Canasta Regeln: Ablauf, Spickzettel und drei Regelfassungen im Vergleich

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Schnelle Antwort: Canasta spielen Sie mit 108 Karten (2 × 52 plus 4 Joker), zu viert in zwei Partnerschaften mit je 11 Karten. Im Zug ziehen Sie eine Karte oder nehmen den Ablagestapel, legen Sätze gleichen Rangs aus (keine Folgen) und werfen eine Karte ab. Sieben gleiche Karten sind ein Canasta: 500 Punkte echt (ohne Wildcard), 300 unecht. Ausmachen dürfen Sie nur mit mindestens einem Canasta (100 Punkte Bonus). Das ASS-Heft weicht unter anderem bei Wildcards, roten Dreien und leerem Stock von der klassischen Regel ab.

Quellen: Grundlage sind die Anleitung „Spielregel Canasta“ von ASS Altenburger (PDF, 2019), die Regeln des klassischen Canasta bei pagat.com, das Wiener Canasta von Roland Scheicher und die Regelbeschreibung bei Wikipedia. Das Portrait des Spiels steht im Canasta-Hub.

Zu dritt endet eine Partie nach der Anleitung von ASS Altenburger bei 3.000 Punkten, nach der klassischen Fassung erst bei 7.500, dem 2,5-Fachen. Und ein Vierling aus zwei Damen und zwei Zweiern, der klassisch einfach liegen bleibt, ist nach dem ASS-Heft gar nicht erst erlaubt. Zwei Anleitungen, zwei Regeln, und niemand am Tisch hat einen Fehler gemacht.

Das ist kein Einzelfall. Die ASS-Anleitung nennt unter anderem für Wildcards, rote Dreien, die letzte Abwurfkarte, den leeren Stock und das Spielziel zu dritt andere Regeln als pagat.com. Diese Seite erklärt die Canasta Regeln für die Partie zu viert Schritt für Schritt, markiert jede Abweichung und stellt die klassische Fassung, das Wiener Canasta und das ASS-Heft gegenüber. Sie gehört zur Übersicht aller Spiele.

Was die Kurzantwort nicht zeigt: wie viele Wildcards in eine Meldung dürfen, wann rote Dreien Punkte kosten, was bei leerem Stock geschieht und wo die Anleitungen selbst mehrdeutig sind. Wie eine gewöhnliche Runde gewertet wird, rechnet der Abschnitt zur Wertung vor; was drei rote Dreien ohne Canasta oder ein ganzes Blatt auf einmal je nach Fassung wiegen, steht im Canasta-Portrait mit zwei Vergleichsrechnungen. Den Spickzettel für den Spieltisch finden Sie im Abschnitt am Ende.


Canasta Regeln Schritt für Schritt: Karten, Zug, Meldungen und Ausmachen

Grundgerüst dieses Abschnitts ist die klassische Fassung nach pagat.com; Abweichungen des ASS-Hefts, des Wiener Canasta und der Wikipedia werden gesondert benannt. Wikipedia folgt nach eigener Angabe im Wesentlichen Hugo Kastner (2005), stimmt aber nicht in jedem Detail mit pagat.com überein. Das Spiel ist sächlich („das Canasta“), die Meldung aus sieben Karten meist männlich („der Canasta“); wir folgen wie Wikipedia und das ASS-Heft („einen Canasta“) dieser Verteilung.

Karten, Austeilen und Ziel

Canasta ist ein Ablegespiel der Rommé-Familie, bei dem zwei Partnerschaften mit Meldungen gleichrangiger Karten möglichst viele Punkte sammeln. Der gemeinsame Kern aller drei Fassungen:

  1. Karten: zwei Pakete zu je 52 Karten plus vier Joker, zusammen 108. Wild sind alle vier Joker und alle acht Zweier. Sie ersetzen jede natürliche Karte (Vier bis Ass), nie eine Drei.
  2. Spieler: zu viert in zwei festen Partnerschaften, die Partner sitzen gegenüber. Das ASS-Heft spielt „meistens zu dritt oder zu viert“, nennt aber auch zwei, fünf und sechs Personen (mehr dazu im Abschnitt zur Spielerzahl).
  3. Austeilen: Jede Person bekommt einzeln 11 Karten. Der Rest ist der verdeckte Stock, die oberste Karte wird offen daneben gelegt und beginnt den Ablagestapel. Die Hefte nennen den Stock auch Talon oder Abhebestoß, den Ablagestapel Paket, Posso oder Ablegestoß.
  4. Ziel der Partie: Zu viert endet sie, sobald eine Partei 5.000 Punkte erreicht hat; gewonnen hat die Partei mit der höheren Summe.

Die Kartenwerte sind in allen drei Fassungen gleich. Eine Wildcard zählt in einer Meldung ihren eigenen Wert, nicht den der ersetzten Karte:

KartePunkte
Joker50
Ass, Zwei20
König, Dame, Bube, Zehn, Neun, Acht10
Sieben, Sechs, Fünf, Vier5
Schwarze Drei5
Rote DreiBonus statt Kartenwert (siehe unten)

Ein Zug: ziehen oder Stapel nehmen, melden, abwerfen

Jeder Zug beginnt mit einer Karte auf der Hand und endet mit einer Karte auf dem Ablagestapel; die Person links vom Geber beginnt, danach geht es im Uhrzeigersinn.

  1. Ziehen: die oberste Karte vom Stock, oder, unter bestimmten Bedingungen, den ganzen Ablagestapel (Abschnitt zum Stapel unten).
  2. Melden: Sätze auslegen oder an vorhandene Meldungen der eigenen Partei anlegen. Das ist erlaubt, aber nie Pflicht, außer nach dem Aufnehmen des Stapels.
  3. Abwerfen: eine Karte offen auf den Ablagestapel; damit endet der Zug.

Rote Dreien legen Sie offen vor sich und ziehen grundsätzlich eine Ersatzkarte vom Stock. Klassisch und Wiener gibt es beim Aufnehmen mit dem Ablagestapel keinen Ersatz; das ASS-Heft nennt diese Ausnahme nicht. Scheicher lässt ausgeteilte rote Dreien erst im eigenen Zug ersetzen. Die Boni werden erst nach dem Spiel verrechnet.

Meldungen: gleicher Rang, keine Folgen, begrenzte Wildcards

Gemeldet werden Sätze aus mindestens drei Karten gleichen Rangs, die Farbe ist egal, Folgen gibt es nicht. Jede Partei darf pro Rang nur eine Meldung haben; weitere Karten dieses Rangs werden an sie angelegt. Angelegt wird an die Meldungen der eigenen Partei, nie an die der Gegner. Sieben Karten eines Rangs sind ein Canasta: echt ohne Wildcard (rote Karte obenauf), unecht mit Wildcard (schwarze Karte obenauf). An einen fertigen Canasta dürfen Sie weiter anlegen; wird eine Wildcard angelegt, ist aus dem echten Canasta ein unechter geworden, und aus einem unechten wird nie ein echter.

Wie viele Wildcards in eine Meldung dürfen, ist der erste Punkt, an dem die drei Fassungen auseinandergehen:

Größe der MeldungKlassisch: höchstens … wildeWiener Canasta: höchstens … wildeASS-Heft: höchstens … wilde (abgeleitet)
3 Karten111
4 Karten221
5 Karten322
6 Karten332
7 Karten (Canasta)333

Klassisch gilt: mindestens zwei natürliche Karten, höchstens drei wilde, ein Canasta braucht also mindestens vier natürliche. Das Wiener Canasta verlangt, dass wilde Karten „nie überwiegen“ (Fünfling: drei natürliche und höchstens zwei wilde). Das ASS-Heft schreibt, die natürlichen Karten müssten „in der Mehrzahl sein“, und nennt drei Beispiele: zwei Könige mit einem Joker, drei Könige mit zwei Jokern, vier Könige mit drei Jokern. Die Werte für vier und sechs Karten haben wir aus „Mehrzahl“ abgeleitet; das Heft nennt sie nicht.

Nach klassischer Regel ist Dame-Dame-Zwei-Zwei-Zwei erlaubt, nach Wiener Canasta nicht; zwei Damen mit zwei Zweiern sind klassisch und nach Wiener Canasta ein gültiger Vierling, nach dem ASS-Heft nicht.

💡 Faustregel: Sagen Sie vor der ersten Runde an, ob in einer Meldung die Wildcards die Hälfte erreichen dürfen (klassisch und Wiener Canasta: ja, bei vier Karten zwei) oder ob die natürlichen Karten in der Mehrheit sein müssen (ASS-Heft). Diese eine Frage entscheidet, ob ein Vierling aus zwei Damen und zwei Zweiern liegen bleibt.

Erstmeldung: 15, 50, 90 oder 120 Punkte nach Spielstand

Die erste Meldung einer Partei muss einen Mindestwert erreichen, der vom Punktestand zu Beginn des Spiels abhängt: 15, 50, 90 oder 120. Der Wert gilt für die Partei, nicht für die einzelne Person. Hat Ihr Partner die Erstmeldung geschafft, melden Sie frei weiter.

Punktestand der ParteiMindestwert der Erstmeldung
im Minus15
0 bis 1.49550
1.500 bis 2.99590
ab 3.000120

Gezählt werden nur die Kartenwerte der gemeldeten Karten; Boni für Canasta oder rote Dreien zählen nicht mit. Wildcards zählen mit ihrem eigenen Wert. Mehrere Meldungen dürfen zusammengerechnet werden. Was bei welchem Stand reicht, zeigt die folgende Rechnung (Kartenwerte aus der Tabelle oben):

AuslageRechnungWertreicht bis Stufe
Dame, Dame, Zwei10 + 10 + 2040nur im Minus (15)
Drei Könige, drei Damen30 + 306015 und 50
Sieben Könige (echter Canasta)7 × 10, der Bonus von 500 zählt nicht7015 und 50
Drei Asse, drei Könige60 + 309015, 50 und 90
Drei Asse, drei Könige, drei Damen60 + 30 + 30120alle Stufen

Zwei Besonderheiten kennen die klassische Fassung und das Wiener Canasta. Erstens zählt die oberste Karte des Ablagestapels zur Erstmeldung mit, wenn Sie den Stapel dafür nehmen; die Karten darunter zählen nicht. Zweitens entfällt das Limit beim Hand-Ausmachen nach Ziehen vom Stock mit vollständigem Canasta im eigenen Blatt. Bei pagat.com bleibt es dagegen bestehen, wenn für die Erstmeldung der Stapel gekauft wird; bei Scheicher zählt ein Ausmachen im Zug des Stapelkaufs ohnehin nicht als Hand-Canasta.

Das ASS-Heft nennt die Stufen mit abweichenden Grenzformulierungen: „50, wenn man weniger als 1500 Pluspunkte hat, 90, wenn die Pluspunkte 1500 übersteigen, 120, wenn man mehr als 3000“. Genau 1.500 bleibt ungeregelt; genau 3.000 fällt wörtlich noch unter 90. Ob stattdessen die klassischen Grenzen gemeint sind, bleibt eine Vermutung. Die Stapelkarte für die Erstmeldung regelt das Heft ebenfalls nicht.

Rote und schwarze Dreien: Bonus, Sperre und Minus

Rote Dreien sind Bonuskarten: 100 Punkte je Stück, 800 für alle vier, und sie kosten genauso viel, wenn die Partei die Bedingung nicht erfüllt. Die Fassungen unterscheiden sich genau in dieser Bedingung:

  • Klassisch: plus, sobald die Partei überhaupt gemeldet hat; sonst minus 100 je Drei, minus 800 für alle vier.
  • Wiener Canasta und ASS-Heft: plus nur mit mindestens einem Canasta; sonst minus. Eine bloße Erstmeldung genügt nicht.

Eine rote Drei als Startkarte des Ablagestapels friert den Stapel ein (klassisch, Wiener Canasta). Wer eine rote Drei mit dem Stapel aufnimmt, zieht dafür nach pagat.com, Scheicher und Wikipedia keine Ersatzkarte; das ASS-Heft nennt diese Ausnahme nicht. Eine rote Drei, die bei Spielende noch auf der Hand liegt, kostet im Wiener Canasta, im ASS-Heft und bei Wikipedia (dort nur, wenn der Halter mindestens einmal am Zug war) 500 Punkte; die Beschreibung bei pagat.com erwähnt das nicht.

Schwarze Dreien sind Sperrkarten. Wer eine schwarze Drei abwirft, verhindert, dass der Nächste den Ablagestapel nimmt; sobald eine weitere Karte darauf liegt, ist die Sperre vorbei. Nach pagat.com und Scheicher dürfen Sie schwarze Dreien nur beim Ausmachen als Gruppe aus drei oder vier melden, ohne Wildcards, mit 5 Punkten je Karte. Wikipedia fordert in einem Absatz einzelne Dreien und spricht später von Sets; wir folgen hier pagat.com. Das ASS-Heft erlaubt Sätze schwarzer Dreien nur zum Ausmachen.

Den Ablagestapel nehmen, sperren und einfrieren

Den Ablagestapel nehmen Sie immer ganz, nie einzelne Karten, und nur, wenn Sie die oberste Karte sofort in einer Meldung verwenden können. Zuerst legen Sie die passenden Handkarten mit der obersten Karte aus, dann nehmen Sie den Rest des Stapels auf die Hand und dürfen weiter melden. Wer nicht nehmen kann oder will, zieht vom Stock. Nach klassischer Regel gilt:

Lage des StapelsWer ihn nehmen darf
nicht eingefrorennatürliches Paar aus der Hand, oder eine natürliche Karte plus Wildcard, oder die oberste Karte passt zu einer Meldung der eigenen Partei
eingefroren: Wildcard im Stapel, rote Drei als Startkarte, oder die eigene Partei hat noch nicht gemeldetnur mit zwei natürlichen Handkarten gleichen Rangs wie die oberste Karte
oben liegt eine schwarze Dreider Nächste darf nicht nehmen; danach gilt wieder die normale Lage
oben liegt eine Wildcardnicht nehmbar, und der Stapel ist eingefroren

Das Wiener Canasta verschärft das an zwei Stellen: Eine abgeworfene Karte, die der Gegner an einen fertigen Canasta anlegen könnte, sperrt den Nächsten genauso wie eine schwarze Drei; und angelegt wird per Stapel nur an Meldungen von höchstens sechs Karten. Das ASS-Heft formuliert die Bedingung für das Nehmen so, dass zwei Lesarten möglich sind (Abschnitt zu den Lesart-Fragen). Eingefroren ist der Stapel im ASS-Heft durch eine quer liegende Wildcard; dann gilt auch dort: nur mit natürlichem Paar.

Ausmachen: mindestens ein Canasta, 100 Punkte Bonus

Ausmachen darf nur, wer mit seiner Partei mindestens einen Canasta gemeldet hat; es bringt 100 Punkte, und die Handkarten werden abgezogen. Klassisch darf der Canasta auch erst im Zug des Ausmachens vollendet werden. Unterschiede gibt es bei der letzten Karte, beim Fragen und beim verdeckten Ausmachen.

  • Letzte Karte: klassisch und im Wiener Canasta darf ein Spieler alle Karten melden oder alle bis auf eine und diese abwerfen. Das ASS-Heft verlangt, dass „eine letzte Karte für den Abwurfstoß übrig bleiben“ muss; Ausnahme ist das Ausmachen mit drei schwarzen Dreien.
  • Partner fragen: klassisch und im Wiener Canasta darf man „Darf ich ausmachen?“ fragen, muss aber nicht; die Antwort ist bindend. Das ASS-Heft sagt, man frage „gewöhnlich“ seinen Partner, damit dieser hohe Karten loswerden kann; eine Bindung nennt es nicht.
  • Handkarten des Partners: zählen zu viert gegen die ausmachende Partei, in allen Fassungen.

Verdecktes Ausmachen heißt, die ganze Hand in einem Zug auszulegen, ohne vorher gemeldet zu haben. Dafür gibt es mehr Punkte, und die Fassungen rechnen verschieden:

FassungVerdecktMit Canasta in der eigenen Hand
Klassisch (pagat.com)100 Bonus zusätzlich, 200 insgesamt; nur mit komplettem Canasta im Blattkeine eigene Stufe
Klassisch (Wikipedia nach Kastner)zusätzlich 200„Hand-Canasta“ zusätzlich 1.000; ob die 100 für das Ausmachen darin stecken, lässt der Wortlaut offen
Wiener Canasta200, auch wenn der Partner den Canasta schon hat„Hand-Canasta“ 1.000 inklusive der Ausmachen-Boni; Limit der Erstmeldung entfällt
ASS-Heft„Blattausmachen“ 200, „wenn der Partner schon ausgelegt hatte“„Handcanasta“ 1.000, Limit entfällt; Variante: nur 200, dann zählt Ausmachen zu Beginn 300

Wer den Stapel kauft und im selben Zug ausmacht, hat im Wiener Canasta nicht verdeckt ausgemacht; pagat.com und Wikipedia sehen das anders. Bei beiden bleibt das Limit der Erstmeldung beim Stapelkauf bestehen, wenn die Partei noch nicht gemeldet hat.

Wertung: eine Runde Schritt für Schritt gerechnet

Eine Partei bekommt für ein Spiel den Wert aller gemeldeten Karten plus alle Boni minus den Wert der Handkarten, und beim Ausmacher zählt zu viert auch die Hand des Partners mit. Die Boni: echter Canasta 500, unechter 300, Ausmachen 100, rote Dreien 100 je Stück oder 800 für alle vier. Die Kartenwerte des Canasta zählen zusätzlich: Sieben Könige sind nach dem Beispiel bei pagat.com 500 + 70 = 570 Punkte wert.

Das folgende Rechenbeispiel ist eigene Arithmetik aus diesen Regelzahlen. Es zeigt eine gewöhnliche Runde: Nord-Süd macht aus, beide Parteien haben mindestens einen Canasta gebildet, die Partie beginnt bei 0. In dieser Runde kommen alle drei Fassungen auf dieselben Zahlen.

Nord-Süd (Ausmacher):

PostenRechnungPunkte
Echter Canasta aus Assen7 × 20 Kartenwert + 500 Bonus640
Unechter Canasta aus Sechsern (5 Sechser, 1 Zwei, 1 Joker)5 × 5 + 20 + 50 + 300 Bonus395
Meldung Könige4 × 1040
Rote Drei1 × 100 (die Partei hat Canasta)100
AusmachenBonus100
Handkarten des PartnersDame 10 + Vier 5 + Zwei 20−35
Summe640 + 395 + 40 + 100 + 100 − 351.240

Ost-West (Gegenpartei):

PostenRechnungPunkte
Unechter Canasta aus Neunern (6 Neuner, 1 Zwei)6 × 10 + 20 + 300 Bonus380
Meldung Buben3 × 1030
Rote Dreien3 × 100 (die Partei hat Canasta)300
Handkarten beider PersonenKönig 10 + Ass 20 + Joker 50 + Fünf 5 + Sieben 5−90
Summe380 + 30 + 300 − 90620

Beide Parteien stehen danach zwischen 0 und 1.495 Punkten und brauchen für die nächste Erstmeldung 50. Hätte Ost-West keinen Canasta gehabt, wären aus den 300 Punkten für die roten Dreien in Wiener Canasta und ASS-Heft Minuspunkte geworden; wie groß dieser Unterschied ausfällt, rechnet das Canasta-Portrait ebenso vor wie das Ausmachen mit dem ganzen Blatt auf einmal.

Ein gesondertes Beispiel zeigt die mögliche Wirkung der Wildcard-Grenze: Bube, Bube, Zwei, Zwei sind klassisch und nach Wiener Canasta ein gültiger Vierling mit 10 + 10 + 20 + 20 = 60 Punkten. Nach dem ASS-Heft darf nur Bube, Bube, Zwei ausgelegt werden (40). Gibt es in dieser anderen Spielsituation keine zulässige Anlegestelle für die zweite Zwei und bleibt sie bis zum Ende auf der Hand, zählt sie −20: zusammen 20 Punkte, also 40 weniger.

In der obigen Ost-West-Runde wäre sie dagegen an den Neuner-Canasta anlegbar; dort entsteht dieser Unterschied nicht.

Das ASS-Heft nennt für den Abzug bei fehlendem Canasta an einer Stelle „100 Punkte“ je rote Drei und an einer anderen, die Dreien würden „als Handkarte gezählt“; die Wertung oben berührt das nicht, weil beide Parteien einen Canasta haben (Abschnitt zu den Lesart-Fragen).

Canasta zu zweit, dritt, fünft oder sechst – und was Modern American anders macht

Die Vierer-Partnerschaft ist die Grundform; für andere Spielerzahlen kennen die Quellen Anpassungen, die sich in Kartenzahl, Ausmach-Bedingung und Ziel unterscheiden. Die klassische Spalte folgt pagat.com, das Wiener Canasta den §§ 23–26.

PersonenKlassisch (pagat.com, bei Fünf Wikipedia)Wiener CanastaASS-Heft
215 Karten; zwei Karten ziehen, eine abwerfen; zwei Canastas zum Ausmachen; Ziel 5.00015 Karten, keine Strafkartenmöglich, aber keine Kartenzahl genannt
313 Karten (manche spielen 11), zwei ziehen, eine abwerfen; wer zuerst den Stapel nimmt, spielt allein gegen die beiden anderen; Ziel 7.50013 Karten, jeder spielt für sich; Ziel 5.00013 Karten; Ziel 3.000
5Wikipedia: eine Partnerschaft aus zwei, eine aus drei Personenzwei gegen drei; das Dreierteam wechselt, es spielen immer vier, 11 Kartenmöglich, nicht näher beschrieben
6drei Pakete mit sechs Jokern, 13 Karten, zwei Canastas zum Ausmachen; Ziel 7.500 (drei Zweierteams) oder 10.000 (zwei Dreierteams)drei Spielweisen, eine davon mit drei Paketen und sechs Jokerndrei Mannschaften

Wer zu dritt nach dem ASS-Heft spielt, hört bei 3.000 Punkten auf, wer nach der klassischen Fassung spielt, erst bei 7.500, dem 2,5-Fachen. Zu zweit nennen die klassische Fassung und das Wiener Canasta die Kartenzahl, das ASS-Heft nicht.

Modern American Canasta ist keine Variante des klassischen Spiels, sondern eine eigene Weiterentwicklung in Nordamerika, die pagat.com gesondert beschreibt. Sie spielt mit 13 Karten, ohne offene Startkarte, mit höheren Erstmeldungen (125, 155, 180), zwei Canastas zum Ausmachen und dem Ziel 8.500. Die Regeln auf dieser Seite gelten dafür nicht.

Drei Regelwelten im Vergleich: die Vergleichstabelle

Das ASS-Heft nennt unter anderem bei Wildcards je Meldung, der Bedingung für rote Dreien, der letzten Abwurfkarte, dem leeren Stock und dem Ziel zu dritt andere Regeln als pagat.com. Handcanasta 1.000 weicht ebenfalls von pagat.com ab, kommt aber auch bei Wikipedia vor. Bei der Partnerfrage nennt ASS keine Bindung; daraus folgt keine ausdrücklich gegenteilige Regel.

Dazu kommen Stellen, an denen das Heft schweigt oder zwei Lesarten zulässt. Eine verbindliche deutsche Regelinstanz haben wir nicht gefunden (Stand November 2026); „nicht geregelt“ heißt hier: Das Heft sagt dazu nichts.

RegelpunktKlassisch (pagat.com, Wikipedia)Wiener CanastaASS-Heft (2019)
Wildcards je Meldungmindestens 2 natürliche, höchstens 3 wilde; Canasta mindestens 4 natürlichewilde nie in der Mehrzahl; Canasta höchstens 3 wildenatürliche Karten „in der Mehrzahl“
Rote Dreien zählen plus, wenn …die Partei überhaupt gemeldet hat; sonst −100 je Drei, −800 für alle vierdie Partei mindestens einen Canasta hat; sonst Minusdie Partei mindestens einen Canasta hat; sonst −100 je Drei, −800 für alle vier
Rote Drei bei Spielende noch auf der Handpagat.com: nicht erwähnt; Wikipedia: −500−500−500
Verdeckt ausmachen, Hand-Canastapagat.com: 200 insgesamt; Wikipedia: zusätzlich 200 und Hand-Canasta zusätzlich 1.000verdeckt 200, Hand-Canasta 1.000 inklusive; Stapelkauf im selben Zug zählt nichtBlattausmachen 200, Handcanasta 1.000; Variante Handcanasta 200
Letzte Karte beim Ausmachendarf, muss nicht abwerfendarf, muss nichtmuss; Ausnahme drei schwarze Dreien
Stock leerSpiel läuft weiter, solange der Nächste die letzte Ablage nehmen kann; Pflicht, wenn sie zu einer eigenen Meldung passt und der Stapel nicht eingefroren ist; Ende, sobald jemand vom leeren Stock ziehen müssteWeiterspiel bei zulässiger Aufnahme; Pflicht nur bei passender Meldung von höchstens sechs Karten (§ 12.4), sofern weder gesperrt noch eingefroren; ohne Ausmachen kein BonusRunde endet, jeder Partei werden 100 Punkte abgezogen
Stapel nehmen (nicht eingefroren)Paar, oder natürliche + Wildcard, oder Anlegen an eigene Meldung (auch Canasta); verbreitete Variante: nicht, um an einen fertigen Canasta anzulegenvor der Erstmeldung nur mit natürlichem Paar; danach auch natürliche + Wildcard oder Anlegen an Meldung bis sechs KartenWortlaut mehrdeutig (siehe Lesart-Fragen)
Eingefroren ist der Stapel durch …Wildcard, rote Drei als Startkarte, und für jede Partei, die noch nicht gemeldet hatWildcard oder rote Drei; vor der Erstmeldung trotzdem Paar nötigquer liegende Wildcard
Zusätzliche SperrekeineAbwurf einer Karte, die der Gegner an einen fertigen Canasta legen könnte; abgeworfene Wildcard sperrt und friert einkeine
Stapelkarte zählt zur Erstmeldungja, nur die oberstejanicht geregelt
Grenzen der Erstmeldung0–1.495 → 50; 1.500–2.995 → 90; ab 3.000 → 120wie klassisch„weniger als 1500“ → 50; „übersteigen 1500“ → 90; „mehr als 3000“ → 120
Ziel zu dritt7.5005.0003.000
Partner fragenfreiwillig, Antwort bindendfreiwillig, Antwort bindend„gewöhnlich“, Bindung nicht genannt
Startkarte ist Wildcard oder rote Dreiweitere Karte darauf, Startkarte quer, Stapel eingefroren; Wikipedia legt auch über schwarze Dreien weitere Kartenwie pagat.com, zusätzlich auch bei schwarzer Drei (ohne Einfrieren durch die schwarze Drei)nicht geregelt
Meldung nur aus Wildcardsnicht erlaubt; Variante mit 2.000 Bonusnicht zulässigVariante „oft anerkannt“, 1.000
Rote Dreien zusätzlich 5 PunkteneinneinVariante „gelegentlich“

Auffällig an der Tabelle: Das Wiener Canasta liegt bei den roten Dreien und beim Hand-Canasta näher am ASS-Heft, bei Wildcards und leerem Stock näher an der klassischen Fassung. Eine einzelne Fassung ist also nicht „die ASS-Linie“ oder „die klassische Linie“.

Wo die Anleitungen mehrdeutig sind oder sich widersprechen: fünf Lesart-Fragen

An fünf Stellen lässt der Wortlaut zwei Deutungen zu, vier davon im ASS-Heft; wir benennen sie und lösen sie nicht stillschweigend auf.

  1. Schwarze Drei: Das Heft schreibt, der folgende Spieler müsse „sich mit einer verdeckten Karte vom Ablegestoß bedienen“. Nach dem Zusammenhang ist der Abhebestoß, also der Stock, gemeint; so geben wir es wieder. Zudem spricht das Heft davon, man könne mit Wildcards „ähnlich wie mit den schwarzen Dreien“ den Stoß „vorübergehend einfrieren“; die klassische Regel und das Wiener Canasta kennen nur eine Sperre für den Nächsten.
  2. Stapel nehmen: Das Heft erlaubt es, wer „bereits Sätze ausgelegt“ hat und die oberste Karte anlegen oder „mit zwei Handkarten (ohne wilde Karten) zu einem Satz als Erstauslage“ vereinen kann. Entweder darf man den Stapel erst nach eigener Auslage nehmen, oder auch vorher, wenn ein natürliches Paar die Erstauslage bildet. Die zweite Lesart passt zur klassischen Fassung und zum Wiener Canasta; sie ist deshalb vermutlich gemeint.
  3. Grenzen und Ausmach-Stufen: Genau 1.500 Punkte sind nicht geregelt; genau 3.000 fallen wörtlich noch unter die 90er-Stufe. Dass dieselben Grenzen wie klassisch gemeint sind, wäre eine Vermutung. Blattausmachen (200) und Handcanasta (1.000) beschreibt das Heft beide als Ausmachen ohne vorheriges Auslegen; der Unterschied liegt vermutlich wie im Wiener Canasta darin, ob die eigene Hand einen vollständigen Canasta enthält.
  4. Rote Dreien ohne Canasta: Das Heft nennt 100 Punkte Abzug je Drei, im Wertungsteil aber, die Dreien würden „als Handkarte gezählt, also mit minus bewertet“. Läse man das als „rote Drei auf der Hand“, wären es 500 je Karte. Wir rechnen mit den 100 Punkten der ersten Stelle, weil nur sie eine Zahl nennt.
  5. Wiener Canasta gegen Wikipedia beim verdeckten Ausmachen: Wer den Stapel kauft und im selben Zug ausmacht, hat nach Wikipedia verdeckt ausgemacht, nach dem Wiener Canasta nicht. Hier liegen zwei Beschreibungen der klassischen Familie gegeneinander.

Streitfragen am Canasta-Tisch: die Antwort je Fassung

Unterschiedliche Anleitungen können am Tisch zu Streitfragen führen. Erfahrungsberichte und Frage-Antwort-Seiten lieferten den Anlass für die folgenden Fragen; belastbare Häufigkeiten lassen sich aus unserer Sichtung (Stand November 2026) nicht ableiten. So antworten die Anleitungen:

StreitfrageKlassischWiener CanastaASS-Heft
Darf ich den Stapel nehmen, wenn eine Wildcard darin liegt?ja, aber nur mit zwei natürlichen Handkarten gleichen Rangswie klassischja, nur mit natürlichem Paar
Darf ich den Stapel nehmen, nur um die oberste Karte an einen fertigen Canasta anzulegen?ja (häufige Variante: nein)nein, nur Meldungen bis sechs Kartennicht ausdrücklich geregelt
Zählt die oberste Stapelkarte zur Erstmeldung?ja, nur siejanicht geregelt
Wie viele Wildcards darf ein Canasta enthalten?höchstens 3 (mindestens 4 natürliche)höchstens 3 (mindestens 4 natürliche)natürliche in der Mehrzahl, bei sieben Karten daher ebenfalls mindestens 4 (abgeleitet)
Darf ich nur aus Wildcards melden?nein (Variante mit 2.000)neinnur als Variante, 1.000
Darf ich eine Wildcard abwerfen?ja; sie sperrt den Nächsten und friert den Stapel einja, mit demselben Effektkein Verbot genannt; Wildcards frieren den Stapel ein
Was gilt bei leerem Stock?Weiterspiel, solange der Stapel genommen werden kannwie klassischRunde endet, −100 je Partei
Darf ich den Ablagestapel neu mischen?nicht vorgesehennicht vorgesehennicht vorgesehen
Darf ich ausmachen ohne Canasta?neinneinnein
Muss ich den Partner fragen?nein, Antwort aber bindendnein, Antwort bindend„gewöhnlich“, ohne Bindung

Unter den hier gelesenen Fassungen verbietet nur Modern American Canasta (pagat.com) grundsätzlich das Abwerfen einer Wildcard. Der Abschnitt zu den Abwürfen nennt zwei Ausnahmen: als letzte Karte beim Ausmachen sowie bei einer Hand ausschließlich aus Wildcards, wenn erneut eine Wildcard gezogen wird. Dass ein leerer Stock durch Neumischen des Ablagestapels weitergeht, taucht in Spielerfragen als Hausregel auf, steht aber in keiner der vier gelesenen Quellen. Wer so spielt, spielt eine Hausregel; die Tabelle hilft, sie vor der Partie bewusst zu wählen.

Der Canasta-Spickzettel: Zugablauf, Werte, Erstmeldung, Boni und Wildcard-Grenze

Der Spickzettel fasst die Regeln für den Spieltisch zusammen; Grundlage ist die klassische Fassung, die Abweichungen von Wiener Canasta und ASS-Heft stehen in den Tabellen. Ausdrucken lässt er sich über die Druckfunktion Ihres Browsers.

Zugablauf

  1. Ziehen: eine Karte vom Stock oder den ganzen Ablagestapel nehmen. Dessen oberste Karte muss sofort gemeldet oder an eine eigene Meldung angelegt werden; bei eingefrorenem Stapel bzw. vor eigener Erstmeldung sind zwei passende natürliche Handkarten nötig.
  2. Melden: Sätze aus mindestens drei Karten gleichen Rangs, keine Folgen; Erstmeldung mit Mindestwert; rote Dreien offen auslegen, Ersatz ziehen (klassisch nicht bei Aufnahme mit dem Ablagestapel).
  3. Abwerfen: eine Karte offen, Zug endet. Schwarze Drei sperrt den Nächsten, Wildcard friert den Stapel ein.
  4. Ausmachen: nur mit mindestens einem Canasta; klassisch darf die Hand komplett gemeldet werden, ASS-Heft verlangt eine letzte Karte zum Abwerfen.

Kartenwerte und Erstmeldung

JokerAss, ZweiKönig bis AchtSieben bis VierSchwarze Drei
50201055
Punktestandim Minus0–1.4951.500–2.995ab 3.000
Erstmeldung155090120

Boni und Mali

PostenPunkteAbweichung
Echter Canasta+500–
Unechter Canasta+300–
Ausmachen+100–
Verdeckt ausmachen+200 insgesamtHand-Canasta: 1.000 (Wiener, ASS, Wikipedia)
Rote Drei+100 je Stück, vier = +800klassisch: wenn gemeldet; Wiener und ASS: wenn mindestens ein Canasta, sonst minus
Rote Drei auf der Hand beim Ausmachen−500pagat.com erwähnt es nicht
HandkartenKartenwert abgezogen; zu viert auch die des Partners beim Ausmacher–
Leerer Stock ohne Ausmachenkein Ausmach-BonusASS-Heft: −100 je Partei
Ziel der Partie (zu viert)5.000zu dritt: klassisch 7.500, Wiener 5.000, ASS 3.000

Wildcard-Grenze je Fassung

MeldungKlassischWienerASS (abgeleitet)
Satz aus 3 Karten2 natürliche + 1 wilde2 + 12 + 1
4 Karten2 + 22 + 23 + 1
5 Karten2 + 33 + 23 + 2
6 Karten3 + 33 + 34 + 2
Canasta (7)4 + 34 + 34 + 3

Stapel nehmen

LageKlassisch
nicht eingefrorenPaar, oder natürliche + Wildcard, oder passend zur eigenen Meldung
eingefroren oder Partei hat noch nicht gemeldetnur zwei natürliche Handkarten
oben schwarze Drei oder Wildcardnicht nehmbar

💡 Faustregel: Klären Sie vor der Partie fünf Punkte: Wildcards je Meldung, Bedingung für rote Dreien, Hand-Canasta, letzte Karte beim Ausmachen und was bei leerem Stock geschieht. Dann bleibt am Tisch nichts mehr zu streiten.

Häufige Fragen zu den Canasta-Regeln

Muss man den Ablagestapel nehmen, wenn man ihn nehmen kann?

Nein, grundsätzlich nicht: Wer den Stapel nicht nehmen kann oder will, zieht vom Stock. Die Ausnahme ist der leere Stock: Klassisch müssen Sie die letzte Ablage nehmen, wenn sie zu einer Ihrer Meldungen passt und der Stapel nicht eingefroren ist. Im Wiener Canasta gilt die Pflicht nur bei einer passenden Meldung von höchstens sechs Karten und nur, wenn der Stapel weder gesperrt noch eingefroren ist (§ 18 mit § 12.4). Das ASS-Heft beendet die Runde stattdessen.

Darf man an die Meldungen der Gegner anlegen?

Nein: Klassisch und im Wiener Canasta ist es ausdrücklich verboten, das ASS-Heft nennt nur die eigenen Meldungen und die des Partners. Die Gegner dürfen aber denselben Rang selbst melden, und Ihre Partei hat pro Rang nur eine Meldung; legen Sie getrennt Karten desselben Rangs aus, werden sie zusammengelegt.

Was ist der Unterschied zwischen Canasta und Rommé?

Beide gehören zur Rommé-Familie, aber Canasta kennt nur Sätze gleichen Rangs, keine Folgen, wird mit 108 Karten klassisch zu viert in Partnerschaften gespielt und lässt Sie den ganzen Ablagestapel aufnehmen. Wer Folgen legen will, findet die Rommé-Regeln mit vier Fassungen im Vergleich, den Rommé-Hub und für das Spiel mit Zahlensteinen Rummikub.

Wer beginnt bei Canasta, und wie werden die Partnerschaften gebildet?

Die Person links vom Geber beginnt, danach geht es im Uhrzeigersinn, und das Geben wechselt nach jedem Spiel im Uhrzeigersinn. Die Partnerschaften werden gelost: Jede Person zieht eine Karte, die beiden höchsten bilden ein Team gegen die beiden niedrigeren (Wiener Canasta und Wikipedia).

Fazit: Erst die Fassung klären, dann mischen

Der Kern der Canasta Regeln ist in allen drei Fassungen gleich: 108 Karten, Sätze gleichen Rangs, ein Canasta aus sieben Karten mit 500 oder 300 Punkten, Ausmachen nur mit Canasta, Erstmeldung nach Spielstand mit 15, 50, 90 oder 120. Gestritten wird über Wildcards je Meldung, rote Dreien, Hand-Canasta, die letzte Karte und den leeren Stock, und genau dort weicht das ASS-Heft von der klassischen Fassung ab.

Wer neu anfängt, spielt mit der klassischen Fassung und merkt sich bei jeder Abweichung seiner Anleitung den Unterschied; die Tabelle dazu steht oben. Als Nächstes lohnt der Blick auf die Verwandten: Wie Rommé dieselbe Grundidee mit Folgen und Einzelwertung spielt, zeigen die Rommé-Regeln im Vergleich der Fassungen.

Quellen und Datenbasis

  • ASS Altenburger: „Spielregel Canasta“, 5 Seiten, PDF-Datei von 07/2019 auf dem Shop spielkarten.com (PDF), im Volltext ausgewertet, abgerufen am 02.11.2026. Das Heft gibt an, es kombiniere die Regeln des „New York Regency-Club“ mit den „in Deutschland üblichen Regeln für das Dreier- und Viererspiel“.
  • John McLeod: Canasta, pagat.com (Abschnitte General Rules, Classic Canasta, Canasta for two/three/six players, Modern American Canasta), im Volltext ausgewertet, abgerufen am 02.11.2026. Beschreibt das klassische Canasta nach den Official Canasta Laws.
  • Roland Scheicher: Wiener Canasta, Regelwerk §§ 1–28, im Volltext ausgewertet, abgerufen am 02.11.2026. pagat.com verweist darauf als Beschreibung des in Österreich gespielten Canasta; wir stellen es als Regelwerk eines Autors dar, nicht als die österreichische Regel schlechthin.
  • Wikipedia: Canasta, Abschnitt „Spielregeln für das Regular Partnership Canasta“, im Volltext ausgewertet, abgerufen am 02.11.2026. Der Artikel stützt sich auf die Official Canasta Laws (Regency Club, 1949/51) in der Darstellung von Hugo Kastner (2005); die Official Canasta Laws selbst lagen uns nicht im Volltext vor.
  • Streitfragen: Erfahrungsberichte und Frage-Antwort-Seiten (Stand November 2026), jeweils an den Regeltexten oben gegengeprüft. Anleitungen anderer Kartenhersteller konnten wir nicht heranziehen.
  • Rechenbeispiel zur Wertung: eigene Arithmetik aus den Regelzahlen der drei Fassungen (Kartenwerte, Boni, Erstmeldungsstufen), keine Simulation und keine Wahrscheinlichkeitsrechnung. Die Wildcard-Werte für das ASS-Heft bei vier und sechs Karten sind aus dem Wortlaut „in der Mehrzahl“ abgeleitet.