lesart des Fokus-Tipps lautet also: Schwerpunkt bei 2–3 Arten setzen, aber jeden Marker mit positivem Ertrag mitnehmen. Ein einzelner Bussard für 2 Punkte ist kein Verrat an Ihrer Strategie — er ist 2 Punkte.
Der unterschätzte Fuchs: stärkste Tierart des A-Satzes
In der Community gilt der Rotfuchs vielen als schwächste Punktquelle. Unsere Simulation zeigt für die A-Karte das Gegenteil: Der Fuchs war mit 13,7 Punkten die stärkste Tierart — vor Lachs (10,9), Bussard (10,8), Wapiti (10,5) und Bär (4,6). Seine Bedingung, verschiedene Nachbar-Arten zu sammeln, erfüllt sich im normalen Spielfluss fast von allein.
Die Fuchs-Skepsis stammt aus Partien mit gemischten Kartensätzen: In der WBC-Turnierstatistik 2023 (Sätze A–D gemischt) war der Fuchs die schwächste Art. Beide Befunde stimmen — sie gelten nur für verschiedene Karten. Mit Karte A dürfen Sie Füchse bedenkenlos mitnehmen.
Auffällig ist auch das andere Ende der Skala: Der Bär kam ohne Vorausplanung nur auf 4,6 Punkte. Exakte Paare entstehen nicht nebenbei — die Bären-Karte ist die Anfänger-Falle des A-Satzes und braucht von Zug 1 an reservierte Plätze.
Zapfen: die 1-Punkt-Regel
Zapfen (Naturmarker) sind die flexibelste Ressource des Spiels: Sie entkoppeln bei der Wahl Plättchen und Tiermarker oder tauschen unpassende Marker aus der Auslage — die Details stehen in den Cascadia-Regeln kompakt. Jeder übrige Zapfen zählt am Ende 1 Punkt. Daraus folgt die Entscheidungsregel: Geben Sie einen Zapfen genau dann aus, wenn der Tausch mehr als 1 Punkt Mehrwert bringt.
Beide Extreme verlieren messbar. Der „Hamster“-Archetyp unserer Simulation, der nie einen Zapfen ausgibt, behielt zwar im Schnitt 5,2 Zapfen-Punkte — verlor aber netto (87,8 statt 88,4 Punkte, 44 % Siegquote), weil ihm die Flexibilität in den entscheidenden Momenten fehlte.
Zwei Detail-Kniffe der Community, die unsere Verteilungsanalyse stützt:
- Der „Kreislauf-Trick“: Geben Sie einen Zapfen aus, um ein passendes Tier auf ein Schlüssel-Plättchen (die Ein-Biotop-Plättchen mit Zapfen-Symbol) zu setzen — der Marker kommt sofort zurück, der Tausch ist netto fast gratis. Beachten Sie nur: Frisch verdiente Zapfen sind erst im nächsten Zug einsetzbar.
- Zapfen-Nachschub ist tierartgebunden. Jede Tierart hat genau 5 Schlüssel-Plättchen, verteilt im Muster 2+2+1 über nur 3 Biotope — Bären-Zapfen gibt es zum Beispiel nur in Wald, Fluss und Bergen. Wer seinen Zapfen-Motor über eine Schwerpunkt-Art plant, sollte deren Biotope kennen.
Plättchen-Wahl: Doppel-Habitat oder Schlüssel-Plättchen?
Die zentrale Draft-Abwägung des Spiels lässt sich beziffern. Ein Schlüssel-Plättchen bringt zuverlässig rund 2 Punkte — einen Korridor-Punkt plus einen Zapfen —, kann aber nie zwei Korridore gleichzeitig verlängern. Ein Zwei-Biotop-Plättchen kann genau das: bis zu 2 Korridor-Punkte plus Anteil an den Mehrheitsboni, aber nur bei passender Lage.
Da 60 der 85 Plättchen (71 %) zwei Biotope zeigen, sind Doppel-Habitat-Züge der Platzierungs-Standard, kein Glücksfall. Prüfen Sie bei jedem Zug zuerst, ob ein Plättchen zwei Ihrer Korridore zugleich wachsen lässt — und nehmen Sie das Schlüssel-Plättchen, wenn kein Doppel-Zug verfügbar ist oder der Zapfen gerade mehr wert ist als der zweite Korridor-Punkt.
💡 Faustregel: Jede Plättchen-Platzierung sollte rund 2 Punkte wert sein — über zwei wachsende Korridore oder über Korridor plus Zapfen. Wie das Ziehen aus der Auslage als Mechanik funktioniert, erklärt unser Überblick zu Drafting und Plättchenlegen.
Typische Anfängerfehler bei Cascadia
- Den 3. Bären an die Gruppe legen. Aus 4 Punkten werden 0 — der häufigste reine Wertungsfehler.
- Eine Lachs-Kette über 7 Tiere hinaus füttern. Ab dem 8. Lachs zählt die Kette nichts mehr dazu; eine zweite Kette starten.
- Wapitis klumpen statt in Linien denken. Kostet bei 7 Tieren 3 Punkte (19 statt 22) — und das Zerlegungsrecht kennen viele gar nicht.
- Zu früh spezialisieren. Wer ab Zug 1 nur zwei Arten sammelt, spielt die 17-Punkte-Falle aus der Simulation nach.
- Zapfen horten. 5 gehortete Zapfen sind 5 Punkte — die verpassten Tauschgelegenheiten kosten mehr.
- Plättchen legen, die eigene Tierplätze verbauen. Jedes Plättchen trägt nur bestimmte Tiersymbole; wer achtlos anlegt, blockiert die Felder, die seine Formationen noch brauchen.
- Die Habitat-Mehrheiten vergessen. Am Ende zählt je Biotop nur das größte zusammenhängende Gebiet, und die Mehrheit bringt Bonuspunkte — ein einzelnes angehängtes Plättchen entscheidet oft den Vergleich.
Fortgeschrittene Cascadia-Strategie nach Spielphase
Züge 1–5: Fundament legen, Zapfen sichern
Bauen Sie in den ersten Zügen die Grundstruktur: Korridore an das Start-Plättchen anschließen, erste Tiere so setzen, dass Formationen wachsen können — und 1–2 Zapfen sichern, solange die Gelegenheiten billig sind. Reservieren Sie jetzt schon Plätze für Bären-Paare, falls die Bären-Karte im Spiel ist; später ist der Platz weg.
Züge 6–15: Formationen Richtung 3 Punkte pro Tier treiben
Das Mittelspiel entscheidet die Partie. Jede Tier-Platzierung sollte eine Formation messbar voranbringen: die Wapiti-Linie verlängern, die Lachs-Kette Richtung 4+ ausbauen, das zweite und dritte Bären-Paar vollenden. Doppel-Habitat-Züge bleiben der Standard für die Plättchen-Seite.
Nutzen Sie außerdem die Überpopulations-Regel als aktives Werkzeug: Liegen drei gleiche Tiermarker aus, dürfen Sie als aktiver Spieler alle drei austauschen lassen. Das passiert nicht selten — in gut 12 % der frischen Auslagen (jede ~8.) greift eine der beiden Überpopulations-Regeln.
Züge 16–20: abschließen statt anfangen
Im Endspiel zählt nur noch, was fertig wird. Keine neuen Formationen mehr beginnen, sondern bestehende vollenden, die Habitat-Mehrheiten gegen den Mitspieler absichern und Zapfen ausgeben — ihr Restwert ist 1 Punkt, jeder bessere Tausch ist jetzt Pflicht. Denken Sie an die dünner werdende Auswahl: Gegen Partieende sinkt die Chance, die eigene Schwerpunkt-Art in der Auslage zu finden, von 59,7 auf etwa 53 %.
Zum Wegschnappen begehrter Plättchen („Hate-Drafting“) im Zwei-Spieler-Duell: Nach unserer Einschätzung — simuliert haben wir es nicht — lohnt es nur, wenn der eigene Zug dabei gleichwertig bleibt, denn jeder reine Störzug kostet einen der nur 20 eigenen Züge.
Wie viel Glück steckt in Cascadia?
Der Glücksfaktor ist der größte Streitpunkt der deutschen Rezensionen — und er lässt sich beziffern. In 40 % der frischen Auslagen fehlt Ihre Wunsch-Tierart komplett. Wer auf ein bestimmtes Tier wartet, wartet also fast jede zweite Runde vergeblich. Genau dafür sind Zapfen-Reserve, flexible Formations-Planung und der Überpopulations-Tausch die Gegenmittel.
Die Spielerzahl verändert das Spiel stärker, als viele denken. Zu zweit kommen nur 43 der 85 Plättchen ins Spiel — 42 bleiben unbesehen im Karton. Je Tierart fehlen damit im Schnitt 2,5 der 5 Schlüssel-Plättchen; mit 17,3 % Wahrscheinlichkeit ist höchstens eines im Spiel. Zu viert (83 von 85) ist der Satz dagegen praktisch komplett.
Das relativiert die verbreitete These „weniger Spieler = planbarer“: Die Auslage rotiert zu zweit zwar langsamer, aber der halbe Plättchensatz fehlt. Feste Materialpläne („ich brauche noch zwei Berg-Plättchen“) sind im 2er-Spiel unzuverlässig — planen Sie in Alternativen. Wer diese Draft-Dynamik mag, findet sie in Reinform im Azul-Strategie-Guide wieder, wo wir dieselbe Datenmethode auf das Fliesen-Drafting anwenden.
Was ist eine gute Punktzahl bei Cascadia?
Die ehrliche Antwort ist eine Treppe — zusammengesetzt aus unserer Simulation, Turnierdaten und Community-Benchmarks (Grundspiel, A-Karten, sofern nicht anders vermerkt):
| Punktzahl | Einordnung |
|---|---|
| unter 70 | seltenes Ausreißer-Ergebnis (3 % der Simulations-Ergebnisse) |
| 70–85 | solide Partie |
| ~88 | Median unserer Simulation: sauberes Zug-für-Zug-Optimieren |
| 90–98 | erfahrene Spieler (Foren-Plateau); WBC-Turnierschnitt: 93 |
| 100+ | stark — nur 0,8 % unserer Simulations-Ergebnisse; 40 % der Digital-Spieler schaffen es mindestens einmal |
| 110+ | Elite — 10 % der Digital-Spieler (Steam-Achievement-Statistik) |
| 149 | dokumentierter Community-Rekord (Solo-Experiment, alle Kartensätze) |
Interessant ist die Lücke zwischen Simulation und Mensch: Unsere Agenten optimieren jeden Zug für sich, planen aber nicht voraus — und landen bei 88. Erfahrene Spieler erreichen 90–98. Die letzten 5–10 Punkte kauft man mit Vorausplanung: Plätze für künftige Formationen freihalten, den Beutel mitdenken, Mehrheiten timen.
Die Mathematik hinter Cascadia: Deep-Dive in Zahlen
Für alle, die es genau wissen wollen — die Kernzahlen unserer Analyse. Methodik-Hinweis: Die Simulation umfasst 6.000 Zwei-Spieler-Partien mit A-Wertungskarten, echter Plättchenliste und echtem Beutel; die Agenten spielen heuristisch ohne Vorausplanung, die Werte sind also Untergrenzen menschlicher Bestleistung — Strategievergleiche untereinander bleiben fair. Alle Tabellen, Skripte und Rohdaten dokumentiert der Datenpost Cascadia in Zahlen.
- Symbol-Gleichverteilung: Alle 5 Tierarten haben exakt 32 Symbole auf den 85 Plättchen, jedes Biotop liegt auf exakt 29 Plättchen. Es gibt kein „seltenes Gelände“ — Knappheit entsteht nur durch Beutel-Zufall und Mitspieler.
- Überpopulation exakt: 11,63 % (drei gleiche Marker, optionaler Tausch) plus 0,62 % (vier gleiche, Zwangstausch) je frischer Auslage; in der Simulation 0,82 Zwangstausche pro Partie.
- Punkteverteilung (12.000 Spieler-Ergebnisse): Median 88, P10 79, P90 94, Maximum 105. 89 % der Ergebnisse liegen bei 80+, aber nur 0,8 % bei 100+.
- Bussard-Geometrie als Einordnung: Der Rotschwanzbussard (engl. Hawk) gilt in der Community-Debatte um die C-Karte („Hawksagon“) als potenziell übermächtig. Die Erklärung ist geometrisch: Sichtlinien-Paare wachsen quadratisch — n Bussarde in 2 parallelen Reihen erzeugen bis zu (n/2)² Sichtlinien. Die C-Kartenwerte sind allerdings nur als Community-Rekonstruktion belegt, nicht regelheftverifiziert; wir führen sie deshalb nicht als Tabelle.
Zitieren: Spielstrategen (2026): „Cascadia Strategie: Häufiger gewinnen mit nachgerechneten Zahlen“, https://spielstrategen.de/spiele/cascadia/strategie/ – eigene Mechanik-Analyse und Simulationen, Stand: August 2026. Zahlen dürfen mit Quellenangabe übernommen werden.
Häufige Fragen zur Cascadia-Strategie
Was ist eine gute Punktzahl bei Cascadia?
Mit dem A-Kartensatz sind 90+ Punkte ein starkes Ergebnis: Unsere 6.000-Partien-Simulation hat einen Median von 88, der WBC-Turnierschnitt liegt bei 93, erfahrene Forenspieler berichten 90–98. 100+ ist eine Ausnahmepartie (0,8 % der Simulations-Ergebnisse), 110+ erreichen nur rund 10 % der Digital-Spieler überhaupt je.
Wie viele Punkte pro Tier sind gut?
2 Punkte pro Tier sind der Normalwert einer beliebigen Platzierung — alle A-Wertungskarten starten dort. Gut sind 3+ Punkte pro Tier, und die gibt es nur für fertige Formationen: Bären ab dem 3. Paar, Wapitis ab der 3er-Linie, Lachse ab der 4er-Kette, Bussarde ab 6 Stück.
Dürfen sich zwei Wapiti-Linien berühren?
Ja. Zusammenhängende Wapitis dürfen bei der Wertung punktemaximal in gerade Linien zerlegt werden — das hat der Spieleautor in den BGG-Foren bestätigt. 7 zusammenhängende Wapitis werten als 4er- plus 3er-Linie 22 Punkte; wer sie als einen Klumpen liest, kommt nur auf 19.
Was passiert bei vier gleichen Tiermarkern in der Auslage?
Vier gleiche Wildtier-Marker werden sofort zwangsweise ausgetauscht. Bei drei gleichen darf der aktive Spieler die drei freiwillig tauschen lassen. Das ist kein Randfall: In gut 12 % der frischen Auslagen — etwa jeder achten — greift eine der beiden Überpopulations-Regeln.
Wofür sind die Zapfen (Naturmarker) gut?
Zapfen entkoppeln bei der Wahl Plättchen und Tiermarker oder tauschen unpassende Marker aus der Auslage aus; jeder übrige Zapfen zählt am Spielende 1 Punkt. Die Entscheidungsregel: nur ausgeben, wenn der Tausch mehr als 1 Punkt Mehrwert bringt. Reines Horten verliert in unserer Simulation netto.
Zählen bei der Habitat-Wertung zwei getrennte Wald-Gebiete?
Nein. Je Biotop wertet nur das größte zusammenhängende Gebiet — ein zweites, getrenntes Wald-Gebiet bringt keine Punkte. Verbinden lohnt deshalb fast immer mehr als parallel bauen. Dazu kommen Bonuspunkte für die größten Gebiete im Spielervergleich, deren Höhe von der Spielerzahl abhängt.
Fazit: Cascadia belohnt Rechnen mehr, als es aussieht
Hinter der entspannten Naturkulisse ist Cascadia ein Optimierungsspiel mit klaren Zahlen: Formationen fertig bauen statt Tiere streuen, keinen Punkt aus falsch verstandenem Fokus liegen lassen, Zapfen nach der 1-Punkt-Regel einsetzen und die drei Wertungsfallen kennen. Wer das beherzigt, spielt sich zuverlässig in die 90er-Region — den Rest erledigt Vorausplanung. Alle Rechnungen, Verteilungen und die vollständige Simulations-Methodik finden Sie im Datenpost Cascadia in Zahlen.