Cascadia Regeln kompakt: Das Wichtigste zum Nachschlagen am Spieltisch

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Schnelle Antwort: Ein Cascadia-Zug ist ein Dreischritt: ein Paar aus der 4er-Auslage nehmen (Wildnis-Plättchen und Tiermarker sind fest gekoppelt), das Plättchen an die eigene Landschaft anlegen, den Tiermarker auf ein passendes Symbol setzen – oder zurück in den Beutel. Nach exakt 20 Zügen pro Person wird gewertet: Tier-Wertungskarten, größtes Gebiet je Landschaft, Mehrheitsboni und 1 Punkt je übrigem Zapfen.

Der Spielzug von Cascadia ist in einer Minute erklärt – gestritten wird trotzdem, und zwar fast immer erst bei der Schlusswertung: Dürfen sich Wapiti-Linien berühren? Wie zählt die Bussard-Karte B wirklich? Diese Seite fasst die Cascadia-Regeln der deutschen Kosmos-Ausgabe „Im Herzen der Natur“ (1–4 Personen, ab 10, ca. 30–45 Minuten) zum Nachschlagen am Spieltisch zusammen – wie alle Kurzregeln unserer Spiele-Übersicht.

Sie ersetzt nicht die Anleitung, sondern das Blättern darin. Was Cascadia ausmacht und für wen es sich lohnt, klärt das Cascadia-Portrait; wie Sie es gewinnen, der Cascadia-Strategie-Guide. Die sechs häufigsten Wertungs-Streitfragen klärt das FAQ am Seitenende mit belegten Antworten.

Cascadia

Regel-Spickzettel · spielstrategen.de

Von Randy Flynn · KOSMOS („Im Herzen der Natur“) · Spiel des Jahres 2022

1–4 Spieler 30–45 Min 10+ ab 10 Jahren Komplexität 2/5

Aufbau

Start: 3 Felder 1 Paar der Auslage
  • Jeder ein Startplättchen (3 fest verbundene Felder)
  • Je Tierart 1 Wertungskarte offen auslegen — gilt für alle
  • Auslage: 4 Plättchen + je 1 Tiermarker als feste Paare
  • Beutel mit 100 Tiermarkern, Zapfen bereitlegen
  • Plättchenvorrat: 20 pro Person + 3 (Rest bleibt ungesehen im Karton)

Spielzug

1
Ein Paar wählen

Plättchen und Tiermarker sind fest gekoppelt. Mit einem Zapfen: frei kombinieren — oder beliebig viele Auslage-Tiere austauschen.

2
Plättchen anlegen

Beliebig gedreht an die eigene Wildnis — jede Kante darf an jede. Passende Landschafts-Übergänge bringen später mehr Punkte.

3
Tier einsetzen (freiwillig)

Auf ein freies Plättchen mit passendem Tiersymbol — das neue oder ein früheres. Passt es nirgends: zurück in den Beutel.
Tier auf Schlüssel-Plättchen (nur 1 Landschaft): sofort +1 Zapfen.

Überpopulation — 4 gleiche Tiere in der Auslage: sofort alle 4 austauschen. Genau 3 gleiche: der aktive Spieler darf die 3 austauschen (1× pro Zug).

Wertung

  • Tierpunkte nach den 5 ausliegenden Wertungskarten
  • Je Landschaftsart zählt nur das größte zusammenhängende Gebiet
1 je Plättchen im größten Gebiet 2 Mehrheitsbonus je Landschaft zu zweit (3–4 Spieler: 3/1) 1 je übrigem Zapfen
Ende nach genau 20 Zügen pro Person — meiste Punkte gewinnt, bei Gleichstand mehr Zapfen.
Inoffizielle Regelübersicht ohne Gewähr — Gedächtnisstütze, kein Anleitungsersatz. Cascadia ist ein Spiel von Randy Flynn, erschienen bei Flatout Games/AEG (dt. Ausgabe „Cascadia – Im Herzen der Natur“ bei KOSMOS). Diese Seite steht in keiner Verbindung zu den Verlagen. Für das vollständige Regelwerk gilt die Original-Anleitung.


Spielaufbau in Kürze

  1. Startplättchen ausgeben: Jede Person erhält eines der 5 Startplättchen (drei fest verbundene Felder) als Keimzelle der eigenen Landschaft.
  2. Plättchenvorrat abzählen: Ins Spiel kommen 20 Wildnis-Plättchen pro Person plus 3 – zu zweit also 43, zu dritt 63, zu viert 83 der insgesamt 85. Der Rest wird unbesehen in die Schachtel gelegt: Niemand weiß, welche Plättchen fehlen.
  3. Wertungskarten auslegen: Pro Tierart (Grizzlybär, Wapiti, Königslachs, Rotschwanzbussard, Rotfuchs) liegt genau eine von vier Karten (A–D) aus und gilt für alle. Für Erstpartien empfiehlt die Anleitung die A-Karten.
  4. Auslage aufbauen: 4 Plättchen offen auslegen, dazu je 1 Tiermarker aus dem Beutel (100 Marker, 20 je Tierart) – das ergibt 4 feste Paare. Die 25 Zapfen kommen als Vorrat daneben.

Der Spielzug: Paar nehmen, Plättchen anlegen, Tier setzen

1. Paar nehmen: Sie wählen eines der 4 ausliegenden Paare – Plättchen und Tiermarker sind fest gekoppelt. Nur ein Zapfen bricht diese Kopplung auf (siehe unten).

2. Plättchen anlegen: Das Plättchen kommt beliebig gedreht an ein beliebiges Feld Ihrer Landschaft – einzige Bedingung: Es muss angrenzen. Passende Landschaftsübergänge sind keine Legeregel, sie zahlen nur auf die Gebietswertung ein.

3. Tiermarker setzen: Der Marker darf auf das gerade gelegte oder jedes andere freie eigene Plättchen mit passendem Tiersymbol (max. 1 Tier pro Plättchen). Können oder wollen Sie ihn nicht platzieren, wandert er zurück in den Beutel – das Plättchen behalten Sie trotzdem.

Setzen Sie ein Tier auf ein Schlüssel-Plättchen (eine einzige Landschaftsart, genau ein Tiersymbol), erhalten Sie sofort 1 Zapfen – die einzige Zapfen-Quelle im Grundspiel. Danach wird die Auslage wieder auf 4 Paare aufgefüllt. Nach exakt 20 Zügen pro Person ist der Vorrat leer und Ihr Tableau 23 Plättchen groß (3 Start + 20).

Wofür sind die Zapfen gut?

Zapfen sind der Joker gegen eine unpassende Auslage – und Cascadias wichtigstes Steuerungsinstrument. Vor der Paar-Wahl dürfen Sie beliebig viele einsetzen, jeder Zapfen erlaubt wahlweise:

  • Frei kombinieren: ein beliebiges Plättchen mit einem beliebigen Tiermarker der Auslage koppeln – statt eines festen Paars.
  • Marker austauschen: beliebig viele ausliegende Tiermarker in den Beutel werfen und neu ziehen.

Unbenutzte Zapfen sind am Spielende je 1 Punkt wert und entscheiden zudem als erster Tiebreaker bei Punktgleichstand. Ein Timing-Detail: Ein frisch über ein Schlüssel-Plättchen gewonnener Zapfen kommt erst nach Ihrer Paar-Wahl ins Spiel – einsetzbar ist er damit frühestens im nächsten Zug.

💡 Faustregel: Ein Zapfen ist garantiert 1 Punkt wert. Geben Sie ihn nur aus, wenn die freie Kombination oder der Tausch voraussichtlich mehr als 1 Punkt zusätzlich bringt.

Überpopulation: Wenn die Auslage kippt

Zeigen alle 4 ausliegenden Marker dieselbe Tierart, werden sie sofort entfernt und einzeln nachgezogen – automatisch, kostenlos, notfalls mehrfach hintereinander. Bei genau 3 gleichen Markern darf der aktive Spieler die drei einmal pro Zug austauschen, muss aber nicht.

Das ist kein Randfall: Bei vollem Beutel trifft eine der beiden Regeln rechnerisch auf gut 12 Prozent aller frisch aufgefüllten Auslagen zu – etwa jede achte (eigene Berechnung auf Basis der Marker-Verteilung 100/20). Entfernte Marker kommen erst zurück in den Beutel, wenn alle Austauschvorgänge abgeschlossen sind.

Die Wertung: Vier Punktquellen am Spielende

Cascadia wird ausschließlich am Ende gewertet – auf dem Wertungsblock addieren Sie vier Kategorien:

PunktquellePunkte
Tier-Wertungskartenje nach ausliegender Karte (siehe Tabelle unten)
Größtes zusammenhängendes Gebiet je Landschaftsart1 Punkt pro Plättchen – nur das größte zählt
Mehrheitsbonus je Landschaftsart2 Personen: 2 (Gleichstand: je 1) · 3–4 Personen: 3 / 1 für Platz 1 / 2
Übrige Zapfen1 Punkt pro Zapfen

Zwei Details zu den Mehrheitsboni bei 3–4 Personen: Teilen sich zwei Personen Platz 1, erhalten beide 2 Punkte und Platz 2 geht leer aus; bei Gleichstand um Platz 2 gibt es dort 0 Punkte.

Die A-Karten (Einstiegsempfehlung) im Überblick – die Werte sind über das Wertungsbeispiel des offiziellen Regelhefts verifiziert:

TierartWertungskarte APunkte
Grizzlybärje Paar (genau 2 benachbarte Bären)4 / 11 / 19 / 27 für 1–4 Paare
Wapitigerade Linien aus 1–4 Wapitis2 / 5 / 9 / 13
KönigslachsReihen aus 1–7 Lachsen2 / 5 / 8 / 12 / 16 / 20 / 25
Rotschwanzbussardje Bussard ohne Bussard-Nachbarn (1–8)2 / 5 / 8 / 11 / 14 / 18 / 22 / 26
Rotfuchsje Fuchs: Anzahl verschiedener Nachbar-Tierarten1–5

Die B-, C- und D-Karten schlagen Sie am besten direkt auf der Karte nach – ihre Tücken (Bussard B und D, Lachs-Reihen) klärt das FAQ. Was am Ende eine gute Punktzahl ist und welche Tierart im Schnitt wie viel bringt, zeigt die Cascadia-Zahlen-Analyse mit Turnier-Benchmarks.

Häufige Fragen zu den Cascadia-Regeln

Wie werden Bussarde bei Wertungskarte B gewertet?

Jeder Bussard wird einzeln geprüft: Er punktet, wenn er keinen Bussard als direkten Nachbarn hat und mindestens eine Sichtlinie zu irgendeinem anderen Bussard besitzt. Der Doppelpfeil auf der Karte suggeriert fälschlich eine Paarwertung – so die Klärung im Brettspielforum unknowns.de. Sichtlinien laufen gerade von Kante zu Kante und enden an anderen Bussarden.

Wie funktioniert die Bussard-Wertung bei Karte D?

Ein „Paar“ sind hier zwei nicht benachbarte Bussarde, die über eine gemeinsame Sichtlinie verbunden sind – direkt benachbarte Bussarde punkten nie. Jeder Bussard darf nur in genau einem Paar gezählt werden; Dreiecks-Konstruktionen mit Mehrfachzählung funktionieren nicht. Die Pfeile auf der Karte markieren die wertenden Paare.

Dürfen sich Wapiti-Linien berühren?

Ja. Beim Werten dürfen Sie berührende Linien punktemaximal in getrennte Linien zerlegen, solange jeder Wapiti nur einmal zählt – das hat das Designer-Team auf BoardGameGeek bestätigt. Eine 7er-Reihe zählt bei Karte A also als 4er- plus 3er-Linie: 13 + 9 = 22 Punkte statt 13.

Wie zählen Lachs-Reihen – und was ist die 3-Nachbarn-Falle?

Ein Lachs, der 3 oder mehr andere Lachse berührt, ist ungültig und zerschneidet die Reihe in getrennt gewertete Teilstücke – aus einer erhofften 7er-Kette (25 Punkte) werden schnell 5 + 2 = 7 Punkte. Die Form ist dabei frei: Bogen, Schlange oder Linie, solange jeder Lachs höchstens 2 Lachs-Nachbarn hat.

Was passiert bei 4 gleichen Tieren in der Auslage?

Alle vier Marker werden sofort entfernt und einzeln nachgezogen – das wiederholt sich, bis keine vier gleichen mehr liegen. Bei genau 3 gleichen darf der aktive Spieler die drei einmal pro Zug freiwillig austauschen. Entfernte Marker kommen erst nach Abschluss aller Austauschvorgänge zurück in den Beutel.

Zählen zwei getrennte Wald-Gebiete beide?

Nein. Je Landschaftsart zählt nur das größte zusammenhängende eigene Gebiet – für die Plättchen-Punkte ebenso wie für den Mehrheitsbonus. Zwei getrennte Wälder aus 5 und 4 Plättchen bringen also 5 Punkte, nicht 9. Gebiete zu verbinden ist deshalb fast immer die bessere Wahl.

Fazit

Mit dem Dreischritt Paar nehmen – Plättchen anlegen – Tier setzen, den Zapfen-Funktionen und der Wertungstabelle ist eine Cascadia-Partie regelfest spielbar; die Streitfragen der Schlusswertung klärt das FAQ. Wenn die Regeln sitzen und Sie gezielter punkten wollen, ist der Cascadia-Strategie-Guide mit nachgerechneten Tipps der nächste Schritt – und ob sich die Landmarks-Erweiterung lohnt, beantwortet das Cascadia-Portrait.


Inoffizielle Regelübersicht ohne Gewähr. Cascadia ist ein Spiel von Randy Flynn; die deutsche Ausgabe „Cascadia – Im Herzen der Natur“ erscheint bei KOSMOS. Diese Seite steht in keiner Verbindung zum Verlag. Für das vollständige Regelwerk gilt die Original-Anleitung.