· Von Stefan
Schnelle Antwort: Ein Cascadia-Zug ist ein Dreischritt: ein Paar aus der 4er-Auslage nehmen (Wildnis-Plättchen und Tiermarker sind fest gekoppelt), das Plättchen an die eigene Landschaft anlegen, den Tiermarker auf ein passendes Symbol setzen – oder zurück in den Beutel. Nach exakt 20 Zügen pro Person wird gewertet: Tier-Wertungskarten, größtes Gebiet je Landschaft, Mehrheitsboni und 1 Punkt je übrigem Zapfen.
Der Spielzug von Cascadia ist in einer Minute erklärt – gestritten wird trotzdem, und zwar fast immer erst bei der Schlusswertung: Dürfen sich Wapiti-Linien berühren? Wie zählt die Bussard-Karte B wirklich? Diese Seite fasst die Cascadia-Regeln der deutschen Kosmos-Ausgabe „Im Herzen der Natur“ (1–4 Personen, ab 10, ca. 30–45 Minuten) zum Nachschlagen am Spieltisch zusammen – wie alle Kurzregeln unserer Spiele-Übersicht.
Sie ersetzt nicht die Anleitung, sondern das Blättern darin. Was Cascadia ausmacht und für wen es sich lohnt, klärt das Cascadia-Portrait; wie Sie es gewinnen, der Cascadia-Strategie-Guide. Die sechs häufigsten Wertungs-Streitfragen klärt das FAQ am Seitenende mit belegten Antworten.
Cascadia
Regel-Spickzettel · spielstrategen.deVon Randy Flynn · KOSMOS („Im Herzen der Natur“) · Spiel des Jahres 2022
Aufbau
- Jeder ein Startplättchen (3 fest verbundene Felder)
- Je Tierart 1 Wertungskarte offen auslegen — gilt für alle
- Auslage: 4 Plättchen + je 1 Tiermarker als feste Paare
- Beutel mit 100 Tiermarkern, Zapfen bereitlegen
- Plättchenvorrat: 20 pro Person + 3 (Rest bleibt ungesehen im Karton)
Spielzug
Plättchen und Tiermarker sind fest gekoppelt. Mit einem Zapfen: frei kombinieren — oder beliebig viele Auslage-Tiere austauschen.
Beliebig gedreht an die eigene Wildnis — jede Kante darf an jede. Passende Landschafts-Übergänge bringen später mehr Punkte.
Auf ein freies Plättchen mit passendem Tiersymbol — das neue oder ein
früheres. Passt es nirgends: zurück in den Beutel.
Tier auf Schlüssel-Plättchen (nur 1 Landschaft): sofort +1 Zapfen.
Wertung
- Tierpunkte nach den 5 ausliegenden Wertungskarten
- Je Landschaftsart zählt nur das größte zusammenhängende Gebiet
Spielaufbau in Kürze
- Startplättchen ausgeben: Jede Person erhält eines der 5 Startplättchen (drei fest verbundene Felder) als Keimzelle der eigenen Landschaft.
- Plättchenvorrat abzählen: Ins Spiel kommen 20 Wildnis-Plättchen pro Person plus 3 – zu zweit also 43, zu dritt 63, zu viert 83 der insgesamt 85. Der Rest wird unbesehen in die Schachtel gelegt: Niemand weiß, welche Plättchen fehlen.
- Wertungskarten auslegen: Pro Tierart (Grizzlybär, Wapiti, Königslachs, Rotschwanzbussard, Rotfuchs) liegt genau eine von vier Karten (A–D) aus und gilt für alle. Für Erstpartien empfiehlt die Anleitung die A-Karten.
- Auslage aufbauen: 4 Plättchen offen auslegen, dazu je 1 Tiermarker aus dem Beutel (100 Marker, 20 je Tierart) – das ergibt 4 feste Paare. Die 25 Zapfen kommen als Vorrat daneben.
Der Spielzug: Paar nehmen, Plättchen anlegen, Tier setzen
1. Paar nehmen: Sie wählen eines der 4 ausliegenden Paare – Plättchen und Tiermarker sind fest gekoppelt. Nur ein Zapfen bricht diese Kopplung auf (siehe unten).
2. Plättchen anlegen: Das Plättchen kommt beliebig gedreht an ein beliebiges Feld Ihrer Landschaft – einzige Bedingung: Es muss angrenzen. Passende Landschaftsübergänge sind keine Legeregel, sie zahlen nur auf die Gebietswertung ein.
3. Tiermarker setzen: Der Marker darf auf das gerade gelegte oder jedes andere freie eigene Plättchen mit passendem Tiersymbol (max. 1 Tier pro Plättchen). Können oder wollen Sie ihn nicht platzieren, wandert er zurück in den Beutel – das Plättchen behalten Sie trotzdem.
Setzen Sie ein Tier auf ein Schlüssel-Plättchen (eine einzige Landschaftsart, genau ein Tiersymbol), erhalten Sie sofort 1 Zapfen – die einzige Zapfen-Quelle im Grundspiel. Danach wird die Auslage wieder auf 4 Paare aufgefüllt. Nach exakt 20 Zügen pro Person ist der Vorrat leer und Ihr Tableau 23 Plättchen groß (3 Start + 20).
Wofür sind die Zapfen gut?
Zapfen sind der Joker gegen eine unpassende Auslage – und Cascadias wichtigstes Steuerungsinstrument. Vor der Paar-Wahl dürfen Sie beliebig viele einsetzen, jeder Zapfen erlaubt wahlweise:
- Frei kombinieren: ein beliebiges Plättchen mit einem beliebigen Tiermarker der Auslage koppeln – statt eines festen Paars.
- Marker austauschen: beliebig viele ausliegende Tiermarker in den Beutel werfen und neu ziehen.
Unbenutzte Zapfen sind am Spielende je 1 Punkt wert und entscheiden zudem als erster Tiebreaker bei Punktgleichstand. Ein Timing-Detail: Ein frisch über ein Schlüssel-Plättchen gewonnener Zapfen kommt erst nach Ihrer Paar-Wahl ins Spiel – einsetzbar ist er damit frühestens im nächsten Zug.
💡 Faustregel: Ein Zapfen ist garantiert 1 Punkt wert. Geben Sie ihn nur aus, wenn die freie Kombination oder der Tausch voraussichtlich mehr als 1 Punkt zusätzlich bringt.
Überpopulation: Wenn die Auslage kippt
Zeigen alle 4 ausliegenden Marker dieselbe Tierart, werden sie sofort entfernt und einzeln nachgezogen – automatisch, kostenlos, notfalls mehrfach hintereinander. Bei genau 3 gleichen Markern darf der aktive Spieler die drei einmal pro Zug austauschen, muss aber nicht.
Das ist kein Randfall: Bei vollem Beutel trifft eine der beiden Regeln rechnerisch auf gut 12 Prozent aller frisch aufgefüllten Auslagen zu – etwa jede achte (eigene Berechnung auf Basis der Marker-Verteilung 100/20). Entfernte Marker kommen erst zurück in den Beutel, wenn alle Austauschvorgänge abgeschlossen sind.
Die Wertung: Vier Punktquellen am Spielende
Cascadia wird ausschließlich am Ende gewertet – auf dem Wertungsblock addieren Sie vier Kategorien:
| Punktquelle | Punkte |
|---|---|
| Tier-Wertungskarten | je nach ausliegender Karte (siehe Tabelle unten) |
| Größtes zusammenhängendes Gebiet je Landschaftsart | 1 Punkt pro Plättchen – nur das größte zählt |
| Mehrheitsbonus je Landschaftsart | 2 Personen: 2 (Gleichstand: je 1) · 3–4 Personen: 3 / 1 für Platz 1 / 2 |
| Übrige Zapfen | 1 Punkt pro Zapfen |
Zwei Details zu den Mehrheitsboni bei 3–4 Personen: Teilen sich zwei Personen Platz 1, erhalten beide 2 Punkte und Platz 2 geht leer aus; bei Gleichstand um Platz 2 gibt es dort 0 Punkte.
Die A-Karten (Einstiegsempfehlung) im Überblick – die Werte sind über das Wertungsbeispiel des offiziellen Regelhefts verifiziert:
| Tierart | Wertungskarte A | Punkte |
|---|---|---|
| Grizzlybär | je Paar (genau 2 benachbarte Bären) | 4 / 11 / 19 / 27 für 1–4 Paare |
| Wapiti | gerade Linien aus 1–4 Wapitis | 2 / 5 / 9 / 13 |
| Königslachs | Reihen aus 1–7 Lachsen | 2 / 5 / 8 / 12 / 16 / 20 / 25 |
| Rotschwanzbussard | je Bussard ohne Bussard-Nachbarn (1–8) | 2 / 5 / 8 / 11 / 14 / 18 / 22 / 26 |
| Rotfuchs | je Fuchs: Anzahl verschiedener Nachbar-Tierarten | 1–5 |
Die B-, C- und D-Karten schlagen Sie am besten direkt auf der Karte nach – ihre Tücken (Bussard B und D, Lachs-Reihen) klärt das FAQ. Was am Ende eine gute Punktzahl ist und welche Tierart im Schnitt wie viel bringt, zeigt die Cascadia-Zahlen-Analyse mit Turnier-Benchmarks.
Häufige Fragen zu den Cascadia-Regeln
Wie werden Bussarde bei Wertungskarte B gewertet?
Jeder Bussard wird einzeln geprüft: Er punktet, wenn er keinen Bussard als direkten Nachbarn hat und mindestens eine Sichtlinie zu irgendeinem anderen Bussard besitzt. Der Doppelpfeil auf der Karte suggeriert fälschlich eine Paarwertung – so die Klärung im Brettspielforum unknowns.de. Sichtlinien laufen gerade von Kante zu Kante und enden an anderen Bussarden.
Wie funktioniert die Bussard-Wertung bei Karte D?
Ein „Paar“ sind hier zwei nicht benachbarte Bussarde, die über eine gemeinsame Sichtlinie verbunden sind – direkt benachbarte Bussarde punkten nie. Jeder Bussard darf nur in genau einem Paar gezählt werden; Dreiecks-Konstruktionen mit Mehrfachzählung funktionieren nicht. Die Pfeile auf der Karte markieren die wertenden Paare.
Dürfen sich Wapiti-Linien berühren?
Ja. Beim Werten dürfen Sie berührende Linien punktemaximal in getrennte Linien zerlegen, solange jeder Wapiti nur einmal zählt – das hat das Designer-Team auf BoardGameGeek bestätigt. Eine 7er-Reihe zählt bei Karte A also als 4er- plus 3er-Linie: 13 + 9 = 22 Punkte statt 13.
Wie zählen Lachs-Reihen – und was ist die 3-Nachbarn-Falle?
Ein Lachs, der 3 oder mehr andere Lachse berührt, ist ungültig und zerschneidet die Reihe in getrennt gewertete Teilstücke – aus einer erhofften 7er-Kette (25 Punkte) werden schnell 5 + 2 = 7 Punkte. Die Form ist dabei frei: Bogen, Schlange oder Linie, solange jeder Lachs höchstens 2 Lachs-Nachbarn hat.
Was passiert bei 4 gleichen Tieren in der Auslage?
Alle vier Marker werden sofort entfernt und einzeln nachgezogen – das wiederholt sich, bis keine vier gleichen mehr liegen. Bei genau 3 gleichen darf der aktive Spieler die drei einmal pro Zug freiwillig austauschen. Entfernte Marker kommen erst nach Abschluss aller Austauschvorgänge zurück in den Beutel.
Zählen zwei getrennte Wald-Gebiete beide?
Nein. Je Landschaftsart zählt nur das größte zusammenhängende eigene Gebiet – für die Plättchen-Punkte ebenso wie für den Mehrheitsbonus. Zwei getrennte Wälder aus 5 und 4 Plättchen bringen also 5 Punkte, nicht 9. Gebiete zu verbinden ist deshalb fast immer die bessere Wahl.
Fazit
Mit dem Dreischritt Paar nehmen – Plättchen anlegen – Tier setzen, den Zapfen-Funktionen und der Wertungstabelle ist eine Cascadia-Partie regelfest spielbar; die Streitfragen der Schlusswertung klärt das FAQ. Wenn die Regeln sitzen und Sie gezielter punkten wollen, ist der Cascadia-Strategie-Guide mit nachgerechneten Tipps der nächste Schritt – und ob sich die Landmarks-Erweiterung lohnt, beantwortet das Cascadia-Portrait.
Inoffizielle Regelübersicht ohne Gewähr. Cascadia ist ein Spiel von Randy Flynn; die deutsche Ausgabe „Cascadia – Im Herzen der Natur“ erscheint bei KOSMOS. Diese Seite steht in keiner Verbindung zum Verlag. Für das vollständige Regelwerk gilt die Original-Anleitung.